Seite - 150 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
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Slomsek 130 Swmsek
. residirenden Fürstbischofs von Seckau er-
streckte sich
nur über den Gratzer und den
ehemaligen Marburger Kreis. Der letz-
tere war mit Ausnahme der Stadt Mar>
bürg ebenso durchaus slovenisch, wie je-
ner durchaus deutsch. Dazu kam aber,
daß das von Kaiser Joseph für den
Bruckerund einen Theil desIudenburger
Kreises errichtete BiSthum Leoben nie
mals beseht, sondern vom Seckauer Bi
schof adminiftrirt wurde. Im äußersten
Nordwesten der Steiermark hatte auch
das Salzburger Erzvisthum einige De
canate. Der Süden aber, der alteCilli'er
Kreis, mit durchaus slavischer Bevölke-
rung in 20 Decanaten stand unter dem
Fürstbischof von Lavant, der zu St. An
drä im Lavantthale Kärnthens resldirte
und dem in dieser Provinz sechs, davon
vier ganz deutsche Decanate untergeben
waren, während die übrigen 48 deutschen
Decanate des Landes unter der Juris»
diction des Fürstbischofs von Gurk in
Klagenfurt standen. So fiel Steiermark
unter vier Bisthümei-, von denen zwei
die Residenz in anderen Kronländern
hatten und eines gar nicht besetzt war.
Die Bischöfe von Lavant und Seckau
hatten sprachlich getheilte Diöcesen; in
der einen waren die Slaven, in der an>
deren die Deutschen in unverhältnißmä.
ßiger Minderzahl. Das mehrte nun die
Schwierigkeiten für beide Oberhirt.n in
der Führung ihres Amtes, in der Wahl
der Priester. Dazu kam die Entlegenheit
desLavanter Stuhles in einem von allen
Hauptstraßen entfernten Gebirgsthal an
der äußersten nordwestlichen Grenze der
Diöcese. wodurch es für CleruS und Volk
gleich schwer wurde, mit ihren geistlichen
Angelegenheiten, wie es oft so nothwen.
dig ist, zum Bischöfe zu kommen; endlich
vermehrte die Beziehung dieses Letzteren
zu zwei politischen Lanoesstellen die ob- erwähnten Uebelstande. Seit Iahrzehen«
den ward eine angemessene Umlegung der
Diöcefan«Grenzen geplant. Aber kirch»
licherseits die strenge Wahrung altbe«
gründeter Rechtsverhältnisse ließ immer
nicht die rechten Wege und Mittel finden,
da sich bei Prüfung der verschiedenen An»
sprüche, die nicht verletzt werden durften,
die Schwierigkeiten nur steigerten. Und
so blieb eS immer nur beim guten Willen,
obgleich die Nothwendigkeit einer Aende-
rung sich immer dringender herausstellte.
Der damalige — seither verstorbene —
Salzburger Metropolit Maximilian vun
T. arnoczy und sein Bischof S lom 8 ek
nahmen nun die Sache in die Hand, ent-
schlossen, sie einem gedeihlichen Ende zu°
zuführen. Im Jahre 1833 wurden die
Verhandlungen wieder aufgenommen und
im Jahre 4839 zog S lo m 8 ek in feine
neue Kathedrale zu Marburg ein. Die
Umschreibung der betreffenden Bisthümer
war mit Genehmigung der höcbsten welt«
lichen und geistlichen Regierung durcbge-
führt worden. Seckau hat seitdem eine
rein deutsche Diöcese, die ehemaligen
Kreise Gratz, Brück und Iudenburg;
Gurk gebietet über ganz Kärnthcn mit
vorwiegend deutscher Bevölkerung; La«
vant endlich nahm die Residenz in Mar-
burg, gab seinen Karnthner Antheil auf,
erhielt dafür dieDecanate des Marburger
Kreises und hat mm eine bis auf einen
Theil der Marburgcr Siadtbevölkerung
ganz slovenische Diöcese in 24 Decanaten
mit 413.5500 Seelen und 300 Priestern,
gegen die frühere Zahl von 332,3<)(>Sec>
len mit 494 Priestern in 20 Decanaten.
So waren drei Vortheile: der der ein-
heitlichen Bevölkerung, der persönlichen
Naherbringung des Bischofs und der ein»
fächeren Beziehung zu nur einem Landeö-
Cheferreicht. Der Einzige, derdabei Opfer
brachte, war Slomäek, der in seiner
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon