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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 219 -
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Seite - 219 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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Soave, Franz 219 Saave, Franz Umständen ein treffliches Jugendbuch, das jeder Vater seinem Sohne, jede Mutter ihrer Tochter ohne Sorge in die Hand geben kann — ein Vorzug, der vielen, ja sehr vielen Iugendschriften der Gegen- wart leider nicht eingeräumt werden kann. Neben dieser Arbeit blieb aber S. auch sonst nicht unthätig; so übersetzte er die Odyssee und den Froschmäusekrieg, die Gedichte Hesiod's, die Idyllen Ges« n er's, dessen Brief über Landschaftmale» rei, das Gedicht vonJoung über die Macht des Glaubens, in dessen zweiter Auflage er dcm Original so nahe zu kom- men suchte, daß die Uebersetzung sogar in der Zeilenmenge mit dem Original übereinstimmt. Die Vorzeichen der Re» Volution waren bereits fühlbar geworden. Die Fürsten, so sehr sie die Philosophen verschmähten, gelangten zuletzt doch durch die Schriften der Philosophen zur Ueber» zeugung, daß es mit der Unwissenheit, in welcher man bis dahin die Völker zu er« halten bemüht gewesen, langer nicht gehe und das bisherige System doch zu keinem guten Ende führen könne. Der Schaden, der daraus entsprang, traf nicht bloS die Regierten, sondern nicht wenige:-empfind- lich auch die Regierer und es galt nun Anstalten dagegen zu treffen. Man be« schloß demnach zunächst für einen ent« sprechenden Unterricht der Massen zu sor- gen und so entstanden m Ober>Italien die Primärschulen. Zur Organifirung der- selben und zur Verfassung der nöthigen Lehrbücher wählte die kaiserliche Regie« rung unseren Soave, welcher zu diesem Ende eine Reise nach Tirol unternahm, wo zu jener Zeit bereits solche Schulen bestanden, deren Zustand und Einrichtung er an Ort und Stelle kennen lernen und untersuchen sollte. Soave war von seiner Tiroler Reise zurückgekehrt und schrieb nun seine Elementar-Unterrichts« Bücher über das Schönschreiben, das Lesen, eine Sittenlehre, ein Rechenbuch u. m. a. Im Jahre 1789 wollte er mit Venin i und Amoret t i die Herbst« Monate in Frankreich verleben und sie waren bereits in Chambery angekommen, als in Paris die Revolution ausgebrochen war. Die Zustände in der Seinestadt hatten alsbald einen solchen Charakter angenommen, daß sie die Fortsetzung ihrer Reise unterbrachen. Sie kehrten demnach zurück, und als sie in Mai» land ankamen, fanden sie die Regierung in nicht geringer Bestürzung über den Augbruch der französischen Revolution. Um einer allfälligen Bewegung im Lande selbst vorzubeugen, hielt die kaiserliche Negierung für angemessen, rechtzeitig die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen. Es galt zunächst die aufgeregten Gemüther zu beruhigen und eine Darstellung der Ereignisse und ihrer Folgen in Frankreich zu geben. Mit der Ausführung dieser Arbeit wurde Soave von der Regierung betraut, und so entstand die Schrift: „1^s?'H z'cistt «Hs^a T'l'Vo^sz'ons Hi F>an<?«'H", die er jedoch nicht mit seinem Namen, sondern in der Gracissrung desselben Woe Oors- Lia.no, was so viel bedeutet, wieSoave Luganese herausgab. Aber diese Schrift war, wie noch andere gegen die Bewegung getroffenen Vorkehrungen nicht imStande, dieselbe einzudämmen, umsoroeniger als die Revalutionsmänner in Frankreich selbst ihr Augenmerk auf Italien richteten. Sie brachen 1796 in das Land ein und verwandelten es in die Cisalpinische Re> publik. Soave. der es nicht gerathen hielt, im Lande zu bleiben, suchte in der Fremde eine Zuflucht und blieb in der- selben, bis ihn Fürst d'A n gr i einlud, die Erziehung feines einzigen Sohnes ia Neapel zu übernehmen. Aber auch da wurde er in kurzer Zeit bedroht, als die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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