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Stephaics 214 Stephaics
dcr k. k. Armee stattfand, erhielt Ste>
pHaies den Befehl, die Luxenburg
sche Stadt 3a Röche einzunehmen, welch
)U jener Zeit mit 900 Feinden, theil«
Cavallerie, theils Infanterie, besetzt war.
Mit seiner Division, annoch 480 Mann
Infanterie, zwei Geschützen und einigen
Jägern von 3e 3oup nebst wenigen Vo
lontairs, ging Stephaics an sein,
Aufgabe. Da der Ourtefiuß zu passiren
und keine Brücke vorhanden war, stellte
er bei Nacht mit requirirten Wagen, di
er in den Fluß führen und mit Bret-
tern belegen ließ, eine Nothbrücke her.
welche nun von seinen Leuten überschrie
ten wurde. Darauf näherte er
sich vorsich.
tig der Stadt, überrumpelte von allen
Seiten die Vorposten, die Stadt selbst
aber nahm er mit Sturm. Was nicht
auf dem Platze blieb, wurde in den Fluß
gesprengt und 3a Röche gelangte in
unseren Besitz. — Als am 26. April
1794 der Feind das 3ager der Unseren
bei Chateau Cambresis mit seiner ganzen
Macht angriff, befehligte S tep ha ics
den linken Flügel unserer Vorposten.
Die Absicht des Gegners war, die Un
seren auS ihrer Stellung zu verdrängen
und so die stark bedrängte Festung 3an
drecy zu entsetzen. Schon war der Feind
ziemlich weit vorgedrungen, als S. die
Absicht desselben inne wurde. Ohne erst
Befehl abzuwarten, nahm S. mit sei«
nen Vorposten eine ganz veränderte
Aufstellung, wodurch der Feind zunächst
irre und in seinen weiteren Dispositionen
schwankend wurde. Stephaics aber
wollte demselben weiter nicht Zeit lassen,
sich zu besinnen, sondern schritt mit seiner
aus einer Division Huszaren und vier
Escadrons englischer leichter Reiterei zu»
sammengefetzten Abtheilung ungesäumt
zum Angriffe, umging auf der Ebene
zwischen Busigny undHonneche den feind« lichen rechten Flügel und als nun auch der
Feind seine Stellung änderte, ließ er
ihm zur Ausführung dieses Vorhabens
weiter keine Zeit, fondern attakirte so-
fort die feindliche Arriöregardo und mit
so glänzendem Erfolge, daß der größte
Theil derselben niedergehauen, die Haupt»
truppe selbst aber in die greulichste Un-
ordnung gebracht wurde. Stephaics
ließ nun diese Sachlage nicht unbenutzt,
drang unaufgehalten in die verwirrten
feindlichen Infanterie^Colonnen ein und
hieb mit seiner Cavallerio so in dieselben
ein. daß über tausend feindliche 3eichen
die Wahlftatt bedeckten; der Rest ent»
kam mit genauer Noth dem Blutbade.
Außerdem brachte S. acht Kanonen,
zwei Haubitzen. 13 Pulverkarren und
88 Artilleriepferde als Beute Heini zu den
Unseren. I n gerechter Würdigung dieser
Waffenthaten wurde Stephaics in
der 34. Promotion (vom 7. Juli 4794)
mit dem Ritterkreuze des Maria There-
sien» Ordens ausgezeichnet und demge»
mäß im August des folgenden Jahres in
den Freiherrenstand erHoden. Noch im
nämlichen Jahre, am 13. October, zeich«
nete er sich bei Neckarhausen aus, als
'kindliche Huszaren diesen Ort bedroh-
'M. Stephaics warf sich ihnen mit
Ungestüm entgegen, und jagte die ganze
eindliche Cavallerie bis Mannheim zu»
rück. Im Jahre l797 rückte S. zum
Oberst bei Erdody-Huszaren Nr. 9 vor,
und ging im Jahre 1799 mit seinem
Regimente zur Armee nach Italien ab.
Dort bewährte er von neuem seine so
oft erprobte Tapferkeit. Bei Alessandria
am 20. Juni. wo Stephaics seine
Huszaren mit altgewohnter Bravour
befehligte und selbst immer mitten im
Gefechte seinen 3euten das Beispiel glän»
zenden Muthes gab, verlor er ein Pferd
mter dem 3eibe. Im Jahre 1800 rückte
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon