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Smola, Karl 194 Smole
thunlichste Eile. Am 23. zogen auch die
kaiserlichen Truppen in Ndine ein. Aber
dieser Zeitverlust, die mit den VerHand
lungen verbundene Aufregung. hatten
Smola's Wunde und seinen Zustand
derart verschlimmert, daß er, sollte sein
Leben gerettet werden, was übrigens auch
noch nicht gesichert war, statt unterhalb
des Kniees, am Oberschenkel amputirt
werden mußte. Die Amputation gelang
glücklicherweise; und noch vor seiner Hei-
lung wurde S. am 16. Juli 1848 als
Oberst in den Ruhestand versetzt. Aber
diese moralische Kraft, diese äußerste To-
desverachtung S.'s, welcher nach den er-
schütternden Eindrücken von außen, als
er während jeneS Kartätschenhagels hilf-
los unter dem Stadtthore lag und bei den
größten schmerzlichsten Leiden an der
Pforte des Todes seiner Soldatenpflicht
und seines Menschlichkeitsgefühls einge»
denk, um das Leben Tausender zu retten,
sich selbst vergaß und mit einem an-des
Mutius Scavola's That mahnenden
Heroismus die übernommene Aufgabe
löste: dieß alles fand im Heere gerechte
Bewunderung und mit Einhelligkeit der
Stimmen wurde dem Helden in der
133. Promotion (vom 29. Juli 1849)
das Rittelkreuz des Maria Theresien-
Ordens zuerkannt. Es wurde bereits oben
der schriftstellerischen Thätigkeit S.'s Er«
wahnung gethan. Hier folgen nähere
Andeutungen. Seit seiner Uebersehung
in den General'Quartiermeifterstab im
Jahre 1833 fand L. durch i:> Jahre bis
1848 vielfache Verwendung theils bei
den größeren Truppenübungen in fünf
verschiedenen General-Commauden, theils
bei der militärischen Landesbeschreibung,
bü der statistischen und bei der knegsge-
chichtlichen Abtheilung. Von seinen
Arbeiten sind im Druck ei schienen: Das
„Handbuch tiir k. k. üZleri'lichiöche Artillerie- Gkiiciere. Mit Vrnntznng der liinterlllZZeuea
Schritten be5 Jasepl) Fceiherrn lian Finala".
Zweite verm. Auflage (Wien 1839. mit
10 Kupfertafeln, gr. 12°.); — „Teden
be5 FelülnarZchallz Prinzen Friedrich Fran^
Xaver lilin Hohenzollern-Hrchingen" (Wien
1843, Schaumburg k 07, gr. 8o.>;
— „Nll3 Veüen t>e5 Felilinarschalls Heinrich
Graten uon Nellegarüe" (Wien 1847.
Heubner, gr. 8<>.). Eine Geschichte des
Feldzüges vom Jahre 1803 in lichtvoller
Darstellung der damaligen betrübenden
Schicksale unseres sonst so tapferen Hee<
res befindet sich in Handschrift aufbe-
wahrt im Archiv des k. k. Kriegsmini-
steriums.
Soldatenfreund (Wien, 4«) 1830. S. 43ö-
„Ehrenhülle IX." Von Stk. (Strak). —
Cours« B latt der Gratzer Zeitung (kl. Fol.)
1852. Nr, 41: „General'Major Karl Freiherr
von Smola". — Hir tenfeld (I ,). Der
Militnr>Maria Theresien.Ordcn unc> seine Mit<
gliedcr (Wien 18^>7, Staatsdruckerei, kl, 4°.,
S. 14U6 und 17l>2. — Oest erreich ischer
Vti l i tä r' K a le nd e r. Herausgegeben uun
Hirten feld (Wien, 8") Jahrgang 16UA.
S. 223. — Mi l i tär«Zei tung. Heraus-
gegeben uon Hirten feld (Wien, 4".) lbill^,
S. N?.
, Andreas (sloven. Schrift ,
steller, Geburtsjahr unbekannt, ge>
storben 20. November 1840). Schon
Joseph Paul äafa^ik in seiner von I i
re^ek herausgegebenen „Geschichte der
südslavischen Literatur" gedenkt A.
le's als eines fleißigen Sammlers
scher Volkslieder, womit es bei der Eigen-
thümlichkeit des vorliegenden Material
sein besonderes Bcwandtniß hat. Die
Zahl der krainischen Volkslieder ist. ent-
gegen jenen der ihnen verwandten übrigen
slavischen Volks stamme, verhältnißmaßig
gering. Das beste von den histori sch e n
hat Anastasius Grün musterhaft über»
setzt. Was sonst sich noch als historisches
Volkslied geberdet — aber in dasselbe
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon