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Steinsbelg 138 Steinsberg
Wien. wo sich alle weiteren Spuren deS
Mannes, der früher so viel von sich
reden gemacht und einer der hitzigsten
Kämpfer in jenen Tagen der kaum ge-
wonnenen, aber bald zerronnenen Preß.
freiheit gewesen, verlieren. Zum Schlüsse
führen wir noch die Titel jener drama»
tischen Arbeiten S t e i n s b e r g'S an,
welche im Druck erschienen sind. Sie
lauten: „Mmsa, Schanzpiel" (Prag 4779,
I . I . Gröbl; — dasselbe. ebd. !731,
Mangold); der Bancalbecirnte Joseph
Tandler hatte daS Stück später ins
öechische übersetzt und diese Uebersetzung
wurde ein Repertoirestück des „vaterlan«
dischen" Theaters; — „Schnnspiele", zwei
Theile (Prag 4781, Mangold, 8«.)' —
„Ni35 Nelllz Nanbolph. Grunerspiel in Z Nnk-
Mrn" (Prag 1781; neue Auflage ebd.;
dritte Aufläge 1798); — „2er Patrin.
tizmns. «VrllNtrzpirl in 5 Zlnkzügen" (Prag
4781; neue Aufi. 1798); — MW u°n
Nittelzbuch" (Berlin 1783; neue Auflage
4784); — „Nie Graten HllhenielZ oder Küche
tür llchtzchujlltirige
Hakt« (4303); — „Vie
yvtlFllnne" (4303) und „Nache iür Der-
brechen" (180.). Steinsberg ist eine
der eigenthümlichsten Gestalten aus den
besten Tagen der Iosephinischen Periode.
Mit seiner .Predigtenkritik", welche spa«
ter in Wien nachgeahmt worden, wie
mit seinem .Nepomukanischen Streit",
hat er in zwei Sachen, welche kaum vor
das Forum deS Publicums gehören, viel
Staub aufgewirbelt und viel Aergerniß
erregt; aber er hat Einer gegen Alle
mannhaft gestritten und sich wie ein Held
vertheidigt. Man kann nicht sagen, daß
er besiegt wurde, vielmehr die Kämpfer
sind müde geworden, ihre Pfeile gegen
einen Mann zu verschießen, der in star-
ker Rüstung ihnen gegenüberstand und
seinen Platz behauptete. AlS dramatischer
Dichter besaß er unbestreitbares Talent; er schrieb nicht eitle 3esedramen, sondern
Stücke, die von der Bühne herab wirk»
ten und überdieß wiederholte Auflagen
erlebten. I n den Quellen lassen wir
eine kleine Auswahl der wichtigeren,
gegen ihn gerichteten Pamphlete folgen.
Goedeke (Karl), Grundriß zur Geschichte der
deutschen Dichtung. Aus den Quellen. (Han<
nover !859. Chlermann. 80.) Bd I I . S. 4074,
Nr. 672. — Bobemia (Prager polit. und
Unterhaltungsblatt, 4°.) 1860. Nr. 170,
S. 153. im Artikel: „Zur Geschichte des
Prager Theaters. Von Steinsderg bis sie»
bich". — Oesterreichische Bieder,
manns » Chronik. Ein Gegenstück zum
Phantasten« und Prediger-Almanach (Frei»
heitsbmg ^Akademie in Linz) 1?34. Gebrüder
von Redlich. 8".). Erster (und einziger)
Theil. S. 234. — Gräffer (Franz). Jose.
phinijHe Curiosa u. s. w. (Wien l848,
I . Klang. 8".) Bündchen I I I , S. 20. im
Aufsatze: „Der Proceß Philipps Grafen von
Kolowrat, und zur Geschichte der betreffenden
Druckschrift, die nahe daran war, durch
Henkershand verbrannt zu werden."
Schmähschriften gegen Steinsdcrg aus Anlaß
der von ihm herausgegebenen „Veißel. der
Prediger", später „Predigtenkritik". „Quack
zweier Frösche" (4782). — „Hysteron.
proteron oder Abfertigung des Ritters
von Steinsberg und einer Gesellschaft
Männer, die bereits dem Vaterlande wich»
tige Dienste geleistet haben sollen" (Prag,
bei Johann Pruschin). — „Fläschchen
des wunderbaren Balsams für die durch die
Geißel der Kritik verwundeten Prediger"
(erschien in mehreren Nummern vom 2.Mai
bis Ende August 1782). — „Wurst wider
Wurst. Ein heroisches Drama in einem
Aufzuge, im Geschmacke und Ton deS Rittes
von Stein sberg von I . F. Müller"
(Prag, bei Höchenberger). — „Epilog zur
pöbelhaften Form „Wurst wider Wurst", im
Geschmacke dero satirischen Parforcejagd, ein
Traum, declamirt uon Georg Sfinde,
larz, Prager Hezmeister". — „Ritters von
Steinsberg Ausschweifung, allen
Mitgliedern der gelehrten Gesellschaft der
Predigergeißel sammt und sonders gewidmet"
(Prag. bei Höchenberger). — „Ragout
oder ein Gehäcksel aus den Predigerkrititrrn,
Antitritikern und Nachquackern von Meilter»
koch Brenner" (Prag. I . F. von Schön-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon