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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 253 -
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Solms-S raunfels 283 Solms-Draunftls künde", ein in Fachkreisen noch heut ge» schähtes juridisches Organ; aus seinem Verlage gingen zuerst die homiletischen Werke des einst so berühmten Dompredi- gerS I . E. Vei th . ebenso auch Johann Gabriel Seidl 's Dichtungen hervor. Er veranstaltete neue und sorgfaltig aus« geführte, wie elegant ausgestattete Aus« gaben der Werke Shakespeare's und Calderon'S, und verlegte noch eine stattliche Reihe tüchtiger Werke, welche in dem besonders ausgegebenen Verlags« Katalog seiner Firma sämmtlich aufge« zählt erscheinen. So wurde S. einer jener Drucker und Verleger, welche die Ehre des vormärzlichen Buchhandels in Oesterreich aufrecht hielten, und der in einer Geschichte der Typographie des Kaiserstaates mit Recht eine bleibende Stelle behaupten wird. Oesterreichische National<Encyklopä< die uon Gräffer und Czikann (Wien 1337. 30.) Bd. V, S. 68. Solms-Nraunfels, Bernhard Prinz (k. k. Ha u p tma n li im 1,1. Artillerie« Regimente, geb. zu Liechtenstein bei Wien 26. Juli 1839. gest. an einer im Duell empfangenen Wunde am 17. Fe« bruar 1867). Beruh a rd S Vater, Prinz Wi lhelm, war ein Sohn Fr ieder i> kens, vormaligen Königin von Hanno» ver, einer geborenen Prinzessin von Mecklenburg-St relitz und Gemalin König Grnst's von Hannover, und so« mit ein Stiefbruder des von dem deut- schen Kaiser 1866 depofsedirten Königs von Hannover Ge 0 rgV. Er stand als General in königlich preußischen Diensten und lebte zu Düsseldorf. Bernhards Mutter. Mar ia Anna, war eine Toch« ter des Grafen Franz de Paula Joseph KinSky und eine Schwester der Gemalin deS damals regierenden Fürsten AloiS Liechtenstein. Und so gesckah es, daß Bernhard , als seine Eltern im Som« mer 1839 ihre österreichischen Verwand- ten besuchten, auf dem Schlöffe siechten» stein nächst Mödling bei Wien das Licht der Welt erblickte. Prinz Bernhard erhielt eine sorgfältige Erziehung und der Glanz wie die Reichthümer seines Hauses hielten ihn nicht ad, sich ernst» lichen Beschäftigungen zuzuwenden. Da» bei eine künstlerisch angelegte Natur, war er auch nach dieser Seite nicht un« thatig, und im Verkehr mit der Düssel- dorfer Malerschule, welche damals auf so hoher Stufe stand, verband er mit wis« senschaftlichen Neigungen die Herz und Sinn läuternden Hebungen der Kunst. Bis zum fünfzehnten Jahre genoß der Prinz häuslichen Unterricht, dann bezog er das Gymnasium in Düsseldorf. So wenig seine äußerlich mehr zarte, fast schwächliche Erscheinung es erwarten ließ, ergriff doch der Prinz aus Neigung die militärische Laufbahn, und als im Jahre 1859 der italienische Krieg auszubrechen drohte, duldete es ihn nicht länger bei den Studien. Der älteste seiner Brüder gehörte bereits der preußischen Armee an, zwei andere standen im hannoverschen Militärdienste, ihn selbst zog es nach Oesterreich und jetzt umsomehr, als sich ihm die Aussicht darbot, in der Praxis des großen Krieges das am besten und raschesten zu erlernen, wofür er sich be» rufsmäßig bestimmt hatte. So trat er denn, 19 Jahre alt, kurz vor Ausbruch des Krieges, als Nnterlieutenant in das Regiment Kaiserjäger ein, um nach kur» zen praktischen Uebungen in Innsbruck nach Italien abgehen zu können. Wie rasch der Feldzug beendet war, ist be> kannt. Der Prinz traf noch rechtzeitig auf dem Kampfplatze ein, um auf dem Schlachtfelde von Magenta zu erschei« nen, ohne jedoch selbst in's Gefecht zu
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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