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S c h ü h e n b e r g e r ^Band XXXII,
S. 133^ verfaßt hatte. In seinen letzten
Jahren lebte Stelz Hammer in Linz,
wo er auch als Wjahriger Greis an
Altersschwache starb, der letzte aus dem
aufgehobenen Orden der Gesellschaft
Jesu, den er um 67 Jahre überlebt
hatte. S t e l z h a m m e r ist zu Linz
bestattet und sein langjähriger Freund,
der Linzer Bischof Thomas Z ieg le r ,
ließ dem verblichenen Freunde in der
Linzer Kathedrale eine Gedächtnißtafel
errichten.
Oesterreichische Nat iona l «Ency kl o>
pädie von Gräffer und Czikann (Wien
183?. 8«.) Bd. V, S. 446. — P i l lwe in
(Benedict). Linz. Einst und Jetzt, von den
ältesten Zeiten bis auf die neuesten Tage
(Linz l846, I . Schmid. 8°.) Bd. I I , S. 46
^Pi l lwein stellt anläßlich der Abweichun«
gen in Angabe des Geburtsdatums Stelz«
Hammer's dasselbe auf Grund des Tauft
buches mit dem 29. August 1750 fest). —
Oesterreichi scher Zuschauer, herausg.
von I . S. Ebersberg (Wien gr. 8».)
1837, Bd. I I I , S. 1044. — Allgemeine
Theater. Zeitung. Von Adolph Bäuerle
(Wien, gr. 4".) 1841, S. 908. — Stoe-
L6?-, l^ok. ^sF.^, serixtorsL provinoias
^.ULtriHoab 8ooistati5 ^esu (Visunao 1853,
I.SX. 8«.) p. 338 smit der irrigen Angabe,
daß S. am 25. August <750 geboren wor»
den. — Poggendorf f ( I . C-). Bio<
graphisch < literarisches Handwörterbuch zur
Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig
1859. I . Ambr. Barth, Lex.<8o.) Vd. I I ,
Spalte 1000.
Stelzig, Ignaz Alphons (Redemp«
torist. Schriftsteller undMissio-
när, geb. zu Prag im Jahre 4823,
gest. zu Wien 21. Februar 1863). Sein
Vater war Doctor der Medicin und Oe-
richtsarzt zu Prag. Der Sohn beendete
die Gymnasialclaffen und philosophischen
Studien daselbst und wendete sich als-
dann den theologischen Studien zu. An»
sanglich besuchte er als sogenannter Tr«
temist die theologischen Vorlesungen des Benedictinersiift.es Emaus in Prag.
darauf begab er
sich nach Wien und trat
dort in die Kongregation der Redemp«
toristen ein. Nachdem er im Jahre 1846
die Priesterweihe erlangt hatte, ging er
als Missionär nach Amerika. Dort wurde
ihm bei einem Indianerftamme seine
Wirksamkeit angewiesen. Seine kleine
Gemeinde bestand auS einigen Hunderten
von Rothhauten und im vollen Frieden
waltete S. erfolgreich seines segensvollen
Berufes. Da lagerte sich mit einem
Male eine andere mächtige räuberische'
Indianerhorde in unmittelbarer Nähe
derjenigen, in welcher Stelzig seinem
Missionsberufe oblag. Bald kam eS zu
Streit und Hader, und endlich sollte
ein blutiger Kampf entscheiden, welcher
Stamm von beiden weichen muffe. Mis>
sionar Stelzig hatte alle Versöhnungs»
versuche erschöpft, und als es zum
Kampfe ging, konnte er nicht zurückblei»
ben und mit dem Kreuze in der Hand
schritt der junge Priester seinem Stamme
voran in den Wald. wo nach Indianer«
art von Baum zu Baum gekämpft
wurde. DaS Feuer wurde immer hef»
tiger. die Kämpfenden rückten sich im«
mer naher an den 3eib. Da mit einem
Male stürzt mit wildem Geheul und
hoch erhobenem Tomahawk ein entsetz«
licher Wilder auf den Priester, und ist
eben bereit, den Todesstreich auf ihn zu
führen, als der Indianer, wie durch ein
Wunder gelähmt, vor dem Missionar in
die Knie sank. den Tomahawk sinken
ließ. die furchtbare dräuende Miene des
Wilden sich in ein unbeschreiblich freu-
diges Grinsen verwandelte und im rein»
sten Üechisch dem Missionär die Worte
ins Ohr klangen:
(Jesus Maria und Joseph, Herr Stel-
zig wie kommen Sie denn daher?)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon