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Signoroni 276 Slgora
in Padua Professor Cesare Rugger i
starb, wurde S. zu seinem Nachfolger
ernannt. Daselbst war seit dem Tode
da Monte'S dieser Theil der Arznei
Wissenschaft ganz vernachlässigt worden
und mit S ignoron i sollte er zu neuer
Blüthe kommen. In der That erregten
auch die chirurgischen Operationen S.'S
in Fachkreisen allgemeine Aufmerksamkeit
und die von S. erfundenen und ver-
besserten chirurgischen Apparate, welche
im chirurgischen Museum zu Padua auf»
bewahrt werden, sind sprechende Belege
seines Scharfsinnes und seiner Siege in
den Kämpfen gegen die Leiden der
Menschheit. So geschah es denn, daß
von Männern, welche die Kliniken Frank-
reichs und anderer Städte in Italien
besucht hatten, die
chirurgische Klinik von
Padua allen vorangestellt und Signo
roni als ihr Begründer hoch in Ehren
gehalten wurde. Auch als Schriftsteller
in seinem Fache war S. sehr thätig und
außer zahlreichen Abhandlungen in den
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in den von Spongia, Fario u. A.
redigirten medicinischen Zeitschriften ver>
öffentlichte S. die „?lo3petti olinioi äi
^avia 6 äi Vaäova^ welche eine Fülle
deS reichsten Materials auS seiner chirur«
gisch.operativen Praxis enthalten und die
l iä^ . Äus S.'s Schule gingen tüchtige
Männer seines Faches hervor, deren
mehrere ihrem Lehrer und Meister die
Früchte, ihrer wissenschaftlichen Forschun«
gen zueigneten. Nicht wenige feiner Er«
sindungen und Verbesserungen wurden
an den gelehrten Akademien, in deren
Schooß S. aufgenommen wurde, mit
Preisen belohnt. Namentlich aber auf
den Congressen der Aerzte und Natur-
forscher gab man zu wiederholten Malen
der Anerkennung und Würdigung seiner Leistungen den ehrenvollsten Ausdruck,
so z. B. auf jenem zu Florenz, wo Pro.
feffor Raf fael i aus Neapel, und auf
jenem von Padua, wo Präsident Rossi
von Parma theils S.'s Erfahrung und
chirurgische Geschicklichkeit in der Ver-
sammlung rühmten, theils ihm ein öffent-
liches Zeichen ihrer Bewunderung geben
wollten. I n Florenz wurde auch bei Ge-
legenheit des CongresseS von Professor
Vannor i eine Sammlung von Zeich-
nungen der Instrumente S ig no roni'S
den Acten der Versammlung beigelegt.
Sein gerades, offenes Wesen, das keine
Umschweife machte und sich wenig um die
Person, desto mehr aber um die Sache
kümmerte, dabei seine Gewohnheit, un-
bekümmert, ob er verletzte oder nicht, die
Dinge beim rechten Namen zu nennen,
zogen ihm mitunter bittere Widersacher
zu. die aber nickt im Stande waren, seine
wissenschaftliche Bedeutung zu verdunkeln.
FaT'/o/omso Hl'^ na?'07li', xrotsssors 6l OliQillg.
<Übirui-3icH (o. 0. ^. 8»., 3. L1.). —
xsi» 1'anuo 1844 (Vrs6cia 1343, tix. 6611a,
Hlinorva, so.) x. <93: „Nekrolog von
G. Nicolini.
Sigora von Eulcnstein, Anton Hein.
rich (Componist, geb. in Wien im
Jahre 1772. gest. ebenda 14. November
1821). Sein Vater Franz Joseph
war k. k. Bancalbeamter in Wien und
für 33jährige Dienstleistung im Jahre
1794 mit dem Prädicate von Eulen-
stein geadelt worden. Der Sohn been-
dete die Humaintätsclaffen — damals
Poesie und Rhetorik genannt — betrieb
aber, da er große Liebe zur Musik zeigte,
mit Vorliebe das Violinspiel, worin er
es bald zu ungewöhnlicher Fertigkeit
brachte. Zu gleicher Zeit studirte er
eifrigst den Generalbaß und erhielt von
keinem geringeren als Mozartd ie An-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon