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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 110 -
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Steinle 140 Steinle Anschauungen und Kenntnisse, und bil» dete seinen eigenen, durch nachhaltige Studien bereits geläuterten Geschmack nur noch mehr. Dabei trat er in nähe» ren, nicht selten freundschaftlichen Ver« kehr mit Künstlern und Kunstfreunden, unter denen hier einige genannt seien: Joseph Daniel Bö hm sBd. I I , S. 20). der nachherige berühmte Hof-Medailleur, die Maler Franz K a d l i k sBand X, S. 346), Joseph Füb r i ch Mand V, S. 31. Peter Cornel ius, der Kunst« freund Graf Choloniewski. Abbö Martin de Noil ieu, Don Pietro Paulo Bovier i u. A. Unter solchen anregen« den Verhältnissen nahte die Zeit seiner Rückkehr nach Wien, welche er unter großen Hoffnungen auf ein thätiges Künftlerleben antrat. Bald nach seiner Rückkehr 1834 vermalte sich der Kunst- ler in Wien. Die gehegten Hoffnungen gingen in dem damaligen Wien, in wel» chem Kunst und Künstler ziemlich stief« mütterlich behandelt wurden, und es nur wenigen Auserwahlten gegönnt war, die Starke ihres Schaffens zu prüfen, nicht in Erfüllung, und auf das dran» gende Zureden seines Freundes Aleran« der H ü b n e r Md. X, S. 391). des nachmaligen Freiherrn und Gesandten, der damals, wenig gekannt und beach» tet. als kleiner Beamter in der Wiener Staatskanzlei arbeitete, unternahm S. 4337 eine Reise nach Frankfurt a. M. und an den Rhein. Veit lebte zu jener Zeit als Director des Stadel'schen In> stitutes in Frankfurt. Diese auf den Rath seines Freundes unternommene Reise war in der That von den besten Erfol» gen begleitet; denn nun stellte sich eine Reihe von Aufträgen, und darunter meh- rere bedeutende, ein. Der bedeutendste war die Ausmalung der Schloßcavelle auf Rhcincck. welcher ihm von Professor Bethmann »Hollweg in Bonn er« theilt wurde, und mit dessen Ausführung S t e i n l e seinen künstlerischen Ruhm in herrlichster Weise begründete. Kleber die einzelnen Werke des Künstlers fiehe S, 113 das ausführliche Verzeichniß der- selben.) Der Künstler gelangte auf feiner Reise bis Köln und kehrte über Frank« fürt und München nach Wien zurück. In München, wo er im Hause von Io« seph vonGörreS wohnte, machte er die Bekanntschaft mit Clemens B r e n» tano , dessen Arbeiten er spater durch seinen Pinsel in so köstlicher Weise ver» herrlichte. Außer den oben genannten Fresken erhielt S t e i n l e . auf dieser Reise auch noch einige andere größere Auftrage, darunter zwei Kaiserbilder für den Römersaal in Frankfurt, und zwar .Ferdinand I I . " im Auftrage des Fürsten M e t t e r n i ch und „Al> dreck t I." im Auftrage der Stadt Bremen« Von Wien begab sich S. im Jahre 1838 für einige Zeit nach Mün« chen, wo er einen Carton für Rheineck zeichnete und bei Cornelius in der 3ud« . wigSkirche die ersten Proben al krkLoo machte. Die Arbeiten für die Capelle in Rheineck nahmen drei Jahre (1838 bis 1840) in Anspruch. Um nun die weiten, zeitraubenden Reisen zwischen Wien und Rheineck zu vermeiden, übersiedelte der Künstler auf den Rath von V e i t's Mutter, Frau von Schlegel, mit sei» ner Familie nach Frankfurt am Main. Als aber die Capelle vollendet war und sich indessen die Aufträge für den Kunst« ler von allen Seiten in großer Menge eingestellt hatten, beschloß derselbe, sei« nen bleibenden Aufenthalt in Frankfurt zu nehmen, wie sehr ihn auch das Herz und die Erinnerungen seiner Jugend nach Wien zogen. Obgleich nun örtlich von seiner Heimat getrennt, ist doch der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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