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Smitmer Smitmer
lieblichen Kindheit in eine traurige spätere
Zeit und über verlorenes Friedensglück
klagt. Selbststandi^ hat sie ein (erstes und
einziges) Bändchen „Erzählungen" (Brunn
1824. gr. 8«.) herausgegeben, welches zwei
Erzählungen: „Die Fremde" und „Die Ro-
sen" enthält. In den Vierziger-Jahren lebte
die Dame noch in, Wien. ^Naßmann
(Friedrich), Pantheon deutscher jetzt lebender
Dichter u. s. w. (Helmstädt 1828, Flrckcisen.
s«.) S. 348. - Schindel (Karl Wilhelm
Otto August), Tie deutschen Schriftsteller!,
nen drs neunzehnten Jahrhunderts (Leipzig,
l«25. Brockhaus, gr N<>.) Bd. I I , S. 3l7,)
Elllitmer. Franz Paul Edler von
(Domherr des Wiener Metropolitan.
Capitels, geb. zu Wien im Jahre 1740.
gest. ebenda 4. October 1796). Aus
einer alten Wiener Patricierfcimilie. auS
welcher schon im Jahre 1719 der kaiser»
liche Hofgoldalbeiter und Juwelier
Pau l S. geadelt. 1740 der k. k. Hof-
und Kammerjuwelier Franz Michael
von S. mit seinem Bruder Michael
Joseph von S. mit dem Ehrenworte
Edler von begnadet und im nämlichen
Jahre die Brüder Michael, Franz
und Jacob in den Ritterstand erhoben
worden sind, Franz Pau l , nachdem
er im Elternhause eine sorgfältige Er«
ziehung genossen, wählte nach beende»
ten Vorbereitungsstudien den geistlichen
Stand und trat 1760 in den Malteser-
Orden. Er wurde in der Folge Comlhur
desselben und Domherr des Wiener Me-
tropolitan.CapitelS. Mit vorzüglichem
Eifer studixte und forschte er in der Ge-
schichte der geistlichen Orden und vor»
nehmlich in jener des Malteserordens,
dem er selbst angehörte. Er sammelte
nach dieser Richtung geschriebene und ge«
druckte Urkunden über dcn Orden, welche
sich in seinem Nachlasse vorfanden. Außcr«
dcm richtete er sein Augenmerk auf Sie»
gel. Im Jahre 1772 gelangte Smit«
mer in den Besitz einer alten und be« rühmten Siegelsammlung. welche ur»
sprünglich von dem gelehrten Paduaner
Sartorio 12 r s a to angelegt worden war.
Nach U r sa t o's 1678 erfolgtem Tode er-
warb diese Siegelsammlllng der damalige
holländische Gesandte zu Venedig, Herr
von Stryker , von dem sie an einen
Nürnberger Kaufmann NamenS Geyfel
kam. Der Historiograph Glafey er>
heirathrte sie und setzte sie sort und auS
Olafey'S Besitz wanderte sie in jenen
Smi tme r's, der sie nicht nur mit neuen
Erwerbungen bereicherte, sondern dazu
verschiedene Commentare schrieb und sie
durch Register besonders nutzbar machte.
Nach Smitmer's Tode wechselte
sie noch
wiederholt den Besitzer in den Personen
eines WirthschaftSdirectors Ko watsch
und des geheimen Cabinejs'Officiälen
Löschner. von dessen Witwe sie durch
Kauf in den Besitz des k. k. Haus«, Hof.
und Staatsarchivs überging. Smi tmer
hatte die Sammlung auf 9000 Stücke
gebracht und sie wurde bei seinem Ab«
leben als einzig in ihrer Art bezeichnet.
Im Druck erschien von Smi tmer nach
dessen Tode nur eine „Literatur der geist«
lichen und weltlichen Militär« und Ritter«
Orden überhaupt, sowie desIohannitcr«
und Malteserordens und seine Besitzungen
insbesondere" (Sulzbach 1802, V.Seidel,
8".). Bei Smi tmer bildete sich einer
der besten alteren Wiener Antiquare
und Buchhändler, Franz Ha selmayer,
heran. Er war sein Bedienter gewesen
und ist hinten auf dem Wagen aufgestan«
den. wenn der Prälat ausfuhr. Als die»
ser H ase!l m aye r'ü Büchcrliebe bemerkte,
nahm er sich dcs lernbegierigen Dieners
an, förderte ihn in seiner Neigung, ver«
schaffte ihm eine Nuchhandlungsbefugniß,
miethete ihm ein Gewölblein und unter«
stützte chn auf das beste. AuS diesen
Ansangen entwickelte sich in der Folge
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon