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Steinle Steinle
höchst Anerkennenswerthes; nicht min
der, wenn es sich um Bildnisse oder
reine Geschichtsdarstellungen handelte,
wie in einigen Kaiserbildern des Frank«
furter Römers, im „Nrtheil Salomonis"
daselbst und namentlich in den großen
Geschichtsfresken im Treppenhause des
W all raf f . Richartz'schen Museums
zu Köln. Ja selbst in Märchendarstel-
lungen und anmuthigen Scenen auS
Shakespeare, mit Oel« und Wasserfarbe
ausgeführt, weih er ein höchst liebens«
würdiges Talent mit der Gabe für feine
und selbst humoristische Charakteristik zu
entfalten. So finden wir ihn in allen
Gebieten auf gleicher Höhe; nur die
Klassicität perhorreScirt er, indem er
seinen Schülern gegenüber selbst die spa»
teren Niederländer noch der Antike vor«
zog. Als Vermittler der Richtungen und
durch Wort und That die romantisch»
ideale Anschauung seiner früheren Pe>
riode mit der Realität der gegenwar»
tigen versöhnend, vermochte er. seiner
Lehrwirksamkeit Umfang und Dauer zu
verschaffen. Hie und da fanden wir
folgende Monogramme des Künstlers
^ A oder auch Vorstehende Je-
bensskizze schließen wir mit einem Verzeich.
niß seiner Bilder und einigen die Bedeu»
tung und Bedeutenheit dieses Künstlers
charakterisirenden Mittheilungen. Zur
leichteren Uebersicht des reichen Materials
wird dasselbe in mehrere Hauptabtheilun-
gen gesondert. Die erste. ^ enthält eine
möglichst vollständige Zusammenstellung
der Arbeiten des Künstlers nach ihrer
äußeren Form, gesondert in: I. Fres»
ken und Wandgemälde, I I . Car.
tons; diese geschieden in Cartons a) zu
Altar-, Fahnen» und anderen Bildern,
und d) zu Kirchenfenstern-, I I I . Oelbi l-
der, IV. Aquarel len und V. Zei ch. nungen; diese drei (III, IV u. V) wieder
gesondert in a) Madonnen, d) Christus«
bilder. o) Heilige, ä) Legenden, biblische
und religiöse Bilder, o) historische Bilder
ünd Märchen, 5) Genrebilder. Idyl»
lisches. Spruchbilder, Illustrationen
u. s. tv., x) Gedenkblätter. Fahnen»
bilder, Adressen, Pocale. Wappen, Sie«
gel und Medaillen und Verschiedenes,
K) Bildnisse. 5) Fremder, 2) Familien»
bildniffe; VI. R a d i r u n g e n. Die
zweite Abtheilung. N, enthält AlleS, waS
nach Steinle's Werken I. in Stich
oder Radirung, I I . inLithogra«
p h ie, I I I . inHolzfchnitt und IV. in
P h o t o g r a p h i e erschienen. Die
dritte Abtheilung. 0, bringt Mittheilun-
gen über Steinle: I. Quellen zu seiner
Biographie. I I . Zur Kritik einzelner Bil«
der, I I I . Zur künstlerischen Charakteristik
Steinle's. IV. die verschiedenen, zum
Theile auch in die Oeffentlichkeit gelang»
ten Bildnisse seiner eigenen Persönlichkeit
und die letzte Abtheilung, D, gibt ein Ver«
zeichniß der Bescher seiner Bilder, geson»
dert nach den Städten, deren Kirchen oder
öffentlichen Sammlungen, und nach den
einzelnen Personen, welche deren besitzen.
^ . Arbeiten von Eduard Steinle. I. Fres-
ken und Wandgemälde. 1830. t) „M a.
d o n n a". In Oelfarbe an die Wand ge»
malt in I'rinit», 6i Äonti in Rom. An der
. Ausführung der übrigen ihm übertragenen
Fresken wurde er durch das Ableben seines
Vaters verhindert, da er in Folge dessen
nach Wien abreisen mußte. Sein Freund
I. Tu nner übernahm nun die weitere
Ausführung. — 1838—1840. 2) Fresken
der Capelle im Schlosse Rheineck.
Professor Bethma nn'Hol lw eg in Bonn
ließ im Jahre 1838 seine im byzantinischen
Style erbaute Capelle auf dem Schlosse
Rheines mit Fresken verzieren. S te in le
war zur Ausführung dieses Werkes gewählt
worden, und dieser ging sofort daran.
Querst stellte er die Cartons her, von
denen die Bergpredigt und Parabel von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon