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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 117 -
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Seite - 117 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

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Steinle Steinle dem Gebäude nicht nur in seiner äußeren Gestalt und seinen Räumen nach, sondern auch in Beziehung auf die mystische Bedeu- tung völlig anschließen. Die Cherubim, Se» raphim und Thronen umgeben zunächst das Heiligthum, den Altar. — Die Cherubim flammend roth. die Seraphim blau licht, wie es der traditionelle Typus vorschreibt. Es sind großartige Köpfe von wunderbarem Ausdruck, ohne Leiber, mehrftügelig, von einer ergreifenden Wirkung, das Gefühl von der Heiligkeit des Ortes mächtig erregend. An die mittleren sieben Felder schließen sich zu beioen Seiten in dem großen vorderen Gurtbogen große Engelsgestalten an. die der Künstler so angeordnet hat, daß die der christlichen Vorstellung näher stehenden und gleichsam vertrauteren, die Erzengel Gabriel, Michael und Raphael mit den lebenden At< tributen, so wie die Schutzengel, welche die Kirche lehrt, letztere mit ermahnender, loh» nender, wehrender, schützender Stellung, an beiden Seiten des Chores sich der Gemeinde nähern. In der Ausführung dieser Cornpo» sitionen hat S t e i n l e einen eminenten Schönheitssinn bekundet. Reichthum der Er» findung in Formen und Motiven, Präcision und klarer Vortrag und ein tiefes frommes Gefühl, wie man es nur in Werken der begabtesten und begnadetsten Männer der christlichen Kunst antrifft, reihen diese Engel» chöre dem Bedeutendsten an. was in dieser Richtung vorhanden ist. Um in einer Höhe von 80 Fuß deutlich zu erscheinen, sind diese Gestalten in mehr als doppelter Lebensgröße (11 rheinische Fuß) ausgeführt und zwar auf gepreßtem Goldgrund, während die Bo» genräume von farbigen Bändern von Blau, Gold und Roth begränzt werden, Farben, welche in allen Verzierungen des hohen Cho« res wiederkehren. Die Cartons zu diesen Fresken befinden sich zum Theil noch im Be< sitze des Künstlers selbst, zum Theil in der Gal. lerie zu Karlsruhe. — 1854. 4) Wandbi l - der imHausedesHerrn von Guai ta. Nach Dichtungen von Clemens Bren. tano: l) „Der weiße und der rothe Main mit den anderen dem Rheine zuströmenden Flüssen" (Rheinmärchen); — 2) „Ameleya mit den Müller Radlauf" (Rheinmärchen); — 2) „Ameleyas Landung zu Mainz" (Rhein. Märchen);—5) ,Der Zug. die Schenke ver» lassend" (Aus den „mehreren Wehmüllern"); — 5) ^)er vor dem Muttergottesbilde bei Straßburg betende Schüler" (aus dem ,,fah» renden Schüler"): — «) „Appone. Biondetta Meliore am Brunnen" (aus den Romanzen, vom Rosenkranz). Diese sechs Bilder, colo. rirte Cartons, schmückten im Hause des Herrn von Gua i t a das sogenannte Clemens« Zimmer, in dessen Wände sie eingelassen wurden. Gegenwärtig befinden sie sich im Besitze der Frau von Handl zu Almegg bei Lambach. — 1857—1858. 3) FreSten in der St . Aegydikirche zu Münster. Hauptb i ld : „Die h. Liturgie", — als Sockel: „Der Mannaregen". — I m Kreuz« gewölbe des Chors: „Die vorbildlichen Opfer". — An den Sei tenwänden: „Die zwölf Apostel". — Auf dem Tri» umphbogen: „Die vierzehn Nothhelfer um das Lamm Gottes". — Auf den bei» den Sei tenal tären: „Die h. Mutter Gottes und der heilige Aegydius". — I m Schif f der Kirche: „Die Geschichte deS h'. Sacramentes". in welcher von Steinle gemalt sind: „Thomas von Aauino", — „Die h. Julia von Falconiere". — „Der h. Wen» zel" und „Die Messe des h. Gregorius". — Hinter dem Chor dieCapelle des Kreuzweges: Vierzehn Stationsbilder; — die Cartons siud sämmtlich von Ste in l e ent< worfen und gezeichnet. Veit 's Schwieger» söhn Nikolaus Settegast führte die Haupt» wand aus. Motler und Welsch die Sei» tenwände und den Triumphbogen, Steinle selbst aber malte die beiden Seitenaltarbil« der. „Die h. Mutter Gottes" und „Der h. Aegydius". — 18S0 —1863. 6) D i e Wandgemälde im Treppenhause des städtischen Museums in Köln. Zu Ende der Fünfziger-Jahre begannen die Unterhandlungen für die Ausmalung des Treppenhauses im Kölner Museum. Im Jahre 1860 vollendete S te in le die ersten Cartons und im Herbst 1863 war das große Werk beendet. Auf vier Bildern war die Kunstgeschichte der Stadt in der römischen Periode, im Mittelalter und in der Re» naisscmcezeit darzustellen. Unter jedem großen Bilde befinden sich vier kleinere Sockelbil» der, die in freier Beziehung zu dem großen, dessen Sockel sie bilden, stehen. Bei dem Reichthum an Gestalten und Scenen eineS jeden dieser vier Bilder kann hier bei der durch den Zweck dieses Wertes gebotenen Beschränkung nur eine ganz kurze Skizze entworfen werden. Das erste große B i ld umfaßt den Zeitraum von Constant in, dem ersten christlichen Kaiser, bis etwa über
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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