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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 212 -
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Seite - 212 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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Sniadecki 212 Sniadecki Sein Vater Andreas, selbst ein sehr unterrichteter Mann, welcher die höheren Studien beendet hatte und die Wissen- schuften liebte, wollte, daß auch seine Söhne eine tüchtige Bildung erhielten und schickte seinen erst neunjährigen Sohn Johann in oaS Collegium 3u braiiski nach Posen, wo dieser durch sieben Jahre verblieb, zugleich aber auch am Collegium der Jesuiten die Vorträge über Physik des Jesuiten Roga l insk i hörte. Im August 4772 ging Johann S. nach Krakau, erhielt dort einen Platz m der Bursa und erlangte noch im Oc> tober d. I . das Baccalaureat der Philo sophie. Nun hörte er durch zwei Jahre noch die Vorträge aus der Physik und Mathematik. Darauf wurde er Doctor der Philosophie und begann an der Krakauer Hochschule Vortrage aus der Algebra, einem damals an der Iagello« uischen Universität noch wenig gekannten Wissenschaftszweig, zu halten. Als Kol« lonta j sBd. X I I /S . 363) im Jahre 1780 die Reorganisation der Krakauer Hochschule durchgeführt hatte, wurde S. zum Professor der Statik, Hydraulik und Logik, ferner zum Professor der politischen Oekonomie am Nowodworskischen, im 1.1617 gegründeten Gymnasium inKra- kau ernannt. Ko l lonta j munterte nun S. auch zu einer wissenschaftlichen Reise in's Ausland auf, wozu ihm die Mittel aus dem Vermögender Hochschule ange- wiesen wurden. So besuchte S. 1773 Deutschland, Holland und Frankreich. Auf dieser Reise verweilte er längere Zeit in Göttingen, hörte dort Vortrage über Astronomie, trieb aber nebenbei Kriegs, baukunst, deutsche Sprache und Literatur. Ueberangestrengtes Studiren hatte seine Gesundheit angegriffen. S. verließ nun- mehr auf Rath des Arztes Göttingen und sehte seine Reisen weiter fort. Im Jahre 1779 kam er nach Leiden, nahm dort seinen bleibenden Wohnsitz und machte von da auS Reisen im Lande nach allen Richtungen. Diese kleinen Ausflüge hatten ihn wesentlich gekräftigt, auch war er daselbst vielfach mit Mannern der Wissenschaft in Verbindung getreten. Zu Anbeginn des Jahres 1780 reiste er nach PariS, wo er astronomische Beob- achtungen anstellte, Chemie, Mineralogie und französische Literatur studirte und mit den hervorragendsten Gelehrten ver- kehrte. Bald wurde der Name deS ge« lehrten Polen in den wissenschaftlichen Kreisen von Paris genannt und bekannt; aber auch seine eigenen Iandsleute wur- den jetzt erst recht auf ihn aufmerksam, Gregor P i ramowicz , Secretär der Unterrichtscommission, suchte S. in Paris auf und empfahl ihn auf das wärmste der obersten Schulbehörde seines Vater- landes. Die Folge davon war, daß die Commission anordnete, an Sniadecki 300 Ducaten als Beitrag zu den Reise, kosten auszuzahlen und daß sie ihm über« dieß die Lehrkanzel der höheren Mathe- matik an der Krakauer Hochschule mit dem IahreSgehalte von 6000 st. poln. verlieh, jedoch von ihm verlangte, daß er schon mit dem beginnenden Schuljahre seine Vorträge eröffne. Obgleich ihm nun zur nämlichen Zeit durch Vermitt- lung d'Alembert'S der Antrag einer Anstellung als Astronom an der Madrider Sternwarte mit jährlichen 1000 Ducaten Gehalt und nach zehnjährigen Diensten einer Remuneration von 6000 Ducaten gemacht worden, stand S. doch keinen Augenblick an, die viel maßigeren An» träge seiner Heimat anzunehmen, um derselben seine Dienste widmen zu kön- nen. Gegen Ende des Jahres 1781 be« gann er an der Krakauer Hochschule seine Vorträge aus der Mathematik und schon
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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