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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 220 -
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Stephanie, Christian Gottlob 22l) Stephans Christian Gottlob da entwarf Stephanie eine gehar nischte Vorstellung an den Grafen Ioh. W. Spork sBd. XXXVI, S. 24o^j. der damals General» Spectakeloirector in Wien war. Aber ein Macdtsprllch der Kaiserin machte allen diesen Umtrieben und zunächst den Plojroten des Theater directors ein Ende. Sie gestattete die Uebernahme deS deutschen Theaters durck Af f l ig io nur unter der Bed gung. daß er es in der von Freiherrn von B e n d e r geschaffenen Richtung fortführe und nur regelmäßige und an» standige Stücke zur Darstellung bringe. Natürlich mußte sich Af f l ig io dieser Maßregel fügen, er gab es aber noch immer nicht auf. seinen Plan durchzu» führen, und dem Niedriakomischen wie- der Eingang zu verschaffen. Zu diesem Zwecke berief er den Schauspieler Kurz on seine Bühne, der noch aus früheren Tagen, da er unter dem Namen Ber» nardon spielte. ein Liebling des Wie« ner Publicums war. Kurz trat zwar nicht mehr in erlemporirten Possen auf. sondern legte seine regelrecht dialogi- sirten Stücke der Censur vor, aber er debutirte darin mit einer nicht minder verderblichen und vielleicht noch Verderb- licheren Richtung, der sogenannten Wei> der« und Buben »Bataille, und war auf dem besten Wege, das Wiener Publicum von der edleren Geschmackslichtung, die sich eben erst Bahn gebrochen, wieder zu verdrängen. Dock hatte das Edlere bereits zu tiefe Wurzeln gefaßt, als daß die Kurz'scbeli Gemeinheiten und Platt« heilen im Stande gewesen waren, den auf Feineres herangebildeten Geschmack der Wiener für die alte plumpe und gemeine Posse wieder zu gewinnen. Kurz mußte es erleben, daß dasselbe Publicum, welches ihm noch vor zehn Jahren ;u seinen derben Späßen und gemeinen Zweideutigkeiten frenetisch zu. gejubelt, nun über seine Anstrengungen, durch seine alten Mittel die alte Gunst wieder zu gewinnen, mitleidig die Achsel zucke. Aber so rasch wollte Kurz sein Spiel nicht aufgeben,' er meinte, wenn man die Ursache entferne, werde auch die Wirkung ausbleiben, und so gab er dem Director Af f l ig io den Rath, die» jenigen Schauspieler, welche für das feine Schauspiel eiferten, zu entfernen, und vornehmlich "müsse mit dem älteren Stephanie , dem heftigsten Gegner der alten echten Wiener Posse. der An- fang gemacht werden. Der Plan war gut culsgedacht, aber ein Haupthinder» niß stand dagegen: der Contract. wel» cher noch auf mehrere Jahre lautete, und dessen Aufhebung unstatthaft war. Aber wann war ein Theateidirector in Verlegenheit, ein Mitglied seiner Bühne, wenn es noch so beliebt war. zu ent> feinen, wenn es seine eigenen Interessen galt? Die Chicane begann, eg kam zu Reibungen, endlich zur Auflehnung S.'S gegen Zumuthungen, die er nun ein« mal nicht erfüllen wollte. Das war Sud» ordination, reglementswidrigeS Versah» len, und es kam so weit. daß S t e- p h a n i e, an dessen Seite damals auch sein jüngerer Bruder stand, mit Arrest bestraft und beiden von der niederöster« reichiscken Regierung bedeutet wurde, innerhalb acht Tagen Wien zu verlassen. So war denn der Same, den K u r z gesael, aufgegangen, aber zum Frucht- einheimsen war es doch nicht gekommen. Das Auge der Kaiserin wachte; durch Personen ihrer nächsten Umgebung war sie auf das nichtswürdige Intriguenspiel Af f l ig io 's und Kurzens aufmerksam gemacht worden; sie befahl, den ganzen Proceß dem Staatsrathe vorzulegen, und nun kam die Komödie, welche die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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