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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 112 -
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Seite - 112 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

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Steinle steinte dem Künstlei Gelegenheit zu manchem Werke, welches als WeihnachtS- oder sonstige sinnige Spende den Damen von ihm verehrt wurde. So bildete sich denn aU malig in der Familie Vren- tano ein wahres Museum Steinte'« scher Werke, welche sämmtlich nach dem Ableben der genannten Damen in den Besitz des Herrn Anton Brentano übetgingen. in welchem sie auck zur Stunde sich befinden. Auch mehrte sich im Stillen deS Künstlers Ruhm. denn nackgerade war es für echte Kunst» freunde Ehrensache geworden, in ihrer Sammlung mit einem Juwel von S.'s Hand ;u prunken. Das Städel'sche Kunsiinstitut aber war zunächst darauf bedacvt, den großen Meister, dessen Ruhm weit über deutsche Lande hinaus- ging, für sich bleibend zu fesseln, und übertrug ihm im Jahre 1830 die erste Profefforstelle an demselben. Da an diesem von fünf Administratoren gelei- teten Institute der D i r e c t o r ein leerer Titel ist, welcher ihn nur für die Administration verantwortlich macht, so nahm Steinte diese Stelle in so ver« änderter Gestalt an und wirkt noch heute in dieser Stellung an der durck reiche Kunstmittel unterstützten Anstalt. Im äußeren Leben des Künstlers gingen mit Ausnahme der ihm zu Theil gewordenen verdienten Ehren, deren weiter unten ge> dacht wird, kaum erwähnenswerthe Ver» änderungen vor sich. Sein ganzes 3e< ben ging in seinen Werken auf, von denen unten die erste möglichst vollstän« dige und authentische Uebersicht mitge» theilt wird. Hier gedenken wir nur der größeren, so zu sagen, monumentalen Werke, welche sich nicht, wie die vielen kleineren Zeichnungen, Aquarellen, Far- benskizzen u. m., der Bewunderung des großen Publicums entziehen. So sind denn nach dem Jahre l830 zunächst zu nennen die sechs colorirten Cartons für Karl von Guai ta nach Dichtun« gen von Clemens B r e n t a n o . Sie schmücken mGua i t a's Hause das söge- nannte Clemens »Zimmer und wurden daselbst in die Wand eingelassen. Man hat diese lieblichen Schöpfungen mit S ch w i n d's Märchen von den sie« ben Raben verglichen. Ein Kritiker fühlte sich bei Betrachtung beider Bit- der gedrungen, einzugestehm: „daß S ch w i n d'S Bild (Ameleya mit dem Müller Radlauf, das zweite im Cyklus) von Steinte nicht blos erreicht, son» dern bei weitem übertroffen wiid. Denn abgesehen von dem sanften, milden und blühenden Colorit, ist bei S t e i n l e auch die Conception eine großartigere und.die Composition geistvoller, und wenn Schwind mit Reckt sinnig zu nennen ist. so ist Ste in le ihm gegen» über t iefsinnig." So schreibt unser Kritiker. Nun, man sollte glauben, S. hat es gar nicht nöthig, über Schwind gestellt zu werden; beide Künstler, jeder einzig in seiner Art, können ganz gut nebeneinander stehen, und wir Deut« jchen sollten froh sein, zwei solche ganze Kerle zu besitzen und nicht an dem Ruhme des einen nergeln. um den des anderen zu steigern. Solche Kritik, wie die obige, ist eben, gelinde gesagt, „unge- schickt". Während der Jahre 1837 und 1838 fanden die Unterhandlungen we» gen Ausmalung der St. Aegidikirche zu Müuster in Westphalen statt. I n der Ausführung der sämmtlich vonSteinle entworfenen und gezeichneten Skizzen wurde der Künstler von den Malern Mosler, Settegast und W e lsch unterstützt. Um dieselbe Zeit aber be- gannen auch die Unterhandlungen für die Ausmalung des Treppenhauses im
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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