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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 174 -
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Seite - 174 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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Smetana, Friedrich 174 ) Friedrich und nun Kenntniß bekam, wie die Dinge standen, nahm er feinen Sohn mit sich uuf's Land. schrieb an seinen oberwähn» ten Bruder Joseph Franz. Professor in Pilsen, und bat ihn, daß sein Sohn unter dessen Aufsicht die Studien fort- setze, und so trat dieser von neuem in das Gymnasium. Damit aber seine musika« lischen Passionen keinerlei Nahrung fan- den, wurde er im Kloster beim Lehrer der dortigen Hauptschule in Kost und Woh- nung untergebracht. Aber seine freie Zeit verbrachte er doch mit Musik, und in den Familien, welche er besuchte und die ihn oft genug einluden, war er mit seinen selbstcomponirten Polka's, Quadrillen und anderen Kompositionen ein stets will« kommener Gast. In dieser Zeit traf er in Pilsen mit Katharina Kolar zusam» inen, die er noch aus seinem Vaterhaufe kannte, und die, eine tüchtige Clavier» spielerin, anSmetana, ungeachtet sie sein musikalisches Talent nicht in Abrede stellen konnte, doch den völligen Abgang solider theoretischer Kenntnisse gewahr wurde, und ihm rieth, sich bei Proksch vollkommen auszubilden. Auf diese Weise aufmerksam gemacht, eröffnete S. seinem Onkel seine ausgesprochene Neigung zur Musik, und bat ihn, seinen Vater zu be» stimmen, daß er ihm die Fortsetzung der Studien, für die er keinen Sinn habe, erlasse, und ihm gestatte, sich vollends der Musik zu widmen und in derselben sich ordentlich auszubilden. Den Vorstellun» gen des Oheims gelang es endlich durch» zubringen, Friedrich kam 1843 nach Prag und dort wurde Proksch j^Band XXIV, S. 8^ j sein Lehrer. Der Director des Konservatoriums in Prag, I.F. K i t t l sBd. XI , S. 340), gab S. eine Empfeh- lung an Leopold Grafen Thun, in dessen Hause er nun Musiklehrer wurde. Im Jahre 1846 lernte S. den berühmten Robert Schumann und seine Gattin Clara Wiek, welche beide damals in Prag Concerte gaben, kennen, und beide, namentlich Schumann, blieben nicht ohne Einfluß auf S.'s künstlerische Ent- Wicklung. S chum ann empfahl S. vor allem das sorgfältige Studium Sebastian Bach's und dann jenes Beethoven's, vornehmlich seiner Sonaten. Alsdann rieth er ihm, auf ein Jahr nach Leipzig zu gehen und dort unter Mendels- sohn's Anleitung seine Studien zu been- den. Letzteren Rath zu befolgen, gestat- teten S. seine Mittel nicht. Hingegen studirte er cuif das fleißigste die Werke Bach's. Auf den Rath seiner Freunde errichtete er dann nach dem Muster seines Lehrers Proksch im October 1848 in Prag eine Musikschule. Die Nachwehen der politischen Bewegung dieses Jahres ließen wohl wenig Zuspruch erwarten, doch wider alles Vermuthen steigerte sich der Besuch des Institutes in solcber Weise, daß S., seiner längst gehegten Neigung folgend, Katharina Kolar als Gattin heimführte, welche, selbst eine musikalische Künstlerin, ihn nun in der Aufgabe seiner Musikschule werkthätig unterstützte. Die Bekanntschaft Mit Dreyschock und bald darauf mit Liözt, welchen beiden S. je eines seiner Werke widmete, wirkte in ermunternder Weise auf sein sich immer entschiedener und erfolgreicher entfalten- des Talent. Sein Name wmde immer bekannter und allwöchentlich spielte S. vor Sr. Majestät dem in Prag lebenden Kaiser Ferdinand. Im Jahre 1830 und dem folgenden organifirte S. Unter« Haltungen für Kammermusik, zu welchen er seine Zöglinge Ne'mec, Kra l und Trag, später König löwe, Paulus und Goltermann zuzog, und welche sich eines entschiedenen Erfolges erfreu- ten. Als im September 4836 Liszt
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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