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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 114 -
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Seite - 114 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

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Steinle 114 Steinte bedauere ich, über die zahlreichen humo listischen GelegenheitSzeicbnungen, welche sich im Besitze seiner Freunde befinden, und nie in die Oeffentlichkeit gelangt sind, Näheres nicht mittheilen zu kön- nen. Und gerade in diesen kleinen Wer- ken, vornehmlich in seinen Aquarellen, in denen sich des Künstlers ganze Inner- lichkeit mit einem Phantastereichthum ohne Gleichen und eine Gemüthswelt hehr« ster Art erschließt, gerade in diesen zeigt sick der Meister in seiner ganzen Größe. Aber nicht, daß wir damit etwa sagen wollen, der Meister fei in Kleinem groß. Was er im Großen leistet, daS sprechen die Gebilde von den Wänden, die er in den Kirchen von Aachen, Münster, Klein» Heubach, im Treppenhause des Kunst« museums von Köln in den herrlichsten Gestalten und in den frischesten Farben ausgeführt: unser Ausspruch lautet: Wie Steinle in seinen großen Werken wirk« lich groß, so ist er es immer auch in seinen kleinen Arbeiten, deren kleinster er den Stempel seines Genius aufdrückt. An Ehren und Auszeichnungen hat es dem Künstler wohl nicht gefehlt, aber auch hierin ist die Fremde dem Vater« lande vorausgegangen. Im Jahre 1834- wurde S. auf der großen Parisei Aus» stellung mit der großen goldenen Me- daille und dem Kreuze der Ehrenlegion ausgezeichnet; im Jahre 1860 erhielt er von Belgien den Leopoldorden und einige Jahre später das Ofsicierkreuz desselben; 1863 zeichnete Seine Heilig- kcit Papst P ius IX . und 1870 der König von Bayern unseren Künstler mit Decorationen aus. und zuletzt stellte sich Oesterreich ein mit dem Ritterkreuze des Franz Joseph-Ordens. Die Kunstaka- demien zu Wien, München und Berlin haben Stein le unter ihre Mitglieder aufgenommen. Wenn wir Stein le's künstlerische und Lehrthätigkeit schildern wollen, so dient Franz Reber's kurze Charakteristik in seiner „Geschichte der neueren deutschen Kunst" am besten un» serem Vorhaben, daS sich bei der Be- wunderung, von welcher Herausgeber für den Künstler erfüllt ist, wo möglich jeder subjectiven Ansicht fern halten soll. I n dieser Charakteristik aber heißt eS u. A.: Stein le'S Zehrthätigkeit machte ihn vielseitig und seine Vielseitigkeit stei« gerte seinen Werth als Lehrer. Von sei» nen zahlreichen Schülern, welche ihn immer mit Slolz ihren Meister nennen, seien hier nur Leopold Bode. Frederick 3 e i g h t o n in London und Enrico Gamba, Professor an der Turiner Aka» demie, genannt. In seinen Illustrationen oder combinirten Compositionen, wie in den Bildern des „Oküoiurri irürQa.ou1a,t2.s OonosptioniL" und zum „Himmlischen Palmgärtlein", in der „Apotheose deS Klostellebens", in den „Sieben Werken der Barmherzigkeit" und im „Leben der h. Euphrosyne" zeigt er Verwandtschaft mitOverb eck und Führ ich. I n sei» nen Oelbildern, z. B. in der großartigen .Heimsuchung Marias" (jetzt in der Kunsthalle zu Karlsruhe. Nr. 334) oder in der Madonna der katholischen Kirche zu Wiesbaden, wie im „Christus mit seinen Jüngern", welcher in der Mün» chener Ausstellung 1870 zu sehen war, entfaltet er eine Kraft des Colorits, wie sie V e i t nur in seiner besten Zeit er« langte und welche in seiner „Tiburtini« schen Sibylle" (jetzt im S t ä d e l'schen Museum zu Frankfurt. Nr. 360) selbst Kaulbach'sche Gestalten, an welche sie erinnert, hinter sich läßt. Wie dem kleinsten Format der Illustration, so- auch dem monumentalen Maßstab ge- wachsen, leistete er in den Engeln auf den Bogenwinkeln des Kölner DomchorS
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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