Seite - 182 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Bild der Seite - 182 -
Text der Seite - 182 -
Stebhamer, Franz 182 StelHamer, Franz
Stunde bereiten half, daS Seine bei>
trug. So vergingen die Jahre 1836 bis
1363 unter mannigfachen Freuden und
Leiden, aus denen das I . 1862 besonders
hervorzuheben, da in demselben von
seinen Freunden und Verehrern seiner
Muse sein sechzigster Geburtstag festlich
begangen und ihm auch von Seite des
oberösterreichischen Landesausschuffes eine
IahreSsubvention von 400 fi. zuerkannt
wurde, wozu sich zwei Jahre später von
Seite der StaatSregierung der einjährige
Pensionsbetrag von 600 si. aus der für
Künstlerstipendien bewilligten Summe
gesellte. Beide Subventionen, obwohl
nur für ein Jahr verliehen, genoß er
fürderhin alljährlich bis zu seinem Ab
leben, so daß er im Spätherbst seines
Lebens nicht über Noth und Mangel zu
klagen hatte, welche in früherer Zeit
manchesmal, wenn auch nur vorüber-
gehend, an seine Thür geklopft. Nach.
dem er sich im Jahre 1868 zum zwei»
ten Male vermalt, nahm er nun seinen
bleibenden Aufenthalt zu Henndorf, eine
kalbe Stunde vom Seekirchner See an
der Reichsstraße nach Linz gelegen. Dort
verlebte nun Stelzhamer den Rest der
ihm beschiedenen Lebensjahre und be«
schäftigte sich mit den Vorarbeiten der
Gesammtausgabe seiner Werke, welche
vieles noch Ungedruckte enthalten sollte.
Denn da sich sein Hausstand in Folge
seiner Heirath vermehrt, war er mit
einem Male bedacht geworden zu erwer-
ben, und unternahm noch im I . !871
eine Rhapsodenfahrt nach Gmunden,
Steyr. Wien, Linz und Salzburg. Am
28. December 1872 beging Ste lz -
harn er noch zu Vöklabruck, welcher
Ort als Festort gewählt worden war,
seinen 70. Geburtstag in festlichster
Weise, bei welcher Gelegenheit ihm eine
Ehrengabe überreicht wurde. Dem Feste in Vöcklabruck folgte ein zweites zu
Henndorf, worauf ein Festabend von der
,St. Peter-Gesellschaft" in Salzburg
den Reigen dieser Festlichkeiten schloß.
I m Jahre i873 unternahm er mehrere
kleine Reisen; so besuchte er auf mehrere
Wochen seinen Geburtsort Großpiesen«
ham. Ried und Pramet, dann ging er
nach Wien, wo er auch die fünfte Welt»
ausstellung sich besah, und von Wien im
October nach Grah, um dort seinen
Bruder Peter zu besuchen, der aber
schon am 10. October g. I . gestorben
war. Im Jahre 1874 war er am
27. Mai in seinen Angelegenheiten nach
Salzburg gefabren und von dort am
3. Juni aber bereits leidend heimgekehrt.
Seit dem 7. I l ini verließ er nicht mehr
das Bett. Im Anbeginn der Krankheit
gab er sich frohen Lebenshoffnungen hin.
Der Zustand aber wurde täglich bedenk»
licher und am 14. Juli schloß der Tod
die Augen des 72jährigen Poeten. Ob»
wohl Stelzhamer abseits von den
großen Verkehrwegen wohnte, hatte
sich doch sein Leichenzug auf daS fest.
lichste gestaltet. Aus Salzburg, aus Linz,
aus Wien waren Freunde. Schriftsteller
und Deputationen in Henndorf eilige«
troffen, um dem Verblichenen die letzte
>re zu erweisen. Ueber 30 Kranze ver>
bargen den Blicken der Umstehenden
die letzte hölzerne Hülle, die den Poeten
barg. Der oberösterreickische Landesaus-
schuß und der Gemeinderath der Stadt
Linz richteten an die Witwe deS Poeten
Beileids schreiben und theilte ihr auch
der Letztere den Beschluß mit, daß eine
Straße in Linz zur bleibenden Erinne«
rung an den Verstorbenen den Namen
„Stelzhamerstraße" führen solle. Schon
im Laufe dieser Lebensskizze wurde be»
merkt, daß Stelzhamer zweimal ver«
heirathet war. Am 4. August 1843 hei»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon