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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 118 -
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Seite - 118 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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Skultety) Ladislaus 118 Skultety/ Ladislaus ges von 1736 bis'1763 mit. I n de Schlacht bei Kollin 1737 erhielt er sein erste Wunde in die rechte Hand und noch in demselben Jahre bei dem Ueberfall von Berlin die zweite durch einen Bajonnet. stich in den linken Backen. Nach herge< stelltem Frieden wurde das 6. Huszaren Regiment 1766 aufgelöst und unter di übrigen Huszaren.Regimenter eingetheilt S. erhielt nun mit der ganzen Escadron bei welcher er sich befand, seine Eintheilung zu dem damals den Namen Varanyay führenden HuszareN'Regiment Nr.8 und wurde in demselben, alS eS Gras Wurm ser hieß, 1778 zum Corporal befördert. I n diesem 8. Huszaren-Regimente diente S. bis an sein Lebensende, in allem 81 Jahre. S. stand schon in vorgerück. term Jahren, als er bei Beginn des Tür- kenkrieges von 1788 mid l789 an den Feldzügcn dieses Regimentes Antheil nahm. Mit stets jugendlicher Kraft aber und seinem jüngeren Kameraden fortwah- rend ein Muster in Ertragung aller Be» schwerden und unverdrossener Erfüllung seiner Dienstpflichten, folgte er dem Regi« menle auf seiner ruhmvollen Bahn. Er machte bei demselben die beiden Feldzüge des Türkenkrieges, alle Feldzüge des Re» volutionskrieges und jene von 1803 bis 1809 gegen daS französische Kaiserreich, alS 77jähriger Greis den beschwerlichen, so manche frische Iugendkraft dahin raf- senden Feldzug von 1812 in Rußland und die Befreiungskriege von 18l3 und I8l4 mit. Endlich beschloß er sein Krie- gerieben im Feldzuge von 1813, als er bereits ein Greis von 80 Jahren war. Zürn Lohn seiner bei allen Gelegenheiten und besonders 1789 bei der Belagerung von Belgrad bewiesenen Tapferkeit wurde er 1790 zum Estundartenführer befördert und sührte dieses Panier seines Regiments in allen Schlachten, die eS für Kaiser und Vaterland in den thatenreichen und blu» tigen Feldzügen von 1792 bis 1843 focht und an den meisten und blutigsten nahm S. mit seinem Regiment Theil. Zu den oberwahnten zwei Wunden empfing der Greis 1789 im Feldzug gegen die Tür- ken seine dritte, aber auch letzte Wunde, ungeachtet er noch in einer ganzen Reihe von Schlachten und Gefechten das Pa- nier seines Regiments trug. Als Erzher- zog Ferdinand von Este als Comman» dirender von Ungarn im Herbst 1826 das Regiment, damals Kienmayer-Huszaren, zu Vä.sä,rhely bei Szegeoin besichtigte, ließ der schon 91jährige Skul tety es sich nicht nehmen, die Standarte zu Pferde dem Prinzen vorzuführen. Dieser aber half dem greisen Krieger mit eigener Hand vom Pferde mit den Worten: „Mein lieber Vater, das ist zu viel sür Dich!" Bald darauf kam daS Regiment zur Auf. Wartung nach Wien. Der merkivürdige Huszar und ehrwürdige Estandartenfüh- cer zog die Aufmerk<amkeit des Ka isers und des ganzen Publikums auf sich. Der Kai- ser, der ihn sich hatte vorstellen lasten, bewilligte ihm eine Zulage; sein Bildniß, welches in den meisten Kunsthandlungen Wien's ausgehängt war, fand zahlreiche Abnehmer im Publikum. Als am 10. Mai 183l daS Regiment aus seiner Station Alt'Arad in Ungarn wieder nach Oefter« reich aufbrach, war der Estandartführer S., der noch im Jahre 1828 bei der Mu« sterung als 93jähriger Greis zu Pferde die Eftandarte führte, von Altersschwäche o gedrückt, daß er dem Regimente nicht mehr folgen konnte, sondern beim Depot zurückbleiben mußte. Von den Soldaten, »ie ihn nur „Vater" zu nennen pflegten, »erehrt, von dem Regiments'Comman« »anten und allen Officieren geachtet und geehrt, war sein Abschied eine rührende Scene. Unter Thränen spracd er in seiner
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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