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Akademie in Bologna aufgelöst wurde,
worauf S. nach Mailnnd zurückkehrte,
wo man ihm die Professur der Zeichen
kunst an der Vrera, der dortigen Kunst
Akademie, verliehen hatte, welche Stelle
er während der ganzen österreichischen
Regierungsperiode inne hatte. So sehr
sich S. seinem Berufe in Ausbildung
junger Talente hingab, die Muße benutzte
er fleißig zu eigenen Arbeiten, von denen
sich damals nachstehende folgten: „Adam
und Om im Paradiese"; — „Die Aein
Pill5 VI . über die Alpen" ; — „Anckkehr der
Mailänder mch der Schlacht unn Uegnanu"'. —
die beiden Altarbilder: „VhrisiuZ mit 5nn?m
heiligen Herzen" '> — und „Nas Martyrium
der h. InZtinll" ', — ferner „Ner Nanb der
Iliü an der Duelle" — und „Nie Familie des
schiffbrüchigen" , nach einer Idylle von
Carrer. Auch sind seine für das Mai
länder Hospital ausgeführten zehn oder
mehr in Oel gemalten großen Bildnisse
der Wohlthater dieser Anstalt hier zu nen
nen. die zahlreichen Bildnisse von Privaten
ungerechnet. Nach Wien kam nur ein>
mal, u. z. in der IahreS-Ausstellung in
der k. k. Akademie der bildenden Künste
zu St. Anna im Jahre 4832. ein Werk
Sogni 's, es war eine Episode auS
Tass o's „<36ru8äi6Nlü6 liderkta" : „ Nie
königliche Jungfrau Hermine ersählt anf ihrer
Flucht, «an Hirten uufgenammen, ihre Aeidrns-
geLchichte", und um den Preis von 430 fl.
verkäuflich. Eines seiner besten und von
ihm öfter wiederholten Gemälde „Nil lchte
Stunde der Neatriie Aenri" ist nach einer
Zeichnung von Reat i des im Besitze des
Rathes Giuseppe Ma inard i befind-
lichen Originals von Gand in i ziem«
lich mittelmäßig für den XIV. Jahrgang
(1832) des von Canadel l i in Mailand
herausgegebenen „^Idum Nzposisione
äi beiiy arti" gestochen worden. Das
Bild ist von ergreifender Wirkung und ungemein geschickt componirt. Vor Bea«
trice der betende Mönch, hinter ihrem
Bette der Kerkermeister mit der Sanduhr
in der Hand, zur Seite der Verurtheilten
der Maler, die letzten Blicke auf die Be>
tende richtend, deren Bildniß hinter ihm
an der Staffelei sichtbar ist und aus der
geöffneten Kerkerthüre sieht man die kati
äsiia M86ricoi'äi3. das Kreuz des Er«
lösers vorantragend, herannahen. Aber
nicht blos in Oel hat S. zahlreiche Werke
ausgeführt, es sind auch mehrere Fresken
seines Pinsels zu verzeichnen, unter denen
jene in der Kirche des Zan ?i6tro ai
RoLärio in Novara, welche S. im Jahre
t848 gemalt, vor allen erwähnenswerth
sind. Die Kuppel zeigt als Hauptbild
das Martyrium des h. Petrus. Nm dieses
herum in vier Bildern sieht man die vier
großen Propheten: Ezechiel, Daniel,
Ieremias und Iesaias. Unter der Apo>
theose des h. PetruS befinden sich die vier
Evangelisten, die Doctoren der lateinischen
und griechischen Kirche, die heiligen Vater
und Patriarchen. Von seinen anderen
Fresken sind anzuführen: in der Villa
Sco t t i zu Busnogo ein Medaillon, den
„HerbLt" darstellend; — für den Verein
der Kaufleute in Mailand ein großes
Medaillon mit 37 lebensgroßen Figuren,
die Mythe darstellend: „Nachnz entdeckt
Anatmen ant der Zngel Naios" ; — im Hause
eines Herrn deSopransi in Mailand:
„Nie Schmr5ter-Unn3te", ein allegorisches
Medaillon', — in der OiiioZI. mkFFiore
äi Okikri beendete er die von Belosio
unvollendet gelassene Freske: „Martyrium
der HH. Giouitll nnd Famtin" ; — und in
einem anderen Auftrage arbeitete er eine
Medaillon-Freske: „Nunte im Fegefeuer".
den großen Dichter in dem Augenblick
darstellend, als er im Begriffe steht, den
tzten Kreis zu betreten und. von Virgil
verlassen, seiner Beatrice entgegentritt.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon