Seite - 177 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Bild der Seite - 177 -
Text der Seite - 177 -
Stellwag (Genealogie) 177 Stellwag (Genealogie)
Seinen Kindern wurde im Iabre 1836 in
Würdigung seiner, im Achtundvierziger»Iahre.
in welchem er pensionirt wurde, unbeachtet
gebliebenen Verdienste der Ritterstand ver-
liehen. Ueber den heutigen Familienstand
dieser Linie verbleiche die Stammtafel
lAdelssands'Diplom 6cio. <3. Februar
l?94. — Ritte rstl lnd5«Diplom 66a.
5. Juni !85l>1. — 4. Des Johann V d i»
l ipp Vincenz Franz Bruder Alois
Peter Franz (aeb. i73:t. gest l838) war
in die Dienste des Hoch» und Deutschmeister«
ordens getreten, in welchem er l?80 Rent»
meister, l800 Sckloßhauptmann in Eulen»
berg wurde. In Würdigung seiner im Amte
erworbenen Verdienste erhielt er im Jahre
5828 den erbländiscken Aoel mit dem Prä»
dicaie „von Carton", den sein Vruder I o«
hann Phi l ipp Vincrnz Franz bereits
im Jahre <794 erlangt hatte. l827. nach mehr
als fünfzigjähriger Thätigkeit in den Ruhe,
stand übersetzt, genoß er denselben noch eilf
Jahre, aus zwei Ehen zehn Kinoer hinter»
lassend, von denen mehrere in der Kindheit
starben und drei Söhne. Friedrich Io«
hann Al ois, A l oi s Eo m u nd und I o»
hann Baptist A lo is , das Geschlecht fort'
pflanzten, welches bri den zlvei letztgenann-
ten mit ihren Kindern erlosch, bei ersterem
aber noch heute in mehreren Zweigen fort»
blüht. — 3. Friedrich Johann Alois
(geb. 22. Mai l7«9. gest. 9. August !8«4)
beendete die juridischen Studien in Olmütz
uno trat <8l2 al5 Auöcultant bei dem
Olmützer Magistrate ein Im Jahre ls!4
wurde er Justitiar für die Hoch« und Deutsch.
meistcr'sch<>n Herrschaften Eulenberg und
Busau und am 4. October 1823 Oberamt»
mann in Freudenthal, worauf ihm im Jahre
1826 ^och die Belggerichlssubstitution für die
umliegenden und Deutschmeister'schen Herr«
schaften verliehen wuide. Arn 31. December
l84S wurde er als Oberamtmann nach Lan»
gendorf übersetzt. In diesen Stellungen war
er für Förderung ors TchulwesenS und Ver-
besserung des Straßenn'escnS rrnstlichii be»
müht. Tveilweise in Folge seiner Bemühungen
wurde denn auch. freilich erst in den Sech»
ziger-I^hren. zuerst eine Unter» Realschule,
dann ein Unter» Gymnasium in Freudcnthal
errichtet, Sein Dienst bot in jenen Zeiten die
mannigfachsten Schwierigkeiten, da er fort-
während zwischen den Interessen des Guts«
Herrn und jen<n der von den k. k. Kreis»
ämtern wirksam geschützten Unterthanen zu
v.Nul zbach, biogr. Lerikun. X^XVI I I . vermitteln hatte. Als dann im Jahre 484«
die Aufhebung der Patrimonialgerichte er»
folgte, wurde er zunächst ein Ovfer dersel»
ben. da er nach 38 Dienstjabren von seiner
Gutsherrschaft gezwungen wurde, sich um
einen Dienst bei d.'N neu zu errichtenden
k. k. Aemtern zu bewerben. Einen solchen
als damals 6ljähriger Mann zu erlangen,
war sehr schwer; endlich erhielt er eine Stelle
als ältester Adsunct und mit dem Titel eines
k. k. Bezirksrichterss in Freudenthal mit kaum
der Hälfte der früheren Bezüge! Bei der
späteren Trennung der politischen und gericht«
ticken Behörden wurde er wirklicher Bezirks,
richter in.Freudenthal. Tnde December ti>6ft
trat S., damals 72 Jahre alt. nacd 49 Dienst»
jähren in den Ruhestand. Im Jahre t861
erhielt er über Ansuchen der Stadtgeineinde
Freudenthal in Würdigung seiner vielen auf»
opfernden Dienste das aoldenc Verdienstkrru;
mit der Krone. Aus seiner (am l l . October
1819) mit Mlljelmine Villner geschlossenen
Ehe hatte er vierzehn Kinder ^vergleiche die
Stammtafel^, darunter die Söhne: Fried»
rich Alois (gest. 1834). Kar l . August
Daniel Alois. A lo is und Edmund
Mar t in Andreas. Von diesen haben
außer Kar l alle mehr oder minder zahl«
reiche Nachkommenschaft. — 6. Kar l ist der
berühmte Ophthalmolo^. dessen Lebensstile
S 573 mitgetheilt ist. — 7. August Daniel
Alois (geb. zu Freudenthal in Schlesien
20. December ls24. gest. 23. August 18<l6)
trat 184U als unobligater Unterkülionier bei
der k. k. Artillerie in Dienst und war im
Jahre 1849 Obelfeuerwerker. Im Jahre
1348 machte er die.Belagerung von Wien,
in diesem und dem folgenden Jahre den unga«
rischen Feldzug mit und erhielt am 17. Juli
1849 den russischen St. GeorgS.Orden. Im
nämlichen Jahre wurde er Lieutenant, 1834
Oberlieutenant, i339 Hauptmann zweiter
Classe uno 1864 Hauplmann erster Classe.
In der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli
18U6 commandirte er eine Batterie des
9. Arttll«,'rie«Regiments und wurde während
des Rückzuges, den er mit anderen Batterien
zu decken hatte, bei lädlum sainmt seinem
Pferde schwer verwundet, da ihm durch eine,
Granate der linke Fuß zerschmettert worden
war. Von Blutverlust fast erschöpft, wurde
er nach vielen Stunden spät Abends zum
Verbandplätze und von dort nach Königgrätz
transportirc. Dort lag er unter den heftig»
sten Schmrr^n ohne rechte ärztliche Hllfe,
eor. 2. Dcc. lü78). 12
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon