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Steinsky 168 Steinthaler
oder 2 Baude erschienen sind; in den
„Abhandlungen" einer Privatgesell-
sctaft in Böhmen veröffentlichte er sein
„Schreiben an den Herrn Hofrath von
Born über eine in Stein eingeschloffen
gefundene Münze- nebst einigen Gedan-
ken über die Entstehung der gegenwär-
tigen Oberfläche der Erde. Mit einer
Kupferlcttel" sBd. VI, S. 377 u.' f.).
Ueberdieß hatte er seit December 4794
ein allgemeines katholisches Kirchenbuch
herauszugeben begonnen und hatte An«
theil an folgenden Schulschriften des
AbteS Felbiger: „Anleitung zur cich«
tigen Erkenntniß der merkwürdigsten
natürlichen Dinge" (Wien 4780)' —
„Erdbeschreibung für österreichische Scdu-
len" (ebd.)' — „Katechetische Gesänge
des ?. Franz in Breslau, ^um Ge<
brauche der teutschen Schulen"; —
„Disciplinarvorschrift in den Normal»
schulen"; — an der von dem tüchtigen
Pädagogen Amand Schindler sBand
XXX) S. 2^ herausgegebenen Schrift
„Der Hauslehrer oder Beytrage zum
Privatunterrichte". Isel in's und Be
cker's „Ephemerideu der Menschheit"
und Meusel's „Neue Miscellanel« arti«
stischen Inhaltes" enthalten auch Bei«
träge auS S.'S Feder. Ste ins ky war
ein ausgezeichneter Kalligraph: seine
deutschen und lateinischen Schriften muster
sind von Joseph Kocb. demselben, dessen
mein Lexikon ^Band XII , Seite <99.
Nr. tH gedenkt, gestochen, im Druck er-
schienen. Neberdieß zeichnete er vortieff-
lich in Tusche und hat auch Bildnisse in
Pastell und Miniatur gemalt. Nagler
bemerkt, er wäre um daS Jahr i81l)
gestorben. Im Jahre 48l1 war er jeden«
falls noch am Leben, da er, wie oben
berichtet wird, im genannten Jahre die
Decanswürde bekleidete.
Nagler (G, K. vr.). Deutsches allgemeines Künstler<Lerikon(Müncke>, l83ft.E A.Fleisch,
mann, 8«.) Bd. XVI l . S. 3<»5.
Steinthaler. Johann (Missionär,
geb. zu D u c l a (?j in Tirol, gest. zu
B e r b e r i n Afrika im Frühlil'g 1863).
Die unten bezeichnete Quelle nennt Du»
cla in Tirol als Ste i n t ha l et's Ge-
burtsort. Dem Herausgeber dieses Leri»
konS ist wohl ein Dukla im Iasloer
Kreise Galiziens bekannt; ein Ducla in
Tirol kennt er ebensowenig. als I . I .
Staf f ler . indessen „Register der Ort-
schaften. Berge und Gewässer TirolS"
der Name Ducla nicht erscheint. Ste in,
thaler widmete sich dem geistlichen
Stande, wurde Franziskaner, beendete
die lheologischen Studien und ging mit
noch anderen seiner Ianosleute als Mis.
sionär nach dem Innern von Afrika, wo
in Chartum das Centrum der dortigen
Mission.n sich befindet. S te in thaler
wurde apostolischer Provicar und Leiter
der Mission zu Schcllal, wo er mit rast-
losem Eifer und bestem Erfolge in sei»
nem Misfionsgeschafte thätig war. Da
sich jedoch die Arbeiten von Jahr zu
Jahr mehrten und der Mangel an ent>
sprechenden Kräften zur ersprießlichen
Foriführung der Mission immer fühl-
barer wurde, beschloß S. persönlich nach
Europa zu gehen und iu seiner Heimat
Tirol neue Arbeiter für diese so überaus
schwielige und wichtige Mission auS
seinen Ordensbrüdern zu gewinnen und
nach Afrika mitzunehmen. Mit diesem
Vorhaben war er im April 1863 aus
Chaitlun aufgebrochen, war nacd elf
Tagereisen in Berber, einem drei 3ag-
märscke von der Wüste gelegenen Orte,
angekommen, dort aber erkrankt und
auch dem mörderischen Klima jener Ge«
genden erlegen. Wie S.t ein thal er in
der Vollkraft seines Lebens dahingerafft
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon