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Sniadecki 213 Sniadecki
c1" und beson
ders (Warschau 1812. 8«.); — , , ^ o
a"^ d. i. Das wissenschaftliche und
öffentliche Leben deS Martin Poczobut
(Wilna 4810); — „^/eoo5 ^. Sana-
cio n sHz'sFo") d. i. Das Leben Zawa-
dowski's (Wilna 1814); — „^/ei>ol:
^67-aeHiI?^F o?l a /^o ^ ata^ia", d. i.
Literarisches Leben Hugo Kol lonta j 's
(ebd. 1814); — „^z/^o^oms^'a H^isita,^
ct^tt^z/SI)^ ^^o^o^tt", d. i. Spha»
rische Trigonometrie, analytisch durchge»
fĂĽhrt (Wilna 1817. 8".); in zweiter ver-
mehrter Ausgabe (ebd. 1820. 8".) ; das
erste Werk ĂĽber diesen Gegenstand in
polnischer Sprache; eine deutsche Ueber»
setzung desselben nach der zweiten Auf.
läge veranstaltete Professor L. Feldt
unter dem Titel: „Sphärische Trigono«
metrie in analytischer Darstellung, mit
Anwendung auf die Ausmessung der Erde
und auf die sphärische Astronomie" (Leip»
zig 1828. mit 2 Steintafeln und 36 Ta-
bellen, gr. 8".); — ),0 ?'<2<?Hnnck« ^F^n^
d. i. Von der Rechnung der Lose sWilna
1817). Gesammelt erschienen seineSchrif.
ten unter dem Titel: „/Vsnla ^o^nc^l'is"
zum ersten Male in zwei Bänden (Wilna
1814); in zweiter vermehrter Auflage in
vierBänden (ebd. 1818—1824), und nach
seinem Tode in dritter Auflage in sieben
Bänden (Warschau 1837—1839). I n den
Denkschriften der kaiserlichen Akademie der
Wissenschaften ;n St. Petersburg befin-
den sich im zweiten, vierten, siebenten
und neunten Bande seine astronomischen
Beobachtungen auf der Sternwarte in
Wilna aus den Jahren 1817—1821,
und scine übrigen astronomischen Beob«
achtungen enthalten Zach's monatliche
Korrespondenz im fĂĽnften, sechsten und
neunten Bande, und Bode's JahrbĂĽcher
1809—1826. Sniadecki 's Wirksam- keir greift tief ein in die wissenschaftliche
Entwicklung Polens. Was er in Krakau.
dann später in Wilna geleistet, gibt ihm
ein Anrecht auf bleibende Erinnerung in
der Culturgeschichte seines Vaterlandes.
Hatte er schon in Krakau seinen Namen
mit dem Gedeihen und dem Fortschritte
der Jahrhunderte alten Iagellonischen
Hochschule eng verknĂĽpft, steht, was die
Reformen und den Fortgang des Schul»
wesens in dem einstigen Freistaat betrifft,
Sn iad ecky's Name obenan, so wurde
er nach seinem Abgänge von Krakau nach
Wilna ebenso einfluĂźreich fĂĽr letztere
Stadt: er ordnete dort die Stiftnngen
der Hochschule, legte den botanischen
Garten an, baute ein stattliches chemi«
sches Laboratorium, fĂĽhrte Ordnung und
Disciplin ein, vervollständigte die Lehr»
stuhle der Hochschule und besetzte sie mit
tüchtigen Männern der Wissenschaft, wo-
durch er Leben und Gedeihen in die
Hockschule brachte. Was ihn selbst be-
trifft, so vertiefte er sich, nachdem er jähre«
lang praktisch im Lehramte gewirkt, in
philosophische Forschungen. Seine Aibei«
ten nach dieser Richtung sind im vierten
Bande seiner in der zweiten Auflage auS»
gegebenen „^iglnei. roxmaits" niederge»
legt. Sie führen den Titel: „^ilosolja.
uin^ztu Wä2lci6o-o«, d. i. Philosophie
des menschlichen Denkens. L. stellt sich
darin als offener, aber entschiedener Geg-
ner Kant's und als Anhänger der schot«
tischen Sämle dar, welche in Re id und
Dugald Stewar t ihre Vertreter hat
und deren System Sniadecki . der
Erste, den Polen bekannt gemacht hat.
— Sein Bruder Andreas (geb. zu Znin
30. November 1768. gest. zu Wilna
N.Mai 1838) ist ein berĂĽhmter Arzt,
Physiolog und polnischer Fachschriftsteller,
der wohl seine wissenschaftliche Ausbil»
dĂĽng in Krakau, spater an den Hoch-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon