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Sternbach. Eduard 249 Sternbach) Eduard
die neuere Zeit auf dem Gebiete der Lyrik
dargebracht, soll ein Oesterreicker versteckt
sein. Doch ist es bis nun nicht gelungen,
den Schleier seiner Anonymität zu lüften.
(Neues W i e n e r T a g b l a t t ?H?1.
Nr. 48l.- „Vom Lesetisch". Von Arnold
H ilberg.)
Eternbllch. Eduard Freiherr (k. k.
Majorund Ritter des Maria Theresien.
Ordens, geb. zu Sterz ing in Tirol im
Jahre 1788, gest. zu Oberpettnau in
Tirol am 41. December 1846). Ent-
stammt der alten Tiroler Adels», nachmals
freiherrlichen Familie Sternbach zum
Stock und Luttach, über welche die
Quellen S. 230 nähere Nachrichten geben.
Er ist ein Sproß deS Mareiter Astes ssehe
die Stammtafel^ und sein Vater Joseph
Sebastian war k. k. Kämmerer, seine
Mutter Franziska, eine geborene
Gräsin Wolken stein, war Sternkrcuz-
OrdenSdame. Bei Beginn des Feldzuges
im Jahre 1803 trat S., damals NIahre
alt, als Fähnrich in das 17. Infanterie«
Regiment Reuß'Plauen und wurde noch
im nämlichen Jahre Lieutenant bei
NassauKürassieren Nr. 3. I n der Schlacht
bei Leipzig am 16. October 18l3 er-
kämpfte er sich das Maria Theresien.
Kreuz. Am genannten Tage passirte sein
Regiment die Pleisse und rückte vor Grö-
bern. Eine starke feindliche Cavallerie-
Colonne suchte in diesem Augenblicke auf
den Anhöhen zwiscken Gröbern und Lie«
bertwolkwitz sich festzusetzen. Wollte man
aber das Dorf Gröbern behaupten, dann
durfte diese vortheilhafte Stellung dem
Feinde nicht überlassen bleiben. Oberst
Graf Auersperg erkannte die Wichtig,
keit dieser Position und, ohne sich durch
den bedeutend überlegenen Feind in seinem
Vorhaben, ihn aus seiner Stellung zu
vertreiben, beirren zu lassen, unternahm
er mit vier Schwadronen die Attake auf den Gegner und warf ihn von der An»
höhe durch ein sumpfiges Thal in großer
Unordnung zurück, worauf er ihn noch
bis in seine zweite Aufstellung auf die
Höhen zwischen Dölitz und Dösen ver>
folgte. Dort aber gelang es dem Feinde,
sich wieder zu sammeln und zu ordnen
und in beide Flanken des Regiments Ca-
vallerie und Infanterie zu detachiren, so
daß Oberst AuerSperg, um seinen
eigenen Stützpunct nickt zu gefährden, von
der weiteren Verfolgung ablassen mußte.
Oberlieutenant Sternbach überblickte
sogleich die ganze Situation und griff,
ohne Befehl abzuwarten, sofort handelnd
ein. Mit <00 Kürassieren warf er sich
der feindlichen Abtheilung entgegen, die
unsere rechte Flanke und den Rückzug der
Unseren bedrohte. Diese Attake fühne
er mit solcher Bravour und so glänzen-
dem Erfolge aus, daß die Angegriffenen
bis zur Suite des Kaisers Napoleon
und auf die Reserve»Artillerie zurück,
geworfen wurden. Als nun gar die Be<
dienung der feindlichen Artillerie von
S.'s Kürassieren niedergehauen wurde,
wurde die Verwirrung in dem feindlichen
Treffen allgemein. Nun bahnte sich S.
durch mehrere feindliche Infanterie>Mas»
sen den Weg zu seinem Regiments und
als ihm auf seinem Rückzüge feindliche
Reiterei nacheilte, machte er nochmals
Kehrt und warf sie mit aller Entschie»
denheit zurück. Dieses heldenmüthige Un>
ternehmen war nach zwei Seiten hin
höchst erfolgreich: erstens für die eigene
Truppe, die ihre Stellung behaupten
konnte und dann für die bei Gosa auf«
gestellten russischenColonnen, welche, von
der feindlichen Cavallene bereits hart be-
drängt, nur durch Sternb a ch'S erfolg«
reichen Angriff von ihren Bedrängern
befreit wurden. Selbst die französischen
Generale. welche Augenzeugen dieser
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Band 38
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Stehlik-Stietka
- Band
- 38
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1879
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon