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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 167 -
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Smetana. Augustin 167 ) Augnstin praktische Wirkungssphäre des Landgeist' lichen hatte sich S., wie einige Jahre zu» vor den geistlichen Beruf überhaupt mir den lockendsten Farben ausgemalt: Armenpflege, Aufklärung der Erwachse« nen in der Kirche. Unterricht den Kleinen in der Schule — dieß dünkten ihm die wichtigsten Aufgaben in seiner neuen Stellung. Als er bald eine genauere Einsicht in das, Innere seines Dienstes gewonnen und, nachdem ihn der Pfarrer ob seiner Aufklärungsversuche auf das ernsteste verwarnt, da waren die huma» nistischen Träume, welche seine Seele er» füllten, bald verwischt, seine Stellung als Landgeistlicher ihm bald verleidet und er über alle Maßen froh. als er in das „Präger Mutterhaus" zurückberufen wurde. Nun begann er sich für die Rigo« rosen des philosophischen DoctoratS vor» zubereiten und hatte kaum daS zweite abgelegt, als er abermals als Caplan nach Eger geschickt wurde. Ein Zerwürf» niß mit seinem Ordensvorstande war die Ursache dieser neuen Entfernung gewesen. Auch an seinem neuen Aufenthaltsorte sollte er bald in widrige Conflicte gera- then. Angriffe, wie sein Biograph im „Deutschen Museum" berichtet, die er sich von der Kanzel hei ab gegen das Missionswesen erlaubte, brachten alle Je- suiten und alten Weiber der Gemeinde gegen ihn auf. Es kam zu Klagen, Ein- schüchterungSadrefsen, anonymen Dro- hungen. Gegenprotesten u. s. w. Aus all diesem Wirrsal. in welches ihn der Versuch praktisch vernünftiger Thätigkeit gebracht, riß ihn die auf sein dringendes Ersuchen erfolgte Rückberufung nach Prag. Dort verwaltete er — der philo. sophische Denker und Zweifler — zunächst das Amt eines KlosterkellermeifteiS, das ihm doch Zeit genug übrig ließ. sein philosophisches Doctor-Examen abzu> legen, und so wurde er denn am 4. August 4841 zum Doctor pcomovirt. Zu Anfang des I . !842 gelang es seinem unaufhör- lichen Drangen und semm Vorstellungen, daß ihm die Ndjunttenstelle der philoso. phischen Lehrkanzel an der Prager Hoch« schule verliehen wurde. Vier Jahre hin> durch versah S. an des Professors Exner ^Bd. IV, S. 413) Seite diese Stelle; als nun im Jahre 1843 Exn er zur Ausarbeitung und Berathung des neuen in Angriff genommenen Studien- planes nach Wien berufen wurde, trug S. an dessen Stelle in den Jahren 4846 und 1847 Philosophie in seinem Geiste, so weit ihm dieß in den damaligen Ver« hältnifsen möglich war. vor. Ueber die Art und Weise seines philosophischen Standpunctes bemerkt nun Dr. A. Spr inger , daß S. in der Einsamkeit der Seelsorge in der philosophischen Ge> lehrsamkeit noch weit zurück, von dem wissenschaftlichen Treiben der Gegenwart nur dunkel unterrichtet, die Gnindzüge seiner philosophischen Anschauung fest- gestellt, und noch ehe er die modernen Gedankensysteme kannte, sein eigenes in den allgemeinsten Umrissen entworfen und vollendet hatte. Gegenüber den g e> machten Lehren unserer philosophischen »igonen „konnte er auf daS Urwüchsige, Ursprüngliche seiner Ansichten pochen, aber freilich hatte sich auch durch diese Genesis eine Dunkelheit in der Form, ein rhapsodisches Element in sein System eingeschlichen, von welchem er eS später nimmermehr zu reinigen vermochte. ^Nun aber sind die„ g e m achte n" Zehren unserer pyilosovhischen Epigonen oft auch nicht lichter als die urwüchsigen, ursprüng» lichen Smetana'S.^j Auf einer Reise, welche S. bereits im Herbste 1843 nach Norodeutschlünd unternommen Hütte, war er mit den hervorragendsten Mannern sei»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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