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Stephaics 212 Stevhaics
zu seinem Rückzüge, daß er weder Mann
noch Pferd dabei verloren hatte. Außer»
dem zog er bei dieser Gelegenheit aus
eigenem Antrieb die in den kaiserlichen
Mauihcaffen zu Hastier. St. Blaise und
Lorinne suc Dinant befindlichen Baar-
schalten ein und übergab die gerettete
summe zu Namur an die kaiserliche
Caffe. — Bald darauf gab ihm Ge-
neral von Moire l le Befehl, mit 200
Huszaren dem bei Onhaye mit 8000
Mann lagernden französischen General
G o u v i o n in den Rücken zu fallen.
StephaicS überfiel nun mit ebenso»
viel Verwegenheit als Vorsicht die aus
dem feindlichen Lager bis Sommiöre
ausgestellten Vorposten, dann das feind-
Nche Cavallcrie - Regiment Chasseur de
Normandie Nr. 3. und verwickelte es in ,
einen hartnäckigen Kampf, in welchem
der Feind gänzlich zerstreut, viele seiner
seute niedergehauen und noch mehlere
so schwer verwundet wurden, daß die
meisten davon zu Hastier ihren Wunden
erlagen. Eo war der Feind gezwungen
worden, seine beste Position bei Onhaye
zu verlassen. und sich bis Florenne bei
Philippcville zurückzuziehen. Der bald
darauf erfolgte glänzende Sieg des G»
nerals S z t a r a y wurde durch S t e«
v h a i c s' Waffenthat gleichsam vorbe<
reitet. — Als in der Folge der Feind ins
Llliemburg'sche und Namur'sche verfehle«
dene Einfälle und Fouragirungen unter-
nahm, war eS Steph aics, der diesen
feindlichen Streifereieu Einhalt that, da«
bei reiche Fouragevorrälhe in das Ve»
pflegs»Magazin nach Namur und über«
dieß auch erbeutete feindliche VerpflegS-
gelder in die Brüsseler Sasse brachte.
Als ihm darauf Kunde ward. daß der
Feind durch die Chamboran'schen Husza-
ren Repressalien üben werde, kam
cr deffcn Absichten zuvor, zog die. 16 600 fi. enthaltende Manthcaffe zu
Marche an sich und brackte sie in die
k. k. Caffe zu Namur in Sicherheit, dem
Feinde das Nachsehen überlassend. —
Nun ertheilte der Herzog Al ber t von
Sachsen-Teschen dem bereits zum Major
vorgerückten Step Haies Befehl, mit
300 Huszaren, fünf Compagnien leichter
Infanterie und zwei Kanonen den lin-
ken Flügel der vor dem feindlichen
Hauptlager bei Maubege aufgestellten
k. k. Armee zu decken, daS Land zwi-
schen Sambre und Meufe auS der Ge>
gend von Givet und Philippeville ^vor
feindlichen EinfäNen zu schützen, imo
dadurch zugleich auch Namur zu sichern.
Die Ausführung dieses wichtigen Auf.
träges wurde gan; dem eigenen Er«
messen S.'s überlassen. S t e p h ai cS
rückte nun bis Franchimont und Nome«
den vor, beunruhigte unaufhölllch den
in Givet und Philippeville aufgestellten
Feind. so daß nicht nur das Land zwi>
schen Sambre und Meuse von feindlichen
Einfällen verschont blieb, sondern daß
auch alle Straßen unsicher gemacht wur»
den. deren sich der Feind zum Trans«
port seiner Vorräthe von Philippeville
nach Maubege bediente und welche er zu
diesem Zwecke kurz vorher hatte fahrbar
herstellen lassen. So ward zuletzt der
Feind gezwungen, alle von Philippe«
ville nach Maubege bestimmten TranS«
porte einen ebenso beschwerlichen als
weiten Umweg von 20 bis 30 Stun«
den über Marienburg nehmen zu lassen.
Hierauf rückte Step Hai cS bis Beau«
mont vor. besetzte mehrere Puncte bis
Sart'le«chatean und ließ noch in aller
Eile eine ganz betrachtliche Menge Heu
für das kaiserliche Verpflegs.Magazin zu
Charleroy aus den feindlichen Magazinen
einliefern. Dadurch aber gerieth der Feind
bei Maubege derart in Schrecken, daß
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon