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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 110 -
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Sknynecki, Johann Boncza 110 Skr^necki^ Johann Boncza gewesen sei, eine Ausgleichung herbeizu» führen. SeineBemühungen waren frucht« los, da der russische Feldmarschall von seiner Proclamation, in der.die Polen aufgefordert wurden, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben, nicht abweichen wollte, wie aus dem Tagesbefehl des Generalissimus S. vom 28. März erhellt. Am 31. März gewannen die Polen bei Dembo»Wielkie in einer hartnäckigen, den ganzen Tag wahrenden Schlacht einen großen Sieg über die Russen, durch die kühnen und wohlberechneten Wendungen des Generalissimus S. Am 10. April erfochten die polnischen Truppen gleich» falls einen bedeutenden Sieg über die Russen beiSiedlce, so daß das ganze rechte Weichselufer vom Feinde gesäubert wurde. Laut eincs Tagesbefehls des Generalis- simus S. vom 18. April verloren die Nüssen während des kurzen Krieges seit Februar 30.000 Mann, von welchen 16.000 Mann als Gefangene nach War- schau zogen, und die Polen eroberten Fahnen und Standarten, 30 Kanonen, an 20.000 Waffenstücke, eine Menge Pulverkarren, Munitionswagen und Ge- päck. Aber nun war es auch mit dem Waffenglücke der Polen vorbei. Am 12. Mai hatte sich S. mit 46.000 Mann gegen die heranziehenden russischen Gar- den an den Nacew aufgemacht und Diebitsch durch den zurückgelassenen General Um ins ki über seinen Abmarsch getauscht. Statt aber seine günstige Lage zu benutzen, gerieth S. in ein Schwanken und Zögern, den Mißerfolg einer Schlacht fürchtend, wodurch die Russen unter D i e« bitsch Zeit gewannen, den Garden zu Hilfe zu eilen und sich mit ihnen zu verbin» den, S. kam selbst in eine höchst unvor- theilhafte Stellung, versäumte die Brücken über den Narew bei Ostrolenka abzu- brechen, und ward, als die Russen diese überschritten, am 26. Mai gegen seinen Willen in eine Schlacht verwickelt, die er wohl hatte vermeiden können, zu der kein strategischer Zweck ihn nöthigte und welche er selbst uns <MiUts kontsuso nannte. I n der historisch so denkwürdig geworde. nen Schlacht bei Ostrolenka beging erden neuen Fehler, die einzelnen Angriffe selbst zu leiten, wodurch er den Ueberblick über das Ganze verlor; auch versäumte erden General G ie lgud. dl>r unthätig bei Lomza stand, während der Schlacht heran- zuziehen. S. versuchte, wiewohl vergeb» lich, den Tod in der Schlacht. Von nun an ging die Sache der Polen rückwärts, zumal S. nicht nur das Vertrauen der Armee, sondern auch daS zu sich selbst verloren hatte. Er zog sich mit der Ar» mee zunächst nach Warschau zurück, wo abermals eine Waffenruhe erfolgte. Noch war seine Position günstig, da er, auf Warschau und Modlin gestützt, beide Ufer der Weichsel beherrschte und den Russen, die nach Dieb itsch's Tod unter P a s° kie witsch vom 12. bis 19. Juli unweit Thorn auf das linke Ufer der Weichsel übergingen, durch Offensivstöße bei diesen schwierigen Manövern auf dem einen oder anderen Ufer empfindliche Nachtheile be« reiten konnte. Des Generals Unthatig- keit in dieser Periode ist schwer zu erkla. ren; es scheint, daß lediglich die Besorg» niß vor dem Ausgange der Schlacht und Hoffnung auf Hilfe von außen die Motive waren, welche seine nicht zu rechtfertigende Handlungsweise bestimmten. Dem An» drängen des Senates, der Armee und Generale folgend, versprach er den 3. August eine Schlacht zu liefern, aber da nunmehr der günstige Moment dazu wirklich vorüber war, konnte er sich seiner gerechten Ueberzeugung nach nicht mehr zu . einer solchen entschließen und die wachsende Unzufriedenheit brachte es endlich so weit,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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