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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 213 -
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Seite - 213 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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Snilldecki 243 Sniadecki im folgenden Jahre jene aus der Astro. nomie. Außerdem war er noch als Se« cretar Kol lontaj 's thatig, war Mit- glied des obersten Erziehungsrathes, Visi. tator und hatte noch das Organisations» Statut der Provinzialschulen auSzuarbei» ten. Ueber seinen Antrag erfolgte der Bau eines Observatoriums und um die» sen allen Anforderungen der Wissenschaft entsprechend auszuführen, reiste er 1787 nach England, blieb dort über ein halbes Jahr, machte fich daselbst mit allen astro- nomischen Einrichtungen bekannt, wie er deßgleichen dieselben in Frankreich und Deutschland studirte. Nach seiner Rück» kehr nach Krakau widmete er sich aus< schließlich seinem astronomischen Obser» vatorium, dessen Einrichtungen und Ar« beiten in den in Wien in lateinischer Sprache herausgegebenen Ephemeriden (1798 bis 1803) und in Zach's monat- licher Korrespondenz (1802) beschrieben und abgedruckt sind. Aus »diesen seinen Arbeiten wurde er aber in Folge der po- litischen Wirren und Veränderungen sei« nes Vaterlandes gerissen, da er von der Universität den Auftrag erhielt, nach Warschau und Grodno fich zu verfügen und daselbst für die Wahrung der In- terefsen derselben und die Erhaltung des ErziehungsfondeS zu wachen und einzu- stehen. Und in der That verdankt in jenen verhängnißvollen Tagen die Krakauer Hochschule Sniadecki 's energischem Einschreiten ihre Erhaltung, und diese Wirksamkeit in der genannten Zeit bildet auch eine der schönsten Epochen in S.'s Leben. Die dankbare Hochschule, sein ein» flußreiches und so gedeihliches Wirken anerkennend, erwählte ihn auch, um ihm ein Zeichen ihrer Dankbarkeit zu geben, zum Präsidenten des naturwissenschast« lichen CollegiumS, einer ebenso ehren» vollen als wichtigen Stelle. Seine Thätig» keit auf dem Landtage zu Grodno im Jahre 1793, auf welchem er, unbeküm- mert um die Gegner, die Interessen der allgemeinen Wohlfahrt auf das entschie« dendste vertrat, gewannen ihm ebenso die Zuneigung des Königs S t anis laus August, wie die Achtung vieler damals hochgestellter und einfiußreicher Männer. Die politischen Wirren, welche im Jahre 1793 in Polen Statt hatten, nöthigten ihn. seine Zuflucht auf österreichischem Gebiete zu suchen und S. verweilte län» gere Zeit in Galizien, wo er ausschließlich seinen Studien lebte. Als im Jahre 1801 in Warschau die Gesellschaft der Wissenschaftssreunde sich gestaltet hatte, war S. eines der ersten in dieselbe ge« wählten Mitglieder. Im folgenden Jahre entband die österreichische Regierung S. über sein Verlangen von allen seinen Verpflichtungen an der Krakauer Univer- sität und er trat als Emeritus mit einer entsprechenden Pension aus dem Dienste. Nun unternahm er in den nächsten zwei Jahren Reisen, auf welchen er die vor» züglichsten Sternwarten in ItalienHrank« reich und Deutschland besuchte und nach seiner Rückkehr die Abfickt hatte, in Krakau sich niederzulassen und sich zu eigenen Zwecken mit astronomischen Beob« achtungen zu beschäftigen. Aber Czacki und Ko l lon ta j bewogen ihn, sein Vor« haben aufzugeben und die Stelle eines Astronomen an der Sternwarte in Wilna anzunehmen. So verließ denn S. nach 27jähriger Thätigkeit, in dem ihm zur zweiten Heimat gewordenen Kcakau, diese Stadt. Bald nach seiner Ankunft in Wilna erwählte ihn die Hochschule zum Rector. welche Würde er von 1807 bis 1814 bekleidete. Im Jahre 1814 legte er das Rectorat nieder und blieb weiters nur mehr als Astronom und Mitglied der lithauischen Erziehungs-Commission
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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