Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 248 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 248 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

Bild der Seite - 248 -

Bild der Seite - 248 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

Text der Seite - 248 -

Stern, S. 248 Stern au lchen Nation" (Berlin l360. I . Springer. VI I I , l2?S. gr. !>".). deren Tendenz schon aus Verlagsort und Verleger zu erkennen ist. Allem Anscheine nach ist es das Product eines aus dem bekannten Reptilienfonde be» soldeten publizistischen Parteigängers; ob eines Oesterreichers oder eines Preußen, ist nicht zu bestimmen. — 3. Im Jahre 1868 ging durch die Journale die Nachricht, daß ein gewisser S t e r n aus Bossatz, einem Dorfe im Trentschiner Comitate Ungarns, ein simpler Dorfjude, drr ursprüngliche ca- Lu.5 Kolli in der englisch>abyssinischen Affaire gewesen sei. Der mittlerweile nach fast halb« hundertjähriger Dauer entschlafene „Wan. oerer" hat sich diese Nachricht aus Vag. Ujhely schreiben lassen. Er berichtete, daß j eines Tages S t e r n sein Bündel gepackt und mit seinen „sieben Zwetschken" schnür» stracks nach London gewandert sei. Auf den dort Angelangten habe, als auf einen mit» tellosen Menschen, die Missionsgesellschaft so« fort ihre Leimruthen angelegt und bald war der Vogel gefangen. Darauf sei er als Mis« sionär dieser Gesellschaft nach Abyssinien ge« gangen. Das Schicksal jedoch machte seinen und der Gesellschaft Plänen einen Strich durch die Rechnung: denn Stern und noch ein zweiter Missionär Namens Rassom, waren von den Abyssiniern gefangen genom« men worden. Beide wendeten sich nun an die englische Regierung um Schutz, und diese schickte auch m der That bald darauf eine Gesandtschaft behufs der Befreiung der bei» den Missionäre nach Abyssinien. Aber dieser Gesandtschaft erging eS selbst nicht besser, denn sie wurde auch ssefangen zurück^ehal» ten und auf alle Reclamationen der enali» schen Regierung nicht ausgeliefert. Solche Schmach mochte Aldion nicht ungestraft hin, nehmen, und so sei daraus der blutige Krieg entstanden, der England mehr als sechs Millionen Pfund Sterling und dem Könige von Abyssinien das Leben gekostet hatte. Diese Sensationsnachricht wurde damals von allen Blättern des Kontinents colportirt. Nach einiger Zeit aber langte aus Vag< Ujhely nachstehende Berichtigung ein.- „Zu, eist sei es unrichtig. daß Missionar S t e r n die eigentliche Ursache deö Krieges war; jedenfalls war er nicht die alleinige; über« dieß ist die ganze Geschichte über die Her< kunft und den Lebensgang S t e r n'S vom Anfang bis zum Ende erfunden. MUsionär Stern war nie ein simpler Dorfjuoe, noch war Rossatz im Trentschiner Comitate sein einstmaliger Aufenthaltsort; weiter bat sein Uebertritt zum Christenthum nicht in Iondon stattgefunden, wie er auch nicht von dort aus allsogleich als Missionär nach Abyssi. nien gesendet ward. Stern ist vielmehr auS Frankfurt a. M. gebürtig, wo er auch zum Christenthum übe,trat, er hat Ungarn und die Slovakei vielleicht gar nie gesehen. Er war lange Jahre Missionär in Persien, Ara« dien und der Türkei und erst vom letzteren Lande aus ging er nach Abyssinien. Herr Rassom aber, der als ein „anderer engli' scher Missionär" aufgeführt erscheint, ist nicht Missionär, sondern eben jener Gesandte, der, mit königlichen Geschenken versehen, behufs Befreiuua der Gefangenen nach Abyssinien ging und dort das Schicksal der anderen Gefangenen theilen mußte." l^Neue freie Presse . l868, Nr. l333 : „Missionär Stern".) — 6. Stern , ist auch der wahre Name einer Sängerin, die, aus Wien gebürtig, unter dem Namen Stel la in Italien singt l^siehe diesen Band S. l73, in den Quellen). Sternau, Pseudonym für Johann Nep. Verger, siehe: Verger, Johann Nep. ^Band I, S. 303 ; Band XXII, S. 480; Bd. XXIII, S. 361^. Nebenbei sei bemerkt, daß sich desselben Pseu» donyms Sternau ein M. Goldschmid bediente, der zur Zeit, als Karl Sandt - ner M . XXVII I , S. 206) Strafbausver« walter zu Tuben war, zu der Bewohner» schaft dieser Strafanstalt zählle und daselbst mit schriftstellerischen Arbeiten sich beschäf» tigte. Noch wahrend er daselbst in, Haft sich befand, war er zum Iudentbume übergc« treten, halte in dieser Zeit ein dreiactiges Lebansbild unter dem Titel „Die Gefan« genen" und neben demselben eine ernstere Arbeit, betitelt ,Die Iustizpflege in Oester- reich", vollendet, die er nach überstandener Haft in Druck zu legen und niemand Germ» gerem. als dem damaligen Iustizminister I)r. Herbst zu widmen gedachte. ^Frem- denblatt. Von Gust. Heine (Wien. 40.) l869. Nr. 26 und 102. unter den Tages« notizen.1 — Auch unter dem lyrischen Poeten Edmund Sternau, dessen Poesien unter dem schmucklosen Titel: „Gedichte" (Btutt. gart 53?l. Hoffmann und Hohl. 8».). erschie» nen sind und zu dem Besten gehören, was
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich