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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 107 -
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Steinkopf t07 Steinkopf zu bringen suchte. Nach seiner Rückkehr von Rom 1814 begab er sich zuvor« derst nack Wien und arbeitete daselbst durch acht Jahre. Im I . 1821 über- siedelte er aber nach Stuttgart und blieb daselbst bis an seinen, im hohen Greisen» alter von 82 Jahren erfolgten Tod. 1829 wurde er Hauptlehrer an der neueirichteten Stuttgarter Kunstschule, 1833 Professor, 1843 Vorstand der- selben' 1835 trat er als solcher über sein Ansuchen in den Ruhestand. Als Künstler nimmt Steinkopf eine her- vorragende Stelle ein; das Stuttgarter Kunstblatt widmete seinen Werken eine Reihe von Jahren hindurch stetige Auf» merksamkeit. Während seines Aufeut» Haltes in Wien schuf er mehrere Herr- liche Bilder; so eine „Allndschait bei hei- ierem Morgen"; — eine „Landschult mit Weinlese" und sein prächtiges Bild „Nie Grziehnng Achilles", welche alle drei in der Jahres-Ausstellung 1820 in der Akademie der bildenden Künste zu sehen waren. Von seinen übrigen Bildern nen« nen wir aus dem Jahre 1811: „Murgen eines GpkerkeZtes"; — 1812: „Niickkehr nun der Düulrnillgil"; — 1813: „Zlienbsegen in der Gapelle am Wege" ' — „Nandzchllkt mit i>er Flucht nach Ggqpten"; — , Hegend ulin Nujll" ; — 1820: „3llnd3chlltt mit dem Gich. bäum" ; — 1621: „Tly85e5 und Aausikaa"; — 1822: „Italienische Veinlize", eines der herrlichsten Werke des Künstlers; — „Achill?« und Ohirvn"; — „Abraham mit den drei Engeln"; — 1823: „Rückkehr nan der Abendandacht"', — 1824: „Snnntags- abend im Gebirge"; — 1827: „(Kapelle ank llem Nöthen Verge bei Zonnennntergang" und das Gegenstück dazu: „3er AaZMLteill mit dem königlichen Dauilhanse", ersteres von Heinzmann, letzteres von Ei mm in- ger für den königlich württembergischen Kunstverein lithogravbirt; — 1833: nnd Nitan". S teinko v f's Auf» entHall in Wien blieb auf seine Kunst nicht ohne wesentlichen Einfluß. Auf seinen in Rom gemalten Bildern brachte er gern große Schattenmaffen an, welche, obgleich die Harmonie des Gemäldes nicht eben störend, doch demselben ein düsteres Gepräge aufdrückten. Von die- ser Schattengebung ließ er nach seiner Rückkehr nach Wien bald ab, und in dem heiteren Wien daS Bedürfniß einer helleren Farbe selbst fühlend, malte er nun in solcher mit einer Meisterschaft ohne Gleichen. Die zartesten Abstufun« gen deS LichteS wußte er mit seltenem Geschick, ohne der Wahrheit der Natur entgegenzutreten, an seinen Gemälden anzubringen und ihnen im Gegensatz zu der Düsterheit seiner früheren sonnige Helle, freudiges Licht zu verleihen. So erfreuten sich denn auch seine Bilder allgemeiner Anerkennung. Nach den schönsten Gemälden, welche von Stein- köpf bekannt geworden, zu urtheilen, möchte doch der gegen ihn erhobene Vorwurf, daß er, auf jede Eigenart ver- zichtend, durch unmittelbarsten Anschluß an Claude Lo rrain und Pouss in even nur die Wirkung dieser Vorbilder zu erreichen strebte, nicht zutreffen. Die- ses Urtheil mag für Steinbach's Bit« der auS seiner römischen Zeit, aber nicht für die in der Folge gemalten gelten. Kunst. B la t t (Stuttgart. Cotta. 4".). 182ft, Nr. 72: „Landschaft von Gottlob Steinkopf in Wien"; — Nr. 96: „Ueber die Kunst< Ausstellung in Dresden"; — 1821. Nr. 30.- „Nachricht über G- F. Steinkopf's neuere Werke und Rückblick auf eine Recension in Nr. 96 des Kunst' Blattes. «820". Von Quandt ; — Nr. 34: „Gemälde einiger neueren Künstler in Stuttgart"; — 1322, Nr. 14.- „Drei Landschaften oon G. F. Steinkopf". Von S c h o r n ; — 1823, Nr. 32.- „Die Malerei in Rom"; — Nr. 64:
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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