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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 111 -
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Seite - 111 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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i) Johann Boncza Skr^ynecki^ Johann BoncZa daß ihm am 12. August vom Senat der Oberbefehl genommen und General D e m« bin Ski an seine Stelle gesetzt ward. Nun stand S. im Corps deS Generals Rozycki und trat nach dem letzten ver. zweiflungsvollen Kampfe bei LoZor und Gornahocze (22. September) mit diesem auf das Gebiet des Freistaates Kcakau und endlich nach Galizien über. Hiemit endigte S.'s kriegerische Thätig» keit, die sich dahin charakteristren läßt. daß er'ein General von seltenen Fähig» keiten für den Posten eines Untercom« Mandanten war, daß ihm aber die Ener- gie des Entschlusses und der kühnen Handlungsweise, welche ein Siratege nie entbehren kann, gänzlich fehlte. S. wurde in Prag internirt. Später zog er nach Bel» gien, wo er zum Oderbefehlshaber der Armee ernannt ward, bis er in Folge der Reclamationen Nußlands 1839 als Di- visions-General zur Disposition gestellt wurde. Er lebte nun als Privatmann in Brüssel. Später ertheilte ihm die, österreichische Regierung die Erlaubniß zur Rückkehr in ihre Staaten, wo er in Krakau im Alter von 73 Jahren starb. Wenn man S.'s persönlichen und mili- tärischen Charakter in's Auge faßt, so zeichnete er sich durch militärische Talente, Standhaftigkeit, Festigkeit, persönliche Tapferkeit und Muth. Unerschrockenheit und Kaltblütigkeit, stete Geistesgegenwart im Kampfe, strenge Kriegsdisciplin, un> ermüdete Thätigkeit, auf vielen Schlacht- feldecn erworbene Erfahrung und war» men Patriotismus anf's rühmlichste aus, Strategisches Talent hat er nicht bewährt. Sanfte, menschliche Gefühle sind ihm keineswegs fremd. Seine acht patrioti» schen Gesinnungen legte unter anderen, außer seinen Proclamationen an die pol» nische Armee und an die Nation und sei» nen Zuschriften an den russischen Feldmar« schall D ieb its ch.Sab altans ky, seine hochherzige und biedere Antwort auf die Adresse der patriotischen Gesellschaft zu Warschau, zu Anfang April 1831, an den Tag. in welcher er sagt: „Das hohe Amt eines Oberbefehlshabers der Armee habe ich mit aller Hingebung aus den Händen der Landbotenkammer. des Staates und des polnisches Heeres ange- nommen. Vom Glauben an die Sache der Freiheit und der Religion, des Jahr- Hunderts und der Civilisation tief durch- drungen, zweifle ich nicht, daß ein gleich- starker Glaube im Herzen jedeü Polen gefunden werden müsse. Wie gern wollte ich das Glück, die Tugend und den Hel» densinn der gegenwärtigen Generation noch reger machen. Ich will alle mora» tischen und physischen Kräfte aus dem Schooße Polens hervorrufen, um ,über den stolzen Feind ein Uebcrgewicht zu er- langen. Ich kenne meine Lage und sende meine Seufzer zu Gott. daß er unä wahr- haft große Manner geben wolle, die unser Vaterland auf seine eigenthümlichen Grundfesten stellen könnten. Ich halte mich nicht für groß, ich bin ein guter Pole. ein Bürger, dem die Ritter- und Volksehre eine heilige Sache ist. Das Vaterland über alles zu stellen und mich für dasselbe aufzuopfern, betrachte icb als meine heiligste, meine einzige Pflicht. Von solchen Gefühlen geleitet, vernahm ich mit freudigem Herzen die Ausdrücke der bürgerlichen Gesinnungen uud Wünsche, deren Organ die patriotische Gesellschaft ist. Indem ich derselben wünsche, daß sie dem Vaterlande voll- kommen nützlich werde, und mit ihren Grundsätzen noch diese Wahrheit ver« binde: daß Freiheit und Ordnung cms sind, möchteich gern ihre Bestrebungen wirksam, vom Geiste der Ordnung ge- leitet, und nach dem einzigen Ziele aller
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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