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Sigeru« 279 Sigerus
von der sächsischen Nation unter den ein»
heimischen Fürsien entrichteten „Martins»
zmseS", und „Die KönigSrichter desRepser
Stuhles", welche mit Mathias Soel,
Königsrichter im Jahre 4393 beginnen,
und mit Johann Gottlieb Krauß von
Ehrenfeld endet, und worin S. neben
den biographischen Umstanden alich die
merkwürdigsten Begebenheiten erzahlt,
welche sich im Revier Stuhle während
ihrer AmtSwaltung zugetragen haben.
Trausch (Joseph). Schriftsteller>Lelikon oder
biographisch'literarische Denkblätter der Sie»
benbürger Deutschen (Kronstadt l8?l. Ioh.
Gött. gr. 8«.) Bd. I I I , S 303.
3ifner, öechische Schreibung der
beiden Schriftsteller Emanuel und Joseph
Schiffner sBd. XXIX, S. 298 und 209).
Sigerus, Peter (Naturforscher,
geb. zu Kronstadt 3. Juli 1739. gest.
zu Hermannstadt 7. September
483l). Sein Vater lebte als Goldschmied
in Kronstadt, starb aber frühzeitig, wor-
auf sick der ihm nächste Verwandte
Georg Draudt . ein um die Hebung
des Schulwesens in Siebenbürgen ver«
dienter evangelischer Prediger, des Kna-
ben annahm und für seine Ausbildung
jorgte. Dem pharmaceutischen Fache sich
zuwendend, unterzog er sich daraus in
Wien der vorgeschriebenen Prüfung, und
wurde dann Provi-sor in einer Apotheke
in Hermannstadt. In der Folge kaufte
er eine eigene Apotheke, und versah die«
selbe bis an sein im Alter von 72 Jahren
erfolgtes Lebensende. Ein Freund der
Naturwissenschaften, beschäftigte er sich
mit Vorliebe mit botanischen Studien,
und legte, der Erste, den Grund zu einer
l'ioi'H Oibillienäis, welche er nack dem
3imi6'schen Systeme ordnete, und mit
Abbildungen versah, von denen T raus ch
bedauert, daß so wenige derselben in das ^ Publikum gekommen sind. I n den „Sie«
benbürgischen Provinzialblattern" ^Bd.
I I , S. 98 u. f.^j. theilte er auS eigenen
Beobachtungen den höcksten Barometer-
stand in den Jahren l797 bis 4803 mit;
— in der «Siebenbürgischen Quartal-
schrift" >M. I I , S. 314 u. f.) veröffent-
lichte er aber ein „Verzeichniß der in Sie»
benbürgen wildwachsenden officinellen
Pflanzen, welchen die lateinischen, ofsici-
nellen, deutschen, siebenbürgischen, unga-
rischen und walachischen Namen beige»
fügt sind. Ueberdieß arbeitete er an
einer I'iora i'ig.nLgilvaniQa. Zu diesem
Zwecke hatte er ein-Herbarium, vivum.
oder eine Sammlung der in Sieben«
bürgen vorkommenden Pftanzen zusam»
mengestellt, zu dessen Ankauf die sieben»
bürgischen Landstande vom Jahre 4810
die Apotheker des Landes aufforderten.
Da aber durch das Finanzpatent vom
20. Februar 1811 der Preis dieseS
Werkes ungemein erhöht wurde, ging
das ganzeUnternehmen zurück. I n Folge
dessen blieb die Sammlung in seinem
Besitze. Sie zerfiel in zwei Abtheilungen:
in das Herbarium, vivuui in 3 Bänden
zu je 50 getrockneten Pflanzen mit An-
gabe der Namen und Kennzeichen, und
in die k'ioiI. 1^2.28811 vaiiiog. mit 80 dis
60 illuminirtenAbbildungen der noch un«
bekannten Pflanzen. An beiden Werken
war der bekannte siebenbürgische Bota-
niker Joseph Rad itschni gg von Ler»
chenfeld sBd. XXIV, S. 199^ mit
thatig gewesen. Zu einer Herausgabe
kam es nicht, hingegen brachte die^irauL-
Lilvanik") Beiblatt zum "Siebenbürger
Boten" 1843, Nr. 94. S. 4t2 die Mit.
theilung, daß des Peter S igerus
Sohn Kar l fton ihm auf folg. Seite^,
dem Hecmaimstäotec evangelischen Gym-
nasium das von seinem Vater angelegte
Herbarium zum Geschenke gemacht habe.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon