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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 153 -
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Seite - 153 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

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Steinsberg 163 Steinsberg ist auch nicht bekannt. Und dock ward sein Name seiner Zeit nicht nur in Böh- men. das muthmaßlich sein Vaterland ist, sondern auch im Auslande viel. ge» nannt. Sein Vater scheint der als Forst» mann bekannte L u d w i g I g n a z G u o l f i n g e r Ritter von S teins» berg gewesen zu sein, der zuerst Forst, meister der S av o y en'schen Herrsckaf« ten. dann deS königlichen Prager Be- zirkeS gewesen und das praktische Hand» büchlein »Kurzer Unterricht für einen Lehrling, der das Forst» und Waldwesen zum Gegenstände seines Fortkommens genommen" (Prag l?80) herausgegeben hat. Frühzeitig betrat der Sohn. über dessen Bildungsgang alle Nachrichten fehlen, das schriftstellerische Gebiet und zwar zunächst als dramatischer Dichter. Sein Erstlingswerk „Jennlilln Pngutscheff", eine Tragödie in zwei Theilen, welche er im Jahre 1777 — damals etwa 20 Jahre alt — vollendet, fand eine günstige Aufnahme', ebenso sein zwei» tes Stück „Trenberg", ein Trauerspiel in fünf Acten ,für Soldaten und Patrio» ten", und nicbt minder sein nächstes, ,N- büsll, Herzogin in Rühmen", ein fünfactiges Drama, daS später auch im Druck er» schien. (S t e in S b e r g's gedruckte Schriften werden auf Seite 138 ange» führt.) Die Libuffa, in der Titelrolle durch eine zu ihrer Zeit gefeierte Dar« ftellerin. Cdmonde S ch o lz, geborene Ti l ly . im Prager sogenannten „Kotzen« theater" — nach den alten Kaufhallen der Altstadt nächst der Galluskirche .Kotzen" (kooe) genannt — meisterhaft dargestellt, fand enthusiastische Auf. nähme; nur einigen ,Präger Franzö« sinen" wie S t e i n s b e r g selbst beuch» tet, wollte es nicht gefallen, weil .deren delicate Ohren einen nervigen deutschen Ausdruck nicht vertragen konnten". Eine nicht minder günstige Aufnahme fand Ste inSberg 'S im Jahre 1781 ge> gebeneS Trauerspiel ,Mi«5 Rellq Ranball", das auch spater im Druck erschien. So war denn S te inSberg ' s Namen durck seine dramatische Thätigkeit be> reits in den weitesten Kreisen bekannt geworden, als durch das von Kaiser Joseph I I . im Jahre 4781 erlassene Censuredict die Preffe frei geworden war. Mit gesteigerter Lust warf sich nun S. auf die literarische Production, die sich aber nun einem ganz neuen Gebiete — aber auch auf demselben mit nicht gerin- gem Erfolge — zuwendete. S t e i n S> berg warf sich nämlich auf die Kritik, aber nicht auf die Kritik der Bücher oder der Schauspieler und Sänger, sondern auf die Kritik — der Prediger in den Kirchen Prags. Nun, dieser AuSwucbS der Preßfreiheit war freilich neu und fand natürlich bei dem durch die Erscbei- nungen der Preßfreiheil mächtig erreg» ten Publicum zwar eine gemischte, aber immer sehr wirksame Theilnahme. Die Predigtenkritlk erschien in Wochenblatt« chen. Die Bewegung unter Priestern und Laien wuchs mit jeder neuen Num« mer, der Abgang war reißend. das Unternehmen brachte namhaften pecu« mären Gewinn und fand alsbald in anderen Städten der Monarchie, so in Wien. Nackahmer. Die erste Nummer erschien am 49. April 1782- diese und noch die liackste führte den übermüthi« gen Titel ,Geizzel der Prediger", aber schon von der dritten Nummer ab fand eS S t e i n S b e r g für gerathen, den Ti« tel weniger heraus fordernd zu gestalten, und die .Geißel der Prediger" ein» fach in eine „Pretligtelltttitik" umzuän« dern. SteinSberg hatte bei diesem Unternehmen einige freifinnige Geistliche zu Mitarbeitern. Unter diesen wurde mit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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