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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stadion-Stegmayer, Band 37
Seite - 269 -
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Seite - 269 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stadion-Stegmayer, Band 37

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Ktaudinger, Franz 269 Staudinger, Franz Kärnthen" (l?38, 4«.); — „Leichenrede auf Kaiser Kar l V I . " (l?4o. Fol.); — „Lob. rede auf die bb. Andreas Rinn und Simon. Patrone der Tiroler Provinz Trient" (l743. 4<>.) ; — eine andere auf den ,.h. Kilian, Patron von Franken" (l747. 40.); — ... „Auf den h. Peter Regalotuö" (l?47, 4«.). __ .. „Auf den h. Bernhard, zur Pri« mizfeier des Leopold Premlechner aus dem Orden der Cistercienser" (l749, 4«<); — „Festrede anläßlich der silbernen Primiz des Erzbischofs von Wien. Sigismund Gra» fen Kollonitsch" (l?49. 4»,); — „Leichen, rede auf den Erzbischof Sigismund Grafen von Kol loni tsch" (l?49. 4«.); - ..Lob. rede auf den seligen Joseph von Cupert in anläßlich seiner Seligsprechung bei den kk. Franziskanern" (l?53. 4".); — „Leichen, rede auf Abt Rober t des Cistercienser« Stiftes Heiligentreuz bei Baden" (l?56, Fol.); — „Leichenrede auf den Cardinal Joseph Grafen Trautson Erzbischof von Wien" (l?57, Fol) ; — Rede. gehalten zur Fahnenweihe des Regiments Kolowrat. Alle die vorgenannten Reden sind in deutscher Sprache gedruckt erschienen, doch konnte ich ihre bibliographischen Titel nicht auffinden. Staudinaer starb im Wiener Profeßhause im Alter von 64 Jahren. sIahresberichr des k. k. ersten Staatsgymnasiums zu Grah (Grah. 4".), für das Jahr 1871, S. 66. im Aufsatze: „Geschichte des Gymnasiums in Gratz" Von 0r. Richard Peinlich). — 2. Franz 2 t au ding er lebte in der zwei« ten Hälfle des 18. Jahrhunderts in Wien. wo er eine Zeitung, betitelt .,Der heimliche Botschafter", in den Jahren i79l. l?92 und l793 herausgab. Diese Zeitung wurde aber nicht gedruckt, sondern durch Adschrif. ten vervielfältigt und den sehr zahlreichen Abonnenten in ihre Wohnungen zugestellt. Weckt schon diese Art des Erscheinens das Interesse dafür, so wird dasselbe in Anbe. tracht der denkwürdigen Zeit. in welcher sie erschien, als nämlich die französische Reuo» lution in Zenilh stand, nur noch gesteigert. Auch der Inhalt war ganz dazu angethan, das Interesse für das Blatt zu steigern. Aus der Negierungspenode Kaiser Le 0 p 0 l ds I I . und dem ersten Regierungöjabre Kaiser Franz' I I . ist im Vergleich mit den Mit« theilungen aus der Zeit der Kaiserin Mar ia Theresia und des Kaisers Joseph I I . über Wien nur sehr wenig bekannt gewor- den, und doch waren diese drei Jahre für die Geschichte des Wiener Culturlebens nicht weniger interessant wie die fruberen und spä» teren. Wien trug gerade in jenen Jahren einer ungewöhnlichen Aufregung, veranlaßt durch die tragischen Ereignisse im Westen Europas, welche ihren Verlauf immer sicht« licher Wrise gegen den Osten nahmen, ein eigenthümliches Colorit. Der Adel war über» aus ungenirt, die Theilnadme des Volkes für rohe Vergnügen durch tie Panier Emeu» ten gefördert, steigerte sich. es gab keinen Tag ohne Ausschreilungen und Schandge» schichten. Die gemeinen Bierhäuser mit ihren tanzenden Bacchantinen, die Thierhetze mit ibrem blutigen Spectakel, die sogenannte Ochsentheilung mit ihren widerlichen Aus» schweifungen. der Glüctshafen, die verpönten Hanserl« und andere gleichfalle verbotene Spiele standen in »oller Blüthe und in tei» ner Zeit war Wien der Schauplatz so vie- ler Saufgelage. Raufhändrl. Diebstähle, Einbiüche und Straßenräuberrün ja selbst so vieler Morde und Todlschläge, da auch die Todesstrafe aufgehoben war, wie eben damals. Daß also die drei Jahrgänge von Staudinger 's geschriebener Zeitung, deren Inhalt auS pikanten Histörchen, zahlreich mitgetheilten Tagesbegebenheiten und die Sinne der Lest'r prickelnden Vorfällen be» steht, sich großer Theilnahme erfreuten und noch heute, nach bald hundert Jahren, ihr Interesse behaupten, begreift sich leicht. Auch politische Nachrichten theilte „Der heimliche Votichaftei,", jedoch immer nur mit größter Discreüon. mit. Franz Staudinger 's Comptoir befand sich auf dem Spittelderge in der Burggasse (heut Neubau) Nr. 50 im „goldenen Dattrlbaum". Das Abonnement kostete für drn Monat 30 kr. und mußte mittelst der Klepperpost zugesendet werden. Bei wichtigen Anlassen erschien der „heim» liche Botschafter" auch mit Ertrablättern. Er erschien jlden Dienstag und Freitag, jedesmal zwei Duartblätter stark. Stau» ding er selbst besuchte zu seiner Zeit ein ganz kleines unbedeutendes Kaffeehaus im Strobelgäßchen. Die Neuigkeiten, die dort von fünf bis sechs unterrichteten Gästen aufgetischt wurden, oder die er diesen mit- theilte, bildeten den Inhalt der geschriebenen Zeitung. In Lim wärt's Kaffeehause wurde sie gewissermaßen ledigirt. Der Redacteur der „Theater'Zeitung". Adolph Bäuerle, besaß ein vollständiges Exemplar dieses für Wiens Sittenzustände in den ersten Jahren
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stadion-Stegmayer, Band 37
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stadion-Stegmayer
Band
37
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1878
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
362
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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