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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 242 -
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Stern, Emanuel 242 s Max Emanuel bei derselben einzutreten, nahm er auch denselben, ohne weiter sich zu bedenken, sofort an und ging nach Nien, wo auch im Jahre 4833 seine neue Stelle antrat. Als dann Schmidt die S ch ni sek'scke Druckerei in Preßburg käuflich an sich brachte, dieselbe für den hebräi. schen Druck einzurichten und Stern als Corrector dahin zu versetzen beabsichtigte, erblickte letzterer darin einen Eontract» bruch, weigerte sich, Schmid t's Antrag anzunehmen und verlor seine Stelle. Um diese Zeit. 1833. wurde zu Eisenstad eine hebräisch «deutsche Hauptschule inS Leben gerufen und S. zum leitenden Oberlehrer an derselben bestellt. Durch den Umstand aber. daß der dortige starr oithodore Rabbiner eine hebräisch-deutsche Sä'ule durchaus nicht dulden wollte, nahmen die Reibungen in der isiaeliti sckeu Gemeinde einen so erbitterten C.ha> rakter an, daß S. nach kaum zweijährig ger Thätigkeit 1837 sein Lehramt nieder- legte und den Ort verließ. Nacb einem etwa halbjährigen Aufenthalte in Triesch, einem Marktflecken in Mähren kehrte er 1K'«j8 wieder nach Wien zurück und nahm eine Stelle bei seinem vorigen Dienst. Herrn, dem Buchdrucker Anton Edlen von Schmidt, an, in welcher er viele Jahre hindurch verblieb. Im Jahre 1849 gab Anton Edlen von Schmidt's Sohn Franz die Druckerei auf und dieselbe ging käuflich an della Torre über. Ob dieser mit dem übrigen Inventar auch den Corrector Stern übernahm, ist dem Herausgeber dieses Lexikons in'cht be« kannt. Nur so viel weiß er. daß, als er Stern zu Anfang der Sechziger» Jahre versönlich kennen lernte, derselbe in ziemlich dürftigen Verhältnissen lebte. Seinen Lebensunterhalt bestritt er in scinen letzten Lebensjahren von dem sehr geringen Ertrage seiner Schriften, von hebräischen Grabschriften und Gelegen» heitSgedichten, die das Gepräge des nie« deren Honorars deutlich an sich trugen. Ohne eS sein zu wollen — und eben durch seine Dürftigkeit außer Stande, mit seiner Eigenthümlichkeit eine Wir« kung zu erzielen — war er ein Original. Trotz einer unglaublichen Schüchternheit und Rathlosigkeit in seinem Auftreten brach doch ein ungeheures und dabei für Jeden, der seine Werke kannte, nur für ihn nicht komisches Selbstbewußtsein zu Tage, wenn es seine literarischen Arbei« ten galt. Geschichte und Geographie, namentlich letztere, waren ihm böhmische Dörfer, und obgleich Schriftsteller und als solcher von einer erschreckenden Frucht« barkeit, war er in der Literatur unwissend bis zum Eiceß. Linkisch, stets mauschelnd wie ein .zerknetschter Bocher". bot er eine Erscheinung dar. die einen ebenso weh- müthigen, als komiscken Eindruck hervor« brachte. Gewöhnlich sentimental', tief gerührt und traurig, daß man immer einen Thränenausbruch befürchten mußte, ging er wie ein Verlorener daher, der sich immer selbst sucbte und nie fand, und seine eigenen Glaubensgenossen nannten ,hn nur „die wandelnde Trauerweide auf Zion". Dieses sein Auftreten ermöglichte eS ihm auch, an Personen heran^ukom» inen. bei denen man iku zuletzt suchen würde, wie an Gr i l lparzer , Halm, Hammer»Purg stall, dem er auck die erste Ausgabe stineS Werkes „Okodotli .H-1'ba.dotk" widmete, worauf ihm ieser verbindlichst dankte und ihn in der Anrede des Antwortschreibens Seine Wohlgeboren Herrn M. E. Stern , drn Stern der hebräischen Gelehrsamkeit" annte. Mit diesem Schreiben ging nun S. tage-, monate», ja jahrelang förmlich Hausiren, um es aller Welt zu zeigen, enn der Präsident der kaiserlichen Aka»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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