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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 242 -
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Sokol 242 Sokol Wappen. Ein blauer Schild, von, einem goldenen Balken sckrägrechts durchzogen, wel< cken oben zwei von Schwarz über Gelb quer getheilte eingefpitzle Fähnlein auf verschränkten schwaizen Schäften und unten drei goldene Sterne im rechts verschobenen Dreieck be< gleiten. Auf dem Schilde ruht die Freiherrn« kröne mit einem darauf in'6 Visier gestellten gekrönten Turnierhelme. Auf der Helmkrone stebt ein ausgebreiteter schwarzer Adler mit «uSgeschlagener rother Zunge. Die Helm- decken sind beiderseits blau mit Gold unter« legt. Als Schildhülter sind auf einer unter dem Schilde sich verbreitenden bronze» farbenen Arabeske zwei gegengekehrte goldene, roth bezungte Löwen angebracht. l, Joseph (V i o l i n - V i r tuos und Komponis t , geb. zu Brzezno bei Bunzlau in Böhmen 27.Jänner 1821. gest. zu Wien 9. August 1838). Sein Vater war Wundarzt und al6 er die tüch» tigen musikalischen Anlagen seines Soh« nes gewahrte, trug er auch für deren ent» sprechende Ausbildung Sorge. So er« hielt S. Unterricht im Violin-, Piano« und Orgelspiel, zugleich auch im Gesänge, und machte so gute Fortschritte, daß er, erst neun Jahre alt, auf einigen benact> barten Schlössern öffentlich auftreten konnte. Ueber Verwendung des Grafen Kaunitz kam S. im Jahre 183 l . da- malS zehn Jahre alt, in das Präger Con» servatorium. Dort zählte er bald zu den besten Schülern und konnte schon im Jahre 1833 in einem ConservatoriumS- Concert öffentlich und mit Erfolg auf» treten. Daselbst begann er auch — kaum 14 Jahre alt — zu coinpoin'ren und seine erste im May feder'schen Style gehal- tene Komposition war ein ^äa^io pol.0- H2.1L6 für die Violine, welches er auch in einem Conservatoriums-Concerte vor« trug. Das Compositionstalent Sokol 's entwickelte sich immer entschiedener und frischer und im Jahre 1833 schrieb der damals vierzehnjährige Jüngling eine ^ Ouvertüre, welche von der Kritik in Be- zug auf Harmonie u^nd Melodie als eines der besten Werke unserer Zeit in dieser Richtung bezeichnet und von Direcwr Dionys Weber öfter mit Vorliebe auf- geführt wurde. Im Jahre 1836 schrieb S. Variationen für die Violine, deren elegischer Charakter glücklich durchgeführt ist. und eine Fest-Ouverture anläßlich der Krönung des Kaisers Ferd inand zum Könige von Böhmen, welche er auf dem Prager Schlosse persönlich dirigirte und wofür er mit einem Brillantringe ausge« zeichnet wurde. Um diese Zeit wurde S. mit einem Manne Namens Horner be» kannt, der es eben so verstand, ein Text» buch einzurichten. wie sich an der Com> Position eines solchen zu betheiligen, und so entstand denn die Compagnie-Oper „Lear". welche, obgleich vollendet, doch nicht zur Aufführung gelangte, denn S. mußte, ehe die letzten dazu erforderlichen Schritte gethan werden konnten, seiner neuen Bestimmung nach Nilna folgen, wo er die Stelle eines Orchesterdirectors übernommen hatte. Dort aber überließ er sich dem Genusse geistiger Getränke, welche seine Gesundheit untergruben. Im Jahre 1841 begab sich S. nach St. Pe- teröburg. wo er sich verheirathete und als erster Violinspieler anfänglich im Orchester H e r r m a n n'S, spater in jenem von Strauß thatig war, als dieser mit feiner Capelle von Wien nach der nordi» schen Residenz gekommen war. I n Pe- tersburg ereilte ihn im schönsten ManneS- alter von erst 37 Jahren der Tod. I n der letzten Zeit seines Lebens standen ihm zwei böhmische Landsleute, der Cellist Seif fe rt undderHoboe-Virtuos Schu» bert, hilfreich zur Seite. Vei seinem Ab- leben aber veranstaltete zu Gunsten der Hinterbliebenen Witwe und ihrer drei Kinder die S t r a u ß'sche Capelle ein
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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