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Slouka 160 Swwacki
gion und die Freiheit der übrigen Culte
sichern (ebd. 1833). S l o tw ii iski war,
wie dieß aus obiger Darstellung seines
Lebens und Schaffens erhellet, ein viel-
seitig unterrichteter Rechtsmaim und gilt
bei den Polen als einer der hervorragend«
sten Rechtsgelehrten ihrer Nation. Als
Schriftsteller ziemlich fruchtbar, hat er die
verschiedensten Disciplinen der Rechts'
und Staatswissenschaften, wie Natur»,
Staats« und Völkerrecht. Civil- und
Strafrecht. Kirchenrecht und Finanzwesen,
den Untersuchungen seines denkenden
Geistes umerzogen, die Gesetze seines Frei«
ftaatcs mit den Gesetzen anderer Staaten
verglichen und nicht bloS an den formel-
len Ausdruck des positiven Gesetzes sich
haltend, vielmehr als selbstständiger Den.
ker, als Philosoph, die Grundlagen der
Rechtswissenschaft seiner Prüfung unter-
zogen. Dabeiwar er in den mannigfach»
sten Sphären seines Faches als Lchrer,
Würdenträger der Universität, Gesetz«
geber des Staates, dem er zeitlebens an«
gehörte, und zu öfteren Malen als Ab-
geordneter des Iandtages in verdienst«
lichster Weise thätig. Mit seinem Dahin-
gange wurde der Verlust einer der Zierden
der Iagellonischen Hochschule betrauert.
Wiener Zeitung 1863, Nr, 61, vom lö. März.
Tlollkll, (Maler, geb. in
Mähren, Geburtsjahr unbekannt, gest.
zuProßnitz 1l. März 1868). Neber
seinen Lebens« und Bildungsgang fehlen
alle Nachrichten; als scin Tod bekannt
'gegeben wurde, hieß es in über ihn ver«
öffentlichten Mittheilungen daß er einer
der besten Maler Mährens gewesen sei,
viele Altargemalde gemalt habe und daß
der größte Theil der Bilder in der Proß«
nitzer Stadtkirche Werke seines Pinsels
seien. Am 11. März. indem er ver-
mißt wurde, fand man ihn, nachdem man die geschlossene Thüre gewaltsam gz.
sprengt, erhängt in seiner Wohnung.
Neber die Nrsache, welche ihn zu diesem
bedauerlichen Schritte der Selbsthilfe ge«
führt, fehlten bei Entdeckung der That
alle.Nachrichten, und es wurde angenom»
inen, er habe dieselbe in einem Anfalle
von Geistesverwirrung verübt.
Fremden - V la t t . Von Gustav Heine
(Wien. 4».) 1868. Nr. 73: „Bericht aus Proß.
nitz ääo. 12. März".
Etowacki, Eusebius (poln. Sch rist'
steller, geb. zuPodh 0 rce in Galizien
l3. December 1772. gest. am 24. Oo
tober 1814). Sohn adeliger Eltern, erhielt
er eine sorgfältige Erziehung. Auf der
Schule zu Krzemeniec, wohin cr zu wei-
terer Alisbildung geschickt worden, ent-
faltete er eine seltene Begabung, durch
welche er sich vor seinen Mitschülern vor.
theilhcift unterschied. Nach mehrjährigen
Studien, mit einem Male aller Mittel
beraubt, um dieselben fortzusetzen und au
irgend einer Hochschule die letzte Feile an
seine Ausbildung zu legen, gelang es ihm
durch seine Freunde in Warschau, die
Stelle eines königlichen GeometerS zu
erhalten. Bald darauf erfolgte aber die
dritte und letzte Theilung PolenS, durch
welche S. seinen Posten verlor und zu»
nächst genöthigt war, seinen ^ebensunter«
halt durch Vermessung einzelner Güter
volhynischer Edelleute zu verdienen. Abcr
seine schwächliche Gesundheit, vornehm-
lich aber ein durch diese Arbeit
sich stei«
gerndes Augenleiden nöthigten ihn, die
bisherige Beschäftigung aufzugeben, wor-
auf er sich dann dem Erzichungsfache
zuwendete. I n Folge dessen trat er bei
einem Eoelmanne als Erzieher in'S Haus.
Die ansehnliche, an classischen und sonst
vortrefflichen Werken aller Sprach-en und
Fächer reiche Bibliothek deS Edelmannes
erschloß dem jungen Erzieher eine neue
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon