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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 181 -
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SielHamer, Franz 481 SteiHhamer, Franz auch bald dahin. I n den letzten Tagen des Mai 1843 war er nach Wien zurück- gekehrt, wo er aber nur kurze Zeit blieb, denn am 23. August begann er wieder seinen Sängerfiug und machte auf dem« selben in St. Florian, Enns, Steyr. Gratz Halt, worauf er Mitte October nach Wien zurückkehrte. Jetzt erst, wie wir aus den geschriebenen Aufzeichnun« gen („Reflexen") des Doctor August Schmidt, der auch ein Freund Stelz, hamer's war, erfahren, ließ er sich nach langem Sträuben bereden, auch in Wien einen öffentlichen Vortrag zu hal- ten. der denn auch am 25. April 1844 im Mufikvereinssaale vor einem zahl» reichen und gewählten Publicum statt» fand und einen in jeder Hinsicht glan- zenden Erfolg hatte. „Stelzhamer aber", schreibt Dr. S chrnid, „verstand es auch wie kein Anderer, seinen Gedichten im Vortrage Seele und Leben einzuhau« chen und die Gestalten gleichsam plastisch vor den Hörer hintreten zu lassen." Von Wien reiste er nach Paffau, dann nach Linz. wo ihm die Auszeichnung zu Theil wurde, vor dem König von Preußen bei der Frau Erzherzogin S o p h i e einen Vortrag zu halten. Nachdem An- fangs August 1843 S. das Weib seines Heraus heimgeführt, nahm er in Ried seinm bleibenden Aufenthalt und daselbst beschäftigte er sich mit schriftstellerischen Arbeiten. von denen zunächst seine pro» falschen Schriften — die Titel seiner Schriften folgen auf Seite 184 — in mehreren Bänden erschienen. Als dann das Jahr 1848 herankam. ließ es auch dem volksthümlichen Dichter keine Ruhe. und der AuSspruch: „Ein politisch Lied ein häßlich Lied" hinderte ihn gan; und gar nicht, auch ein politischer Volks« dichter zu werden. Im Theater zu Linz brachte er damals seine politischen Poe« sien: ,Das Marzlied", — „Das Mai< lied". — «Das Augustlied-, — „Erz. herzog Johann" , welche dann aucb gedruckt erschienen, zu Gehör; verlegte sich wohl auch aufs Zeltungsschreiben wie einige damals im Rieder Wochen, blatt erschienene Artikel bezeugen, und beschäftigte sich mit Abfassung eines Schullesebuches für Kinder an den Land» schulen, wozu ihm von dem kais. Mini« sterium des Unterrichts der ehrenvolle Auftrag geworden. Im Frühling 183t) legte er sein Werk vor. wurde anständig dafür honorirt. als es aber in Druck kommen sollte, war eS nickt mehr zu finden, und erst ein Jahr vor feinem Tode erhielt er eS über sein Ansuchen zurückgestellt. Auch arbeitete er um diese Zeit an einem erzählenden Gedichte, wozu er sich Goethe's „Hermann und Dorothea" zum Vorbild genommen; es ist die Idylle «D'Ahnl". die sehr freund- liche Aufnahme fand und auch in mehre- ren Auflagen erschien. Im Jahre 1832. diesesmal in Begleitung seiner Frau. unternahm er seine zweite Reise nach München und dehnte sie durch das ganze Bayerland bis ins Schwabenland nach Stuttgart aus. Auch diese Reise hatte nach jeder Seite einen günstigen Erfolg. Nun aber kehrte er nicht mehr na cd Ried zurück, sondern nahm in Salzburg seinen bleibenden Aufenthalt . wo ihu bald ein schweres Herzeleid traf, als er am 16. März 1836 seine Frau, im Alter von erst 38 Jahren, durch den Tod ver» lor. I n Salzburg und später zu Heim« dorf nächst Salzburg lebte er fortan ziemlich zurückgezogen, theils mit schrift. stellerischen Arbeiten beschäftigt, theils sich den erheiternden Genüssen des 3e» bens hingebend, wozu ein nicht kleiner Freundeskreis, der dem Poeten wohl« wollte und ihm manche angenehme
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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