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) Angelo 248 ) Angelo
gereinigt von den gegen ihn erhobenen
Beschuldigungen da.
xi-i^onnier ä,'Nt2.tau ZpieldelF" ^aris 1833
I^ HÜvocat) (LrvLcia. 1548, 1"io lütitnto äi
6. KaruHdü). — liieoräi äi ^sil'56 ^o^ssti
8ui cHrdouari etc eto., abgedruckt in dem
Werke.' «^. ^12i'tii-i äella liberta ita,1iaull
ä^I 1794 al 1845. ^Ismoiis racoolte äa ^tto
Vauullei" (It^Iia 15UU, a 5^ 020 äoll' eäitore,
80.) z». 393 u. f.
EolillMN, Angelo (Neger. geb. im
Lande P ang usi t long in Afrika im
Jahre 1720, gest. zu Wien 21. No-
vember 1796). S ol i man ist der Sohn
eines afrikanischen Fürsten aus dem Ge>
schlechte der UaZsui k'äinoi'I) welcher das
Land Pangusitlong beherrschte. I n seiner
Heimat führte A n gelo S o lim an den
Namen ^Iui9.äi ^1^6. Wie bekannt,
befehden sich die kleinen Völkerschaf-
ten im Binnenlande Afrika's häusig,
bald aus Rache, bald aus Ranbsucht. in
welch' letzterem Falle die erbeuteten Ge»
sangenen auf den nächsten Sklavenmarkt
gebracht und dort an die Weißen ver-
handelt werden. Eine solche Fehde brach
denn nun auch gegen Hlmaäi Uake's
Stamm aus. Es war aber dieß so plötz«
lich geschehen, daß derVater keine Ahnung
von der Gefahr hatte, die ihm bevorstand.
Angelo So l iman , oder wie er da»
mals noch hieß: Umaäi N2^6, zahlte
sieben Jahre. An der Brust seiner Mut-
ter I'trwiQil. liegend, schreckte ihn mit
einem Male Waffengetöfe und Geheul
von Verwundeten auf. Da stürzte der
Großvater in die Hütte, mit dem Rufe:
„Feinde! Feinde!". Der Vater eilte, sich
zu bewaffnen und sein Sohn ihm nach.
Bald darauf sah der Sohn. wie die Mut-
ter unter den Streichen der Feinde sank.
Nicht lange währte es, so wurde er selbst entdeckt, ergriffen und sollte fortgeschleppt
werden. Aber die Seinen vertheidigten
ihren Königssohn. bis sie der Nebermacht
erlagen, worauf die Sieger des Knaben
sich bemächtigten und ihn fortführten.
Der Herr, in dessen Besitz der Knabe ge>
rieth, vertauschte ihn sofort an einen an»
deren Neger um ein schönes Pferd. Sein
neuer Besitzer brachte ihn dann mit meh«
reren anderen Gefangenen auf ein Schiff.
Nach überstandenem Sturme landete daS
Schiff an einer Küste und der Knabe
wurde einer Frau übergeben, die sich sehr
freundlich gegen ihn benahm, ihn lieb«
koste und zärtlich behandelte, wenn ihr
Mann nicht gegenwärtig war. Dieser
nannte den jungen Fürstensohn An»
dreas und befahl ihm, Kameele auf die
Weide zu führen und zu hüten. Nachdem
er einige Zeit bei diesen Leuten war und
gut behandelt worden, kündigte ihm sein
Gebieter an, daß er ihn an einen anderen
Ort führen werde. Die dem Knaben so
freundlich gesinnte Frau trennte sich mit
großem Herzeleid von ihm. Der Knabe
schiffte sich nun mit seinem Herrn ein
und kam nach Meffina. Der Name seines
früheren Aufenthaltsortes war nicht zu
ermitteln. I n Messina wurde er in daS
Haus einer vornehmen und reichen Dame
gebracht, die, wie es schien, auf seine An»
kunft vorbereitet war. Dort fand er nun
eine treffliche Aufnahme, als er erkrankte,
eine sorgfältige Pflege und nach seiner
Genesung die trefflichsten Vorbereitungen
zu seiner weiteren Erziehung und AuS«
bildung. Vorher aber noch wurde an
ihm in festlichster Weise der Taufact voll-
zogen, in welchem ihm die beiden Namen
Angelo So l iman gegeben wurden,
deren ersteren, Angelo, er auS Dank«
barkeit und Liebe zu jener mohrischen
Frau. bei welcher er die erste Zs.it seit
einer Trennung von der Heimat zuge»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon