Seite - 157 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Bild der Seite - 157 -
Text der Seite - 157 -
Slotminski, Constantin 457 iiiski) Constantin
von Kober verlegten Nationalbibliothek
e finden
HembsT'a ^l./osH ^o//.^, O^'iu^ rsäi a. lits
tu?^ äLäko-sIovsnäks, d. i. Geschichte der
öecho-slaoischen Sprache und Literatur (Wien
4868, 8" ) S. 288.
Slotwillski, Conftantin (polnischer
Schriftsteller, geb. zu Dabrowce
im Tarnower Kreise Galizien's am
30. Jänner 4793. ermordet am 2l. Fe-
bruar 1846). Ein Bruder deS berühm»
ten polnischen Rechtsgelehrten Fel ixS. ,
dessen Lebensgeschichte folgt. Die unteren
Schulen besuchte er in Tarnow, im Alter
von 13 Jahren bezog er die Krakauer
Hochschule, um Pbilofophie, und schon mit
17 Jahren die Rechtswissenschaften zu
hören. Im Jahre 1817 ergriff er mit
einem Male die militärische Laufbahn,
wurde Lieutenant in der polnischen Ar-
tillerie und etwa ein Jahr spater Ober«
lieutenant im Regiment der Fuß.Urtillerie
des Herzogthums Warschau. Im Feld-
zuge deS Jahres 1812, schwer verwundet,
nahm er im folgenden Jahre die Em>
laffung und kehrte in'ä Elternhaus nack
Galizien zurück. Im Jahre 18l6 trat
er bei dem Civilgericht in Tarnow in den
kaiseilichen Staatsdienst, kam dann spä>
ter mit Beförderung nach Lemberg. darauf
nach Wien, wurde im Jahre 1823 Kreis»
Commifsär in Iaslo und in der Folge in
Wadowice. Nach einiger Zeit gab er die
politische Laufbahn im Staatsdienste, die
er bisher eingeschlagen, auf und widmete
sich wissenschaftlichen Studien und Arbei»
ten. So wurde er im Jahre l83! zum
Director des Graf Ofso linski'schen
Institutes in Lemberg ernannt, dessen
den Absichten ihres Gründers entspre«
chende Förderung er sich sehr angelegen
ließ, indem er den Lesesaal eröffnete, einen
ordentlichen Katalog, eine Druckerei und
lithographische Anstalt anlegte. Im Jahre 1834, beschuldigt des Druckes und der
Verbreitung verbotener Bücher, würde er
in Haft genommen, in Untersuchung ge-
zogen und zur Kerkerstrafe verurtheilt,
welche er durch neun Iahre auf der Festung
Kufstein in Tirol verlebte. Nach übe»
standener Haft kehrte er zu seiner Familie
zurück, ließ sich in Globikow, einem klei-
nen Dorfe im Tarnower Kreise, seßhaft
nieder, wo er sich
ausschließlich mit wissen-
schaftlichen Arbeiten beschäftigte. Im
Bauernaufstände des Jahres 1846, als
das galizische Landvolk
sich gegen seine Be«
drücker, die Edelleute, die eS zur Revolu«
tion gegen die rechtmäßige Regierung ver»
leiten wollten, einmüthig erhob und jenes
grauenhafte Gemetzel deS Mordjahres
1846 begann, wurde auch Slotw iiiski
von den Bauern ermordet. Er wor
33 Jahre alt geworden. Seine Werke,
theils Original, theils Uebersehungen.
sind folgende: „O ^o/si?s, ^'s/ ci^ is^al?/«,
onF^u^i,'") d. i. Neber Polen, seine
Geschichte und Verfassung, zwei Theile
(Lemberg 1819 u. f.), eine Uebersetzuug
dcs Werkes: „PolensStaatSveränderung
und letzte Verfassung". von Franz Ios.
Iekel ; von Slotwinski berichtigt
und mit Zusätzen vermehrt; —
?'<?/i
) d. i. Ka«
techismuS der galizischen Unterthanen
über ihre Rechte und Pflichten im Hin-
blick auf ihren Gutsherrn, die Obrigkeit
und auf sich selbst (ebd. 1832); — „Sq-
Ztemlltischl Narötellnng der Nnterthlinsgrsche in
". 3 Bände (Brünn 1827, Traß»
ler, 8^.), ein in Beamtenkreisen noch heut
geschätztes Werk; —
^ z " , d. i. Enlwurf, Betrachtungen
über diesen Entwurf und neue Ideen zur
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon