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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 225 -
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Sobotka 226 Sobotka veranlaßten zu öfteren Malen seine Ab« sendung in die Landtage, seine Be» rufung in verschiedene Commissionen und seine Wahl zu Deputationen. So- ber hat viel und Verschiedenes theils in Prosa. theils in gebundener Rede geschrieben, fast AUeS aber ist, als Novi von den Franzosen genommen und die Propste! daselbst ein Raub der Flammen geworden, verbrannt. Ein» zelneS von seinen Arbeiten ist iü einer zu Augsburg herausgegebenen Sammlung von Schriften zur Vertheidigung deS ka> tholischen Glaubens erschienen, und außer» dem smd einige kleinere Andachtssckriften wie: „ Glaube, Hoffnung nnt> Vebe" — „Andacht znm h. Joseph" — „Andacht znin h. ZIlliZins" gedruckt. Das wichtigste aber, was er hinterlassen haben mag, sind seine Ana- lekten deS königlichen Landtags vom Jahre l?W. welchem er beigewohnt und die nach der unten mitgetheilten Quelle das vollständigste Material zur Geschichte dieses denkwürdigen Landtags bilden. Canonicus I o r d a n S s k y sBd. X, S. 267^ hat eine Lebensbeschreibung S ober's verfaßt, ob aber dieselbe im Druck erschienen, ist fehr zweifelhaft, da sie in den Büchetkatalogen nirgends auf» gefühlt erscheint. Tobotka, Ferdinand (neckischer Natur- dichter, geb. zu N o uzo w , einer einsam gelegenen Mühle unweit der Sladt Kolin im Jahre 1836), Sohn eines Müllers. Nachdem ei in Kolin die drei Classen der Hauptschule besucht, nahm ihn der Vater m die Mühle. da. er ihn zum Nachfolger im Geschäfte ausersehen hatte. S. arbei° tete in derselben, hatte aber das Unglück, als er 18 Jahre alt war, zu erblinden. Durch ein scheugewordeneü Pf^-rd, das er ! v. Würz back. bioqr. Lerikon. AXXV. sVed im vollen Laufe aufzuhalten gesucht, wurde ihm das rechte Auge ausgeschlagen. Aber bald erstreckten sich die Folgen der Verletzung des Sehnerves auch auf daS linke Auge und endeten mit völliger Er» blindung. Der arme Blinde fand nun seine liebste Beschäftigung in derLecture. und ließ sich von seinen Brüdern Verschie- denes, vornehmlich aber Gedichte vor- lesen, die er nach mehrmaligem Anhören bald ganz im Gedächtnisse behielt. All» malig versuchte er selbst zu dichten, und es entstanden nach und nachZieder, die er dann uon seinen Angehörigen niedei« schreiben ließ. Diese fanden mil, der Zeit den Weg in die Oeffentlichkeit. DaS von Mikowec redigirte öechische Unterhat« lungsblatt „^uNir" brachte in den Iah< ren 1860—4862 mehrere Lieder So- b otka's. deren einige unter dem Titel: „Lieder des Blinden" Alfred Wal da u trefflich in's Deutsche übersetzt hat. Wal« dau bemerkt hinsichtlich dieser Lieder, „daß sie durch bemerkenswerthe Gefühls« tiefe, durch seltene Bilderschönheit und Formgediegenheit überraschen und ent« zücken. dem Uebersetzer aber die größten Schwierigkeiten darbieten, wenn er nicht den feinsten Blüthenstaub von der Aurikel, den köstlichsten Duft von der Nose ab- streifen will". Andere Dichtungen So« botka's brachte in der Folge die öeckische Zeitschrift „Xvet^" , d. i. Blüthen, un Jahrgang 1866. Sobotka hat sich in der Zeit seiner Blindheit mit der ganzen poetischen Literatur seines Stammvolkes bekannt gemacht. Spater Übersiedelle er nach Swietla an der Sazawa, einem Marktflecken im CzaSlauer Kreise, wo er wohl noch lebt. W.ildau lAlf^'d), Böhmische Nalmdichtel-. Literarhistorische Nludie (Prag 1860. Kath. Oon.iaboct'. 12<>.) 2 98 u. f. — 8 iovn ik ssr , d. i. Conversations«Lerikon. Nedigirt, r. 13 5et, 1877.; 13
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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