Seite - 252 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
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Sollinger 232 Sollinger
schreibt und alle in derselben befindlichen
Bilder angibt, erwähnt weder das eine
noch daS andere derselben. Zu Dobrota
einem von reichen Rhedern bewohnter
und mit schönen Villen geschmückten
Dorfe Dalmatiens im Kreise Cattaro
befinden sich in der EustachiuSkirche
gleichfalls zwei Altarbilder S o l l
m a n's : „Drr h. Zlui5ill5 uur dem Grnciüi,
rechtö ilie h. Maria uuk der WeltKngel unt> unten
5ietzt man ein FchlasZ nm Meere mit einem
Gngel", und ,2er h. Johann Nepomuk, ant
linn Wolke Knienti, uur ihm ein Engel mit drr
Plllme t>e2 M'ärterthnms", in den Höhen
blickt man zwei Engelsköpfe im Gewölk
und unterhalb ist Prag mit der Moldau
Brücke sichtbar. Links am Rande des
Bildes steht: „Hioan 0°. Soliman Inv.
6 i>wxit". Darauf beschranken sich die
Nachrichten über Sol ima n's Arbeiten.
nikak HuF08iÄ.v6nä!ci!i, d. i. Lexikon der süd>
slavischen Künstler (Agrain 1859. Ljud. Gaj,
gr. 8<>.) S. ^2i. — .1/ose/il«i ^6la7la7!tc»?tt
xoli, l2°.), tomo I, z». 9 ; tomo I I , p. 630. —
(Vens^ia l840) , p. 962.
Eolll'nger, Johann Paul (Wiener
Buchhändler, geb. inW i en im Jahre
1793, gest. um dasIahr 1830). Einer der
thatigsten, um Oesterreichs Buchdruck und
Buckhandel verdientesten GescdäftsmaN'
ner seines Faches. In der Officin deS
um die österreichische Typographie ver>
dienten Anton Strauß erhielt Sol -
l inger seine erste technische Ausbildung.
I m Jahre 1813 trat er eine Reise an,
besuchte zunächst Frankreich, wo er bis
1819 verweilte und in der berühmten
Pariser Druckerei von ßirmin Didot.
in welcher er längere Zeit gearbeitet,
seine Kenntnisse in tüchtiger Weise ver-
vollkommnet und für sein Geschäft sich
aus-
gebildet hatte. Nach Wien zurückgekehrt. übernahm er im Jahre 1821 die ehemals
Andreas Schmid'sche UniversitatSdrucke-
rei. welche er aus dem unbedeutenden
Zustande, in dem sie sich bei ihrer Erwei«
bung befand, bald zu einer der bedeu«
tendsten Druckereien Oesterreichs empor«
zuHeben verstanden hatte. Scbon im
Jahre 1833 besaß er eine Maschinen»
presse, welche außer seiner Druckerei nur
noch jene von Ghelen ^Bd.V, L.168)
und sonst keine andere in Wien und
Oesterreich auszuweisen hatte. Nun nahm
er sorgfaltig darauf Bedacht, seine Anstalt
immer mehr zu vervollkommnen und zu
verbessern. Er richtete sie zunächst auf
Werke in allen gangbaren Sprachen,
dann auf mercantilische und Tabellen«
Arbeiten ein ', er legte eine Farben« und
Congrevedruckerei an. aus welcher unge»
mein elegante und schöne Arbeiten her«
vorgingen. Selbst ein geübter Schrift»
schneider, errichtete er im Jahre 1833
eine eigene Schrift« und Stereotypen-
Gießerei, welche bald eine große AuS«
wähl neuer und geschmackvoller Schriften
aufzuweisen hatte. I n Kürze aber hatte sein
eigenes Geschäft eine solche Ausdehnung
gewonnen, daß er die Gießerei nur für
eigenen Bedarf beschäftigte. Im Jahre
1824 eröffnete er sein eigenes Verlags»
geschäft, setzte zunächst ältere, bereits
früher übernommene Kalender, darunter
den seiner Zcit beliebten Blumenbach»
schen fort, und begründete 1823 einen
neuen-, den„Geschichts'Und Erinnerungs«
Kalender", der bald eine Fundgrube des
nützlichsten und belehrendsten Inhaltes
und ein Nebenbuhler des seiner Zeit so be»
liebten .Pilgers" von I urende wurde,
seit 1827 erschien in seinem Verlage die
von Vincenz August Wagner begrün»
dete, von Dol l iner und Kudler fort»
gesetzte „Zeitschrift für österreichische
Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetz«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sinacher-Sonnenthal, Band 35
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sinacher-Sonnenthal
- Band
- 35
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 388
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon