Seite - 143 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Bild der Seite - 143 -
Text der Seite - 143 -
Steinmann 143 Steinmann
treten. Die genannten Bilder waren
sämmtlich Privateigenthum. Ueber andere
Arbeiten dieses allem Anscheine nach jun«
gen Künstlers liegen keine Nachrichten
vor. Auf der dritten großen internatio»
nalen Kunst-AuSstellung. welche im Früh-
ling 5871 in Wien Statt hatte, war er
nicht vertreten.
Katalog der zweiten großen internationalen
Kunstausstellung in Wim (Wien 1. April
<870) S. 18, Nr. 3l)8. 309. 3l0 und 3l3.
Steinmllllll, Joseph Johann (Na.
turforscher, geb. zu Landskron in
Böhmen 8.März 1779, gest. in Prag
9. Juli l833). Sein V^ter Anton war
Farbermeister in Landskron, ohne Ver-
mögen und mit zahlreicher Familie, acht
Kindern. Nachdem der Sohn die erste Er«
ziehung im Elternhause erhielt, kam er, um
für ein Gewerbe sich auszubilden, zu einem
Verwandten nach Wildenschwert im Chru«
dimer Kreise, wo er die Weberei erlernte.
Sein Ol'.kel aber. Joseph Stein«
mann. damals Pfarrer zu Skalko im
Bunzlauer Kreise, nahm sich des talent»
vollen Knaben an und ermöglichte eä dem»
selben, die wissenschaftliche Laufbahn zu be»
treten. I n Folge dessen bezog S. das Gycn«
nasium in Iungbunzlau. auf welcdem er
die vier ersten Classen mit bestem Erfolge
beendet hatte, als er, durch den 1798 er«
folgten Tod seines Oheims der ferneren
Unterstützung beraubt. daS Studium
unterbrechen und wieder ins Elternhaus
zurückkehren mußte. Nun suchten die
Eltein selbst das Ihrige zu thun, um den
Sohn die betretene wissenschaftliche Lauf«
bahn fortsetzen zu lassen. So kam er denn
mit Unterstützung derselben auf daä Gym>
naslum nach Leitomischl, welches er in
den Jahren 1796 und 1797 besuchte,
worauf er im September dieses Jahres
als Lchrling in die Apotheke in Lands- krön eintrat und Anfangs November
1799 das Tirocinal-Examen in Prag
mit Auszeichnung bestand. Nun kehrte er
wieder nach Landskron in die Apotheke
zurück und diente dort als Gehilfe bis
October 1802. Um seinem Dränge nach
weiterer Ausbildung, namentlich in Bo>
tanik und Chemie, zu genügen, gab er
seine Stelle in Landskron auf, unternahm
zunächst eine botanische Reise ins Riesen»
gebirge und trat im November 1803 zu
Prag in einer Apotheke kW, in welcher er
aber nur wenige Monate, bis April 1804,
verblieb. Nun unternahm er zur Erwei«
terung seiner Kenntnisse in der Botanik
und Chemie eine Reise nach Berlin, von
dort Anfangs November 1304 nach
Wien, wo er in der S. Salvator« Apo«
theke als Gehilfe eintrat und im folgen«
den Jahre die Vorlesungen Josephs Frei-
Herrn von Iacqu in Md. X, S. 23^>
über Chemie und Botanik hörte, worauf
er am 3. August 1808 das Diplom als
Magister der Pharmacie erlangte. In»
dessen setzte er namentlich seine botani«
scken Studien steißig fort und knüpfte
Verbindungen mit den namhaftesten Bo-
tanikern Wiens an. Im November 1811
verließ er Wien und begab fich nach
einem kurzen Aufenthalte bei seinem fru»
heren Bracherm in Landskron nach
Prag, wo er am 20. Jänner 1812 ein»
traf, und, von seinem Freunde Joseph
von Freyßmuth ^Bd. IV, S. 334),
der damals die Adjunctenstelle der che«
mischen Lehrkanzel am technischen In«
stitute versah, aufgemuntert, einen sei»
nen Kenntnissen entsprechenden Mr»
kungskreis suchte. Als F reyßmuth
bald darauf Professor der Chemie an
der Prager Hochschule wurde, erhielt
Steinmann zunächst die Supplimng
der durch F r e y ß m u t h's Abgang
eiledigten Stelle, und schon in wenigen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon