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) Jacob 277 Sigray, Jacob
teitung in derComposttion. Dem Staats
Rechnungsdienste sich widmend, machte
er sich die Buchhaltungswissensckaft eigen
und wurde bei der Banco-Hofbuchhal
tung angestellt, in welchem Dienste er bis
zum k. k. Ofsicial vorrückte. Jedoch von
schwächlicher Leibeöbeschaffenheit und bei
dem anstrengenden Dienste, wozu sich
noch feine begeisterte Musikliebe gesellte,
erreichte er kein hohes Alter, denn er
starb, erst 49 Jahre alt. S. hat viel
und Verschiedenes componirt und Man»
ches davon ist im Stich erschienen. Das
meiste schrieb er für das Instrument,
das er selbst trefflich spielte, die Violine,
aber überdieß componirte er auch Eini-
ges, wie Sonaten, Variationen für das
Pianoforte. Von seinen größeren, für
die Bühne bestimmten Arbeiten sind be>
kannt: „Vetter Äamillu", Singspiel in drei
Acten; — „Der Perriickenmucher". Operette
in einem Act; — „Der gebesserte Uarenz"
(zweiter Theil des Singspiels: «Das
Hausgesinde"). Posse mit Gesang in
einem Acte, die genannten drei Stücke
für das Theater an der Wien; — „H»r-
lekin, der Nettelätudent". Eine Pantomime;
— „Harlekin, der Zcheerenzchleiker"^ eine
Pantomime; — „Ghaddiidl ank der Wunder-
schütt". Operette in einem Act (1804).
diese drei für das Theater in der Leopold»
stadt. Außerdem sind- von ihm mehrere
Quartetten für zwei Violinen. Viola und
Violoncell und mehrere drei- und vier-
stimmige Gesänge vorhanden.
Eigene handschriftliche Aufzeich'
n uuge n.
Slgralj. Jacob Graf (Thei ln eh-
mer an des ungarischen Abtes Mart i»
novics Verschwörung, enthauptet zu
Qfen20.'Mai l793). Entstammt einer
ungarischen Adelsfamilie, welche ihre
Geschlechtsregister bis in das dreizehnte Jahrhundert zurückführt. Ein Johann
Sigray war unter Ferdinand I I I .
und Leopold I. Commandant der
Festung Stomfa. Von seinen Nachkom-
men bildeten seine Enkel, die Kinder sei-
nes Sohnes Fraw und dessen Gemalin
Sophie Nadänyi . Joseph und Fran^
zwei Linien, von denen die des Letzteren
schon in dessen Kindern erlosch, wahrend
die Nachkommenschaft Iosep h's bis zu?
Stunde fortblüht. Joseph S.. im
Jahre 1?39 Obergespan des Somogyer
Comitates. wurde im Jahre 1724 unga«
rischer Baron, welche Standeserhöhung
1728 auch sein jüngerer Bruder Johann
(gest. 4763) und dessen Neffen Ladis-
laus erlangte. Des Freiherrn Joseph
Sohn Aarl war gleichfalls Somogyer
Obergespan, Septemvir, und wurde,
nach dem genealogischen Almanach der
graflichen Häuser bereits 1734, nack
ungarischen Quellen aber erst 1774
Graf. Von des Grafen Kar l S igray
Söhnen aus seiner Ehe mit einer gebo«
renen SzveticS, Jacob und Joseph,
sollte Ersterer zu trauriger Berühmtheir
gelangen. Es war durch die Reformen,
welche Kaiser Joseph I I . in Ungarn
eingeführt, große Aufregung im Lande
entstanden und noch in seinen letzten
LebenStagen — am 28. Jänner 1790
— hatte der sterbende Kaiser'. waS
er angeordnet, selbst widerrufen, und
sein Nachfolger Leopold I I . suchte die
im 3ande entstandene Aufregung zu
stillen. Aber die Emissäre des republika-
Nischen Frankreich hatten eine noch schlim«
mere Saat im Lande gesaet, wo es eine
mit jedem Tage wachsende Partei gab.
welcke den völligen Umsturz der bestehen»
den Verfassung plante, und unter dem
Namen der Resurrection im ganzen Lande
verbreitet war. Um diesen traurigen
Zustand der Dinge zu beschwören, berief
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Seidl-Sina, Band 34
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Seidl-Sina
- Band
- 34
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon