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Zobels Rudolph 221 Sobek, (Genealogie)
bleiben nicht nur ein höchst verdienstliches
Werk, sondern lösen neben anderen Schrif-
ten, welche die Lücken desselben ergänzen,
noch immer ihre Aufgabe und werden
neben denMeisterarbeiten eines Christoph
Schmidt, Ho ff mann und Nieritz
ihre ehrenvolle Stelle behaupten.
soavs (Oomo 1812, 4«.). — Havl'o?t' i^?
(AMa.no 1806, 8».). — NioZiuni I'. Laavs
(?aviH 1806, 8".). — Vita äi ?. Foavo
1813, 12«.).
Sobek, Rudolph Hraf Musik,
freund, Geburtsort und Jahr. Sterbe«
ort und Jahr unbekannt). 3ebte im
18. Jahrhundert. Gerber und Ga ß-
ner m ihren Musiklexikons führen ihn
als Sobek Grafen zu Koschentin in
Oberschlefien an, ohne jedoch seinen
Taufnamen anzugeben. Hingegen
führt ihn d'Elvert mit bestimmter An.
gabc des Taufnamens, als Rudolph
Sobek, Reichsgrafen zu Koschentin und
Kornitz in Oberschlefien an. Allem An«
scheine nach ist dieser Rudolph ein
Sohn des Kar l Heinrich ersten Gra«
fen Sobek von Kornitz und ein Bru»
der Helenens ^Qu. 10^ und des Gra>
fen Felix ^Qu. 11). Graf Rudolph
wird als vortrefflicher MusicuS und gro-
ßer Musikfreund geschildert, der sich für
seine Kunst fast ganz aufgeopfert hat.
Schon zur Zeit des siebenjährigen Krie-
geS blühte sein Ruf als vorzüglicher So»
pransänger, so daß Gaßner von ihm
schreibt: „vermittelst der Fistel konnte er
mit jedem Kastraten wetteifern". König
Friedrich II.. der von des Grafen auS«
gezeichneter. Gesangsfertigkeit gehört
hatte, wollte sich nun persönlich davon
überzeugen und lud den Grafen nach
Potsdam ein. Im Jahre 1778 errichtete
der Graf auf seinen Gütern ein Theater, auf welchem große Opern, Ballette und
Schauspiele gegeben wurden. Diese Dar-
stellungen wurden durch die Geschicklich-
keit der Mitwirkenden so berühmt, und
die graflicke Capelle besaß einen so be-
deutenden Ruf, daß die ausgezeichnetsten
Virtuosen der damaligen Zeit nach Ko-
schentin reisten, theils um diese vielge«
rühmten Vorstellungen mit eigenen Augen
zu schauen, theils um selbst mitzuwirken.
Die Leitung deS Ganzen besorgte der
Graf, der selbst ein vollendeter Musicus
war, in Person. Diese Liebhaberei hatte
ihn aber um den größten Theil seines
Vermögens gebracht, so daß er im Jahre
1783, nicht im Stande mehr, die großen
Unterhaltungskosten seiner Musikliebhabe-
rei zu bestreiten, das ganze Institut auf-
lösen mußte. Nun trieb er wohl noch
ferner seine musikalische Iiebhaberei zu
seinem Privatvergnügen fort und ver»
wendete alles, was ihm etwa noch zu
Gebote stand, darauf, bis er in seinen
Vermögensverhaltniffen gänzlich herun»
ter gekommen war. Keine der Quellen,
die über ihn berichten, und selbst d'Elvert
nicht, der noch das meiste von ihm zu
sagen weiß, sind über seine letzten Lebens«
schicksale näher unterrichtet.
Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-
biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leip-
zig l8l2 . gr. 8«.), Bd. IV , Sp. 214. —
Gaßner (F. S. Dr.). Nnioersal«Lerilon
der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem
Bande (Stuttgart 1849. Frz. Köhler. Iex..8<>.)
S. 788. — d'Eloert (Christian Ritter), Ge.
schichte der Musik in Mähren und Oester»
reichisch'Schlesien (Brünn l873, gr. 8".) in
den Beilagen S. 17?.
Zur Genealogie ver Grafen und Freiherren So-
bek van Kornitz. Es ist ein uraltes schlesi»
sches Geschlecht, welches seinen Ursprung
von den russischen Herzogen herleitet. Eö
führte von Alters her den Grafeniitel. nannte
sich aber bloS Grafen von Kornitz und
fügte erst im 14. Jahrhundert den Namen.
Sobke oder Sobek (d. i. Sebastian) dem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon