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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 232 -
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Ztspnicka 232 stspnicka Land lind als cr dann wieder nach Wien zurückkehrte. setzte er nicht die theologischen Studien fort. sondern be» gann privat die Rechte zu studiren. über« nahm eine Stelle als Erzieher, wurde Actuar und politischer Verwalter zu Hai« dersdorf in Oesterreich u. d. E. Als bald darauf daS Privalstudiuin der Reä'te aufgehoben wurde, kehrte 8tep« nicka zur Forlschung deS Rechtäftu« diums nach Wien zurück, wo er an dem Hoffecretär Freiherrn von Reher ^Bd. XXV, S. 343^ und an dem böhmischen Compcnisten und Pianovirtuosen Ioh. Emanuel D o l e 2 a lek , werkthätige Gönner fand. Nachdem er die vorge« schriebene Appellationsprüfuug abgelegt, wurde er im Jahre 1813 bei der judi« ciellen Abtheilung des Wiener Magi- strateS angestellt, kam aber noch im nämlichen Jahre als Conceptspraktikant zur k. k. Hofkammer, von dolt im nach» sten Jahre als Protocollist zur Bancal« Administration nach Prag, wurde aber schon in kurier Zeit Lecretar daselbst. Im Jahre 1823 wurde er zum Assessor bei der Baiical-Administration in Brunn und im folgenden Jahre zum Cameral« rath ernannt. in welcher Eigenschaft cr bald darauf, erst 47 Jahre alt, starb, ätspnicka war seiner Zeit, 1816 bis 1825, einer der begeistertsten Patrioten und fleißigsten Arbeiter auf dern Gebiete der heimischen Literatur, und in stetem innigen, freundschaftlichem Verkehre mit den hervorragendsten Zeitgenossen seiner Heimat, mit DobrowSky, Hnew» kowsky. Iungmann, Kl icpera, V. K. KrameriuS, Kynsky. Linda, Liska, Pölak, Sedlacek. Snai« der, Stepanek u. A., deren Lebens» skizzen dieses Lexikon in der betreffenden alphabetischen Folge enthält. I n den Jahren 1810—1823 war er auf litera- rischem Gebiete nach den verschiedensten Richtungen auch schriftstellerisch thätig, und es gibt aus jenen Jahren kaum ein oechisches Journal, worin er nicht ebenso seine prosaischen wie poetischen Arbeiten veröffentlicht hätte. Wir finden aus sei« ner Feder Oden, E!egien, vatetländische Balladen, Liebesgedichte. Satiren, Tra» vestien. (etlicher Gesänge der Ilias und der Hirtengedichte Theokrits). Gpi< gramme, moralische Erzählungen u. d. m. Den größeren Theil dirser seiner Ar« beiten hat 8tepnicka noch selbst ge> sammelt und unter dem Titel: „S7a5 ^>^/ </ssHs", d. i. Klänge der oechischen Leyer. in 2 Bänden (Prag 1817, Som« mer und Haase, 1823, erzbischöftiche Druckerei, 8<>.) herausgegeben. Die Kritik schlagt den ästhetischen Werth die- ser Arbeiten stspnicka's nicht eben hoch an. abcr sie findet sie doch insofern interessant, als sie zunächst zur Verglei« chung des heutigen Aufschwunges der oechischen Dichtung dienen und dann ein ziemlich getreues und abgescrloffeneS Bild des Zustandes derselben vor etwa fünf und sechs Iahrzehcnden geben. Nebrigens durchweht alle diese Arbeiten stepnicka's der nationale Geist und spricht sich in allen die Hoffnung aus auf eine stetige Entwicklung der natio» nalen Literatur. Als damals bereits im oechischen Literaturkreise die grammati» calischen Kämpfe (ABC-Kriege) begannen uud sich die Theilnehrner daran in zwei feindliche Lager theilten, hielt ä. zu D o b r o w s k y , N e j e d l y , Puch- mayer, HnewkowSky, und genoß dafür das zweifelhafte Vergnügen, von Hauka, Celakowski. Machaöek zur Zielscheibe ihrer Witze und Spötte- reien ausersehen zu werden. Er schrieb in Folge dessen im Jahre 1821 für den " eine ausführlichere gram»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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