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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 125 -
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Seite - 125 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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Sladkovsk)' 126 Sladkovskj- viele Renegaten und unlautere Elemente verfügt, wie S ladkovsk^ daS selbst offen aussvricht. Als die Polemik zwischen den beiden Parteien einen mehr als feino« seligen, einen geradezu unanständigenCha« rakter annahm, erklärte Sladko v skF zuletzt, daß er sein Gehalt als Mit- glied des LandeS-Ausschuffes, bis er auS demselben ausgetreten sein werde, dem Baufonde des Nationaltheaters widme. Darauf trat er nach einervon den böh« mischen Abgeordneten abgegebenen De« claration, welche auch S. unterschrieben hatte, aus dem Landtage und aus dem Landes-Ausschuffe.- Indessen dauerie der Kampf zwischen den beiden Parteien, den Altäechen und Iungäechen, immer fort und wurde nur einmal unterbrochen, als der Betrugsproceß S krejsovs k^'s zur Verhandlung kam. bei welcher Gele» genheit die Altöechen ihren Führer Franz Palacky an die Häupter der Jung« öechen abordneten, um in den Blättern der letzteren glimpfliche Behandlung für den des Betrugs und der Unterschlagung ärarischer Gelder angeklagten Skrej» sovSky zu erbetteln, da die Altöechen damit umgingen, den einfachen Betrug in eine nationale Heldenthat umzuwan« deln, und so den Betrüger zu einem poli« tischen Märtyrer zu machen. Besonders entschieden trat S ladkovsk^ im Jahre 1872 wider Rieg er auf, als damals der Kampf wegen den Schulrathswahlen ausgekämpft wurde, und Sladkov s k^ - einen aus diesem Anlasse veröffentlichten Brief Rieg er'S in der „^Hroäni list?" in entschiedenster, rücksichtsloser Weise beantwortete. Diesen Brief in wortge» ireuer deutscher Uebersetzung theilte die „Neue freie Presse in ihrer Nummer vom 23. November 1372 in einer Corresvon«' denz aus Wien ääo. 23. November mit. ES ist bekannt, wie thatig FranH Pa» lacky in Abfassung politischer Testa< mente war und wie gleich in dem ersten derselben 1873 die im „Schimpfen so geübten Deutschen" zu nichts Geringerem als einem Räubervolke gestempelt wor- den. Als dann im Frühjahre 1873 P a- lacky's Nachtragstestament durch die Journale colportier wurde und die Blat« ter der Ilmgöechen ein'längeres Schwei« gen darüber beobachteten, so daß es schien, als waren ste von Palacky getroffen worden und gingen reuig in sich. da mit einem Male brach die „Aaroäni list^" das Schweigen und veröffentlichten ein „Eingesendet" S l adk o v sk^'S. Da dieses „Eingesendet" mit den einfachsten und präcisesten Worten S lad ko v s kv-'s politische Stellung kennzeichnet, folgt es hier als charakteristische Ergänzung sei« nes Lebenslaufes, nach seinem vollen Wortlaute: „Herr Pala cky". schreibt Sladkovsk^- in diesem „Eingesendet", „beschwert sich in seinem Pokrok-Artikel darüber, daß ich ihn nicht als politische Autorität anerkenne, und weil dem wirk« lich so ist. will ich kurz die Gründe dafür auseinandersehen. Als eS sich im Jahre 1861 um die Beschickung des Reichs- rathes handelte, war Palacky bis zum letzten Augenblicke entschieden gegen die Reichsrathsbeschickung. Als aber gerade im letzten Moment der Erzbischof im Club erschien und für die Reichsraths« beschickung sprach, war auch Palacky plötzlich dafür. Handelt so eine politische Autorität? — Als im Jahre 1868 der Antrag auf Verlassen des Landtages ge» stellt wurde, packte sich Palacky mit beiden Händen am Kopfe, rufend: „Ich kann mir einen 3andtag Böhmens nicht vorstellen ohne die Üechen". Als aber nach vierzehn Tagen Zei thammer als Sendling des historischen Adels die be- stimmte Botschaft brachte. Clam-Mar-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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