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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 252 -
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Sternbllch, Maria Theresia 262 Sternberg, Caspar schwarzen Zindelbinde umgeben ist. Die Helln decken sind durchgängig rotb mit Silber unterlegt. Sternbach, Maria Theresia Freiin vo,n (T i r o l e r 3 a n d e S v e r t h ei d i g e r i n , geb. zu B r u n e ck in Ti« rol 20. Mai 4775. gest. 5. April 4829) Mai ia Theresia ist die Tochter des Brunecker Bürgers Joseph Ob holzer ouS dessen Ehe mit Wal bürge gebo- renen Wai tz. Im Alter von 24 Jahren, am t7. Juni 4799 zu Uttenheim, ver- malte sich das schlichte Bürgermadchen mit dem damaligen Oberst'Erbland.Fal kenmeister Franz Andreas Freiherrn von Steinbach, den sie im I . l808, nach neunjähriger Ehe verlor. Als nun das denkwürdige Krieqsjahr 1809 über Tirol hereinbrach, stand die wackere Freifrau allein, aber sie säumte keinen Augenblick, die Sache ihres kleinen, je< doch in der Geschichte des genannten Jahres unvergessenen Vaterlandes zu er- greifen, und that es mit einer Selbst« aufopferung und einem Heldenmuthe, die bleibender Erinnerung werth sind. Sie opferte ihren ganzen Viehstand zum Un> terhall der Landesvertheidiger; zu Pferde, mit Pistolen bewaffnet, ritt sie von Ort zu Ort, um die Ordnung, wo diese bei der hereinbrechenden schweren Zeit gestört zu werdm drohte, aufrecht zu erhalten und ihre Landsleute an ihre Vaterlands« psticbt zu erinnern. Dadurch war sie dem Feinde alsbald bemerkbar geworden und ihr Geschick war besiegelt. Als nämlich General Lefebvre im Hochsommer ge> nannten Jahres Innsbruck beseht hatte und alle seine Bemühungen, die Straße nach Brixen zu öffnen, an dem Patrio- tismus der Tiroler scheiterten, ließ er zu Anfang des August die Baronin Stern» bach auf ihrem Schlosse zu Mühlau durch Gendarmen aufheben. Lie wurde in der Nacht zum 13. August, beim Ab« zuge des Generals, zugleich mit dem Grafen Sarntheim und dem Freiherrn von Schneeburg in einem geschlos» senen Wagen unter Escorte zunächst nach München geschafft, und daselbst in einem CorrectionShause gefangen gehalten. Spä» ter brachte man sie nach Straßburg, wo man sie bis zum Wiener Frieden im Ge« wahrsam hielt. Während dieser langen und harten Gefangenschaft verlor die hochherzige, muthige Frau keinen Augen» blick ihre Fassung und ihren festen Muth. Oft von den nothwendigsten Bedürfnissen entblößt, von empfindlichen Schmähun« gen verfolgt, und sogar mit dem Tode bedroht, blieb sie standhaft und würde» voll und verrieth niemals die heilige Sache, der sie sich selbst mit Gefahr ihres LebenS ganz ergeben hatte. Meh. rere Jahre spater, nachdem den Völkern der Friede wieder gegeben war, wurde auch daS heldenmüthige Benehmen dieser wackeren Tirolerin zur Kenntniß des Kai« serS gebracht, und dieser zeichnete die edle Frau in Würdigung ihrer an den Tag gelegten patriotischen Gesinnungen und Handlungen, am 23. December 1820. mit der großen goldenen Ehren« medaille sammt Kette auS. Tagebuch der Baronin von Sternbach in Mühlau. (Innsbruck 1849). Sternberg, Caspar Graf (Natur. forscher, geb. zu P r a g 6. Jänner 1761, gest. zu B r z e z i n a 20. De« !ember 1838). Seine Taufpathen waren nach der damaligen Sitte des böhmischen Adels zwei Bettler deS Kirchspiels. Sein Vater Graf Johann S t e r n b e r g, '. k. geheimer Rath und Kämmerer, hatte, da er in seiner Jugend dem Militärstande angehört und den Suc« cessionSkrieg, sowie den zweiten preu»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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