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Kocher, Anton 230 ^ Johann
bestellt. Außer einer Leichenrede-auf Kai«
ser Ka r l VI . in deutscher Sprache (Wien
1840, Fol.), ferner einem „^ansFl/T-i^s
H. 6'a^«?-/)las" (V^ien, 4^.) / — einem
zweiten „H. /oa«?^ H'«?«?^." (id. 4".)
— und dem Werke: .,
^Vien 1733, Voi^t,
die vorgenannten Scbriften sämmtlich in
lateinischer Sprache und ohne Nennung
seines Namens erschienen, gab er mit
seinem Namen die
N2.6 4?40) Xur^b^e^, I'ol.) heraus. —
Sein Bruder Franz Aaver (geb. gleich«
falls in St. Polten 17. Oclober 1706.
gest. in Ungarn 30. August 4781) trat,
16 Jahre alt, in den Orden, lehrte zu
Belgrad Dicht- und Redekunst, versah
alsdann zu Klausenburg, Gran. KremS
und Laibach das Predigtamt, wurde No-
vizenmeister bei St. Anna in Wien, spä-
ter durch fünf Jahre Cuialor des Ordens
in Peterwardein. Nach Aufhebung semer
Gesellschaft kehrte er nack Oesterreich zu<
rück und lebte in einem Ser'vitenkloster
in Ungarn, wo er auch. ?3 Jahre alt.
starb. Pater Franz hat Stöcklei n's
Merkur oder indische Blicfe in deutscher
Sprache fortgesetzt. — Joseph (geb. zu
St. Polten 22. Fcbruar 1697, gest. zu
Neustadt 11. März 1771). auch ein Bru-
der der beiden Vorigen, wurde, nachdem
er im Alter von 16 Jahren in den Orden
eingetreten. Doctor der Theologie, lehrte
zu Passau Philosophie, zu Klagenfurt
und Wien Casuistik, wurde dann bei St.
Anna in Nien Prediger,'späier Pöni-
lentiarius zu Rom, in welcher Anstellung
er durch fünf Jahre verblieb. I n seine
Ordensprovinz zurückgekehrt, war er
folgeweise Nector des Collegiums zu Pafsau, des (DollOZiurn noräioum zu
Linz, des Collegiums und der Residenz
zu Neustadt und des (Kollegiums und
Seminariums zu Krems. I n deutscher
Sprache veröffentlichte er mehrere Fest.
und Lobreden auf die h. Ursula (Wien ,
1726, Fol.); — auf den h. Moriz und-
seine Gefährten febd.); — auf den h.
Ignaz (ebd. 1727); — auf das h. Herz
Jesu (ebd. 1736. 4«.); — auf den h. Leo-
pold (ebd. 1736. 4«.); — auf den h. Jo-
hann Nepomuk (ebd. 1739 , und wieder
Augsburg 1741); — eine Leichenrede
auf Kaiser Ka r lV I . (Wien und Regens-
bürg 1740, Bader. Fol.) — und in latei-
nischer Sprache.' A^H?/H?'<?H La^zoA?«?^
cis F«lNFltS ssnsl'öus" (l^noii 1731?
su (Visunas l835,
p. 33l.
Hier sei noch des Tiroler MalerS Johann
Soch er gedacht, von dem in der Maria»
Hilfkirche zu Innsbruck sechs kleine auf Kupfer
gemalte Stücke, je zwei von gleicher Größe,
sich befinden, welche den „Englischen Gruß"
„Die Heimsuchung Mariä bei Elisabeth",
„Maria Opferung im Tempel", „Mariä Him-
melfahrt". „Mariä Vemiälung" und „Maria
mit dem Kinde Jesu im Tempel" vorstellen.
Auf den zwei letztm und größten Stücken
ist deutlich sein Namen Johannes Socher
geschrieben. Nun sind die übrigen uier auch
nicht bezeichnet, jo spricht die Ausführung
derselben ganz für seine Autorschaft. Die Bilder
bekunden einen tüchtigen, namentlich in der
Archlüctur und Persprcliue starken Künstler.
Die Zrit, wann er gearbeitet, läßt sich nicht
festsetzen Der geistliche Rath Leman. dem
wir alles, was über Tirols Künstler vor-
liegt, verdanken, meint, er habe unier Erz«
herzog Ferdinand oder dessen Nachfolger,
das war also im l6. oder zu Anfang des
17. Jahrhunderts, gelebt. sTiro lisch es
Künst ler-Lexikon oder kurze, Lebens»
deschreibung jener Künstler, welche geborene
Tiroler waren oder eine längere Zeit in
Tirol sich aufgehalten haben. Von einem
Verehrer der Künste sgeistl. Rath Leman).
(Innsbruck l830. Felic. Rauch, so.) S. 23ä.j
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon