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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 249 -
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Seite - 249 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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) Angelo 249 ) Angela bracht, selbst gewählt hatte. Den Tag seiner Aufnahme in's Christenthum, den 11. September, feierte seither So l iman alljährlich als seinen Geburtstag. I m Hause seiner neuen Gönnerin fand An gelo So l i man die liebevollste BeHand lnng. Nie Dame. eine Marquise, liebte den Knaben, der fich ebenso anstellig als verständig zeigte, wie ein eigenes Kind und konnte sich nur schwer entschließen, denselben der Obhut des Fürsten Johann Georg Christian Lob kowitz j M . XV, 342^ anzuvertrauen, welcher eben damals als General»Feldwachtmeister bei den Truppen in Italien stand und sich den artigen Negerknaben als Pagen erbat. So kam Angelo So l i man zu dem Fürsten Lobkowitz und zog überall mit ihm. wohin diesen ^ein militärischer Dienst berief. So sehr aber der Fürst dem jun« gen Neger zugethan war, für seine gei» stige. ja seelische Ausbildung zu sorgen, wie es vordem die Marquisegethan, hatte er nicht Zeit und so traten denn wieder die wilden Elemente seines Negerblutes in den Vordergrund. Angelo wurde roh und jähzornig, besä'äftigte sich meist mit Kinderspielen und wäre wohl zuletzt ganz aus der Art geschlagen, wenn nicht der alte Haushofmeister des Fürsten des Negerknciben sich angenommen und ihn unterrichtet hätte. Unter dessen Lehre und Leitung machte So l i man rasche und schöne Fortschritte und entwickelte sich immer mehr und mehr zu feinem Vor» theil. So wucbs er im Hause des Fürsten heran, war sein steter Begleiter auf Rei> sen und im Felde, kämpfte in Schlachten heldenmüthig an des Fürsten Seite, und trug denselben, wenn er im Kampfe ver< wundet worden,- auf seinen Schultern aus dem Schlachtgetümmel. So bildete sich So l im an bald zum tapferen Krie- ger und erfahrenen Ofsicier, ohne je eine militärische Charge bekleidet zu haben. Er hatte wiederholt mit eigener Hand Gefangene gemacht, diente dem Fürsten als Galopin. zeigte in mancden Geschaf« ten Einsicht und seltenes Verständniß und erwarb sich auf diese Weise sogar das Vertrauen des FeldmarschallS La scy.' Dieser trug ihm eines Tages eine Com» pagnie an, aber So l i man lehnte das Anerbieten ab. nahm aber einen schönen türkischen Säbel an, als ihm der Feld« maischall einen solchen zum Beweise sei» nerAchtung und in anerkennender Würdi» gung der bewiesenen Tapferkeit über« reichte. Als Fürst Lobkowitz im Jahre 4733 starb, ging S o l i man testamen» tarisch an den Fürsten Joseph Wenzel Liechtenstein sBd. XV, S. l 36^ über. der ihn langst in seinem Hause zu haben gewünscht hatte. Zu gleicher Zeit ließ der Kaiser F ranz I . Stephan, der Ge< mal Ma ria The resi en's. So l i man rufen, und trug ihm an, unmittelbar um seine Person zu dienen. So l i man aber hatte bereits den Antrag des Fürsten Liechtenstein angenommen, wollte sein gegebenes Wort nicht brechen und lehnte das kaiserliche Anerbieten ab. So blieb So l im an an des Fürsten Seite und wurde mittelbar der Schutzgeist der Unglücklichen und Bedrängten, deren Bittgesuche und Memoranden er jeder° zeit dem Fürsten vorlegte und, während er für sich selbst nie etwas bat, seine Bitten auf das wärmste für fremdes Unglück einlegte. Auck seinen zweiten Herrn begleitete er auf vielen Reisen uacb Parma, Frankfurt u. a. O. In Frank- fürt befand sich S. mit dem Fürsten zur Zeit der Krönung des Kaisers Joseph zum römischen Könige. Eines TageS for- derte der Fürst ihn auf, sein Glück bei einer der öffentlich gehaltenen Pharao. Banken zu versuchen. Er gewann an
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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